Viele Fotos: Lünen-Süder schnitzt Tiere und Waldgeister - mit der Elektro-Kettensäge

mlzGuido Wagner

Sein Sehnsuchtsland ist Alaska. Dort würde sich Guido Wagner sicher wohlfühlen. Denn der Lünen-Süder schnitzt Tiere und Waldgeister aus Holzstämmen. Ein Kunstwerk ist jetzt öffentlich.

Lünen-Süd

, 24.08.2019, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Südpark ist dank vieler Ehrenamtlicher inzwischen ein grünes Schmuckstück geworden. Guido Wagner wohnt mit seiner Familie nicht weit entfernt vom Park. Und hat ihm und seinen Besuchern jetzt einen guten Geist spendiert.

Aus einem Buchenstamm - der Baum sollte gefällt werden - schnitzte der kreative 48-Jährige einen freundlichen Waldgeist. Der blickt zur Seite, auf eine Bank, die Wagner ebenfalls aus dem Buchenholz gefertigt hat. „Für mich ist der Waldgeist ein bisschen der König des Waldes im Südpark“, sagt der Künstler.

Herz, Ahornblätter und die Initialen des Künstlers

Wagner hat die Bank „Liebesbank“ genannt, „weil ich ein Herz reingeschnitzt habe“, erzählt der Berufskraftfahrer mit dem Händchen für Holz. Das Herz wird eingerahmt von zwei Ahornblättern und auch die Initialen des Künstlers sind auf der Bank zu finden. Sowohl der Waldgeist als auch die Bank sind mit Holzgel behandelt, damit sie der Witterung standhalten.

FOTOSTRECKE
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Holzkünstler Guido Wagner aus Lünen-Süd

Guido Wagner liebt Holz. Und schafft es, mit Elektro-Kreissäge aus Baumstämmen wahre Kunstwerke zu gestalten. Jetzt steht ein Waldgeist in einem abgesägten Buchenstamm am Teich im Südpark. Daneben hat der 48-Jährige eine Bank gebaut. Aber nicht nur Waldgeister, auch Bären, Adler oder Eulen hat der kreative Lünen-Süder schon aus Holz und in Stämmen gefertigt.
23.08.2019
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Im Südpark - unweit des Teiches - ist dieser Waldgeist zuhause, den Guido Wagner aus Lünen-Süd in den Stamm der Buche "geschnitzt" hat - mit der Elekrto-Kettensäge. Der Lünen-Süder hat auch aus einem weiteren Teil des Baumes die "Liebesbank" daneben gefertigt. Mit seinen Initialen im Holz, zwei Ahornblättern und einem Herz. Auf dem Baum ist noch ein Storchennest geplant.© Beate Rottgardt
Guido Wagner (l.) mit Manfred Illner aus Lünen-Süd, der begeistert von den Holzarbeiten des 48-jährigen Berufskraftfahrers ist und mit seiner Lebensgefährtin auch gerne auf der Bank sitzt, die neben dem Waldgeist steht. Illner findet, dass die Holzkunst Wagners wunderbar in den Südpark passt. Und steht mit seiner Meinung wohl auch nicht alleine im Stadtteil.© Beate Rottgardt
Guido Wagner ist Berufskraftfahrer und oft nachts unterwegs. Entspannung findet der 48-Jährige bei der Arbeit mit Holz. Im Südpark steht die Buche, in die der Lünen-Süder einen Waldgeist geschnitzt hat, der seinen Blick auf die Bank daneben gerichtet hat. Auch die Bank stammt von Guido Wagner. Inzwischen hat der Waldgeist schon eine andere Farbe angenommen, er war zunächst röter.© Beate Rottgardt
Eines der neueren Projekte von Guido Wagner aus Lünen-Süd. Daraus soll ein Pilz entstehen, aus dem dann eine Raupe oder Made herausschaut. Vielleicht ein bisschen in Anlehnung an die "kleine Raupe Nimmersatt". Auch diese kreative Idee wird der 48-Jährige wieder mit seiner Elektro-Kettensäge umsetzen und aus dem Holz ein kleines Kunstwerk erschaffen.© Beate Rottgardt
Dieser Waldgeist ist sozusagen der hölzerne etwas kleinere Bruder des Waldgeistes aus dem Südpark. So wie auch im Südpark haben auch bei der kleineren Variante im Garten der Familie Wagner Vögel etwas vom freundlichen Waldgeist. Hier ist es ein Vogelhäuschen. Im Südpark ist geplant, ein Storchennest auf dem Stamm mit dem Waldgeist zu befestigen, damit demnächst Störche dort Einzug halten.© Beate Rottgardt
Die Rückseite des Waldgeistes aus dem Garten der Wagners schmücken geschnitzte Blätter. Oben auf dem Stamm hat Wagner ein Vogelhäuschen platziert.© Beate Rottgardt
Im Garten steht dieser Zwerg, den Guido Wagner geschnitzt hat, gut geschützt an und unter den Blättern einer Pflanze. Das Naturmaterial Holz gefällt dem Berufskraftfahrer aus Lünen-Süd sehr gut und er hat sich alles fürs Schnitzen selbst beigebracht.© Beate Rottgardt
Solch ein Adler war das erste Holztier, das Guido Wagner mit seiner Kettensäge gefertigt hat. "Als ich einen Kirschbaum gefällt habe, hab ich aus dem Stamm den Adler geschnitzt und alle waren begeistert." Auch hier hat er sich von Fernsehbildern aus Alaska inspirieren lassen, wo es zahlreiche Weißkopfseeadler gibt - das berühmte Wappentier der USA.© Beate Rottgardt
Guido Wagner mit einem Bären, der einen Lachs im Maul hat. Inspiriert von Bildern aus Alaska, einem Traumziel des Lünen-Süders. "Die ganze Nachbarschaft hat gelacht, als ich sagte, ich schnitze jetzt einen großen Bären. Als ich fertig war, hat keiner mehr gelacht. Alle waren begeistert". Der Stamm für den Bären war zwei Tonnen schwer und hatte einen Umfang von 3,45 Metern.© Beate Rottgardt
Diese Eulen-Familie hat Guido Wagner in einen Baumstamm geschnitzt. Das Kunstwerk steht bei dem Holzkünstler am Haus.© Beate Rottgardt
Diese Bank ist die kleinere Variante der Bank, die Guido Wagner im Südpark neben dem Waldgeist geschnitzt und aufgestellt hat. Sie steht an seinem Haus.© Beate Rottgardt
Eine Eule als Schmuckstück an der Wand. Guido Wagner hat auch weiterer Wandschmuck mit anderen Tieren geschnitzt.© Beate Rottgardt
Dieser Holzstamm wird demnächst von Guido Wagner bearbeitet. Die Form mit den runden Teilen gefällt dem Berufskraftfahrer mit der künstlerischen Ader besonders gut. "Was ich daraus machen werde, weiß ich noch nicht", sagt der 48-Jährige. Seine Frau Anja ist übrigens seine größte Kritikerin, wenn sie zufrieden ist, dann ist das Kunstwerk fertig.© Beate Rottgardt
Neben der Bank steht ein künstlerisch gestalteter Baumstamm mit Eulen und einem Waschbären. Natürlich auch selbst gefertigt von Guido Wagner.© Beate Rottgardt
Ein Waschbär schaut aus dem Stamm heraus, in den Guido Wagner mehrere Eulen geschnitzt hat.© Beate Rottgardt

Manfred Illner aus Lünen-Süd geht oft durch den Südpark spazieren und hat Bank und Waldgeist entdeckt. Gerne sitzt er mit seiner Lebensgefährtin dort und genießt die schöne Umgebung unweit des Teiches.

„Der Verein der Südparkfreunde kam auf mich zu und fragte, ob ich den Baumstamm gestalten könnte“, so Wagner. Der Berufskraftfahrer, der meistens nachts unterwegs ist und für den Holzarbeiten Entspannung bedeuten, konnte.

Und nun blickt ein freundlicher Waldgeist milde auf die Bank herab. Wagner mag den Südpark und ist überzeugt „wenn jeder einen Beitrag leistet, ist das gut für den Park.“

Storchennest auf dem Stamm des Waldgeistes befestigen

Seine freie Zeit ist begrenzt, sonst würde er sich auch an der Baumpflege beteiligen. Ein Projekt hat er für den Park aber noch auf dem Plan: „Auf dem Baum mit dem Waldgeist wollen wir ein großes Storchennest auf Ästen befestigen und hoffen, dass im nächsten Jahr dort Störche nisten.“

Aber dafür muss der schwere, stabile Stamm oberhalb des Waldgeistes noch präpariert werden. „Ich hab keinen Hubsteiger und mit Leiter wäre das zu gefährlich,“ sagt Wagner.

Mit Ölkreide werden die Figuren vorgezeichnet

Bei ihm im Garten steht ein kleinerer Bruder des Waldgeistes aus dem Südpark. Und auch bei diesem Kunstwerk hat er an gefiederte Freunde gedacht. Oben ist eine hölzerne Vogelvilla befestigt.

Den Waldgeist und die vielen Figuren, die Wagner schon in Stämme geschnitzt hat, zeichnete er mit Ölkreide vor. Dann kam die Kettensäge zum Einsatz. „Ich benutze eine elektrische, aus Rücksicht auf die Nachbarschaft.“

Viele Fotos: Lünen-Süder schnitzt Tiere und Waldgeister - mit der Elektro-Kettensäge

Guido Wagner mit einem Bären, der einen Lachs im Maul hat. Inspiriert von Bildern aus Alaska, einem Traumziel des Lünen-Süders. © Beate Rottgardt

Die hat Wagner schon mehrfach mit seinen Kunstwerken beeindruckt und überrascht. Alles begann, als er einen Kirschbaum fällte und sich dann überlegte, daraus doch einen Adler zu schnitzen. Nächstes Projekt - ein Bär. „Da haben die Nachbarn gelacht, aber als er dann fertig war, nicht mehr.“ Der Bär, der einen Lachs im Maul hat, ist größer als der Künstler. „Der Stamm war zwei Tonnen schwer und hatte einen Umfang von 3,45 Metern“.

Inspirationen durch Bilder aus Alaska

Seine Holzstämme bezieht er von einem Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen. Inspiration sind oft Fernsehbilder aus Alaska. „Dorthin würde ich gerne mal reisen, da gibt es die vielen Blockhäuser und davor steht meistens eine Holzfigur.“ Die Holzfiguren hat er selbst gefertigt und die schmücken auch den Garten seines Zechenhauses, in dem er mit seiner Familie seit 17 Jahren lebt.

Seine schärfste Kritikerin ist übrigens seine Frau Anja, mit der er seit 22 Jahren verheiratet ist. Erst wenn sie grünes Licht gibt, ist das Kunstwerk fertig.

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