Versicherungsschutz genauer unter die Lupe nehmen

mlzVerbrauchertipp

Wenn ein neues Jahr beginnt, gibt es viele gute Vorsätze. Einer, der Geld sparen kann, ist der, mal seinen Versicherungsschutz zu überprüfen.

Lünen

, 03.01.2019, 05:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man seinen Versicherungsschutz überprüfen will, landet man schnell auf den Internetseiten von Vergleichsportalen. „Die sind für einen Überblick gut, aber keine neutrale, anbieter-unabhängige Beratungsstelle, sondern ähnlich einzuordnen wie ein Versicherungsvertreter oder -makler, die bestimmte Firmen vertreten“, so Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung. Was man beachten sollte, erklärt sie in Fragen und Antworten.

? Warum ist es wichtig, sich bei Versicherungen anbieter-unabhängig zu informieren?

Die Vergleichsportale stellen ihre Vergleiche gerne als breiten und unabhängigen Marktvergleich dar. Den bieten sie aber gar nicht. Denn die Betreiber nehmen nur ausgewählte Versicherungsgesellschaften und Tarife mit in den Vergleich auf. Viele Versicherungen sind auch einfach zu komplex, als dass man sie mit ein paar Klicks im Internet abschließen könnte oder sollte. Unabhängige Beratung bekommen Verbraucher bei Versicherungsberatern und auch bei der Verbraucherberatung. Es gibt aber auch kompetente Vermittler, die allerdings immer Interesse an einem Abschluss haben, schließlich erhalten sie von der Versicherung eine Provision für abgeschlossene Verträge und nicht für eine gute Beratung.

? Wie sinnvoll sind die Versicherungs-Apps wie Clark, Knip und Co.?

Grundsätzlich, sagt Jutta Gülzow, ist es immer gut, wenn Verbraucher sich um ihre Finanzen und Versicherungen kümmern. Für die meisten Menschen ist es ja eher lästig, sich mit Versicherungen und Themen wie Krankheit, Haftpflicht oder Tod auseinander zu setzen. Wem es also hilft und wer seine Verträge lieber digital verwaltet anstatt daheim im Ordner, für den können solche Versicherungs-Apps eine Lösung sein. Allerdings sollte man bedenken, dass es sich meistens nicht bloß um digitale Versicherungsordner handelt. Anbieter sind nämlich in der Regel Versicherungsmakler, die die hinterlegten Verträge in den eigenen Bestand holen oder Vorschläge zu neuen Versicherungen unterbreiten. Jutta Gülzow: „Das muss nicht schlecht sein. Man sollte es aber vorher wissen.“ Außerdem - im Schadensfall ist der Ansprechpartner nicht mehr der ursprüngliche Vermittler vor Ort. Dann muss man sich direkt an die Versicherung oder aber an den App-Betreiber wenden, bei dem der Vertrag geführt wird.

? Was ist eigentlich der Unterschied bei den Versicherung-Experten?

Es gibt drei Typen: Versicherungsberater, Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter. Ein Versicherungsvertreter vertritt die Versicherung, ist direkt für einen oder auch mehrere Versicherer tätig und wird von diesen bezahlt. Sein Angebot ist also auch auf die Produkte dieser Versicherung(en) beschränkt. Der Versicherungsmakler wird vom Kunden beauftragt. Als Makler hat er Anbindungen an viele Versicherungsgesellschaften und kann seinem Kunden entsprechend Angebote unterschiedlicher Anbieter empfehlen. Aber in der Regel erhält auch der Versicherungsmakler sein Geld vom Versicherer in Form einer Provision für jeden vermittelten Vertrag. Man kann also sagen - Makler und Vertreter sind Versicherungsvermittler.

? Und was macht der Versicherungsberater?

Der Versicherungsberater berät seine Kunden vollkommen unabhängig von Versicherungsgesellschaften. Er wird vom Kunden für die Beratung beauftragt und auch bezahlt, in der Regel nach Stundensätzen. Hier erfährt man auch, ob man sich von einer bestehenden Versicherung trennen kann, weil sie eigentlich überflüssig ist.

Unabhängige Versicherungsberatung bietet die Verbraucherberatung Lünen, Kirchstr. 12, an. Das Beratungsjahr mit dem Versicherungsberater startet am 7. Januar 2019. Eine halbe Stunde kostet 40 Euro. Eine Terminabsprache ist erforderlich, Tel. (02306) 301 38 01.
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