Viele Fotos: So funktioniert die „Erste Hilfe am Hund“

mlzAngebot der Johanniter

Verletzungen, Giftköder oder Magendrehung – wenn Hunde in eine Notlage kommen, wissen viele Halter oft nicht weiter. Deshalb gab es jetzt in Lünen ein besonderes Erste-Hilfe-Seminar.

Lünen

, 18.11.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erste-Hilfe-Kurse für Menschen sind gefragt. Nun hat die Johanniter-Unfall-Hilfe in Lünen das Seminar „Erste Hilfe am Hund“ angeboten - und auch das war schnell ausgebucht. 17 Teilnehmer (auf zwei Beinen) kamen zur kreisweit wohl ersten Veranstaltung dieser Art.

Sandra Vörde hat hingegen schon Erfahrung mit dem Thema und weiß: „Erste Hilfe beim Hund heißt immer viel zu viel Stoff in viel zu wenig Zeit.“ So beschreibt die Dozentin das umfangreiche Programm und hält ein Begleitheft hoch, das die Teilnehmer am Ende bekommen. Hinter ihr auf einer Decke liegt „Booty“, eine ehemalige Straßenhündin aus Rumänien auf drei Pfoten, die gleich zum Einsatz kommen wird.

„Ich möchte einen Blick für Notfälle bekommen“

„Was ist Ihnen als Hundebesitzer schon mal passiert?“, fragt die Ausbilderin, um die Motivation der Gäste zu erfahren. „Ich möchte einfach gewappnet sein“, sagt eine Frau und erzählt, wie ihr Mischling sich einmal beim Anblick des Postboten an einem Knochen verschluckt und schon starre Augen bekommen habe.

„Mein Pudel frisst alles, ich möchte wissen, was bei Vergiftungen zu tun ist“, so eine Halterin. „Alles Medizinische interessiert mich, ich arbeite auch im Tierschutz und möchte einen Blick für Notfälle bekommen“, beschreibt Marion Hummel aus Schwerte ihre Motivation.

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Johanniter bieten Erste-Hilfe-Kurs für Hundebesitzer

Der Kurs "Erste Hilfe am Hund" in Lünen war schnell ausgebucht.
18.11.2019
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Sandra Vörde erklärt als Dozentin der Johanniter-Unfall-Hilfe das Sichern der Vitalfunktionen bei Hunden, das absolute Priorität hat.© Beuckelmann
Sandra Vörde erklärt als Dozentin der Johanniter-Unfall-Hilfe das Sichern der Vitalfunktionen bei Hunden, das absolute Priorität hat.© Beuckelmann
Herzmassage am künstlichen Hundemodell. Beginn mit bis zu 5 Beatmungen über die Nasenlöcher des Hundes. Wenn keine Reaktion, dann Druckmassage. Immer den Hund auf die rechte Seite legen, 15 Mal Druckmassage im Takt von 100-120 Schlägen pro Minute, dann 2 vorsichtige Beatmungen im Wechsel bis Lebenszeichen einsetzen.© Beuckelmann
Herzmassage am künstlichen Hundemodell. Beginn mit bis zu 5 Beatmungen über die Nasenlöcher des Hundes. Wenn keine Reaktion, dann Druckmassage. Immer den Hund auf die rechte Seite legen, 15 Mal Druckmassage im Takt von 100-120 Schlägen pro Minute, dann 2 vorsichtige Beatmungen im Wechsel bis Lebenszeichen einsetzen.© Beuckelmann
Belohnung muss sein: Sandra Vörde gibt ihrer Booty ein Leckerli.© Beuckelmann
Da Hunde durch Schock oder Angst aggressiv sein könnten und die Eigensicherung Priorität hat, lernen die Teilnehmer von Sandra Vörde, wie eine Maulschlinge anlegt wird. Booty ist bereit.© Beuckelmann
Da Hunde durch Schock oder Angst aggressiv sein könnten und die Eigensicherung Priorität hat, lernen die Teilnehmer von Sandra Vörde, wie eine Maulschlinge anlegt wird.© Beuckelmann
Da Hunde durch Schock oder Angst aggressiv sein könnten und die Eigensicherung Priorität hat, lernen die Teilnehmer von Sandra Vörde, wie eine Maulschlinge anlegt wird.© Beuckelmann
Da Hunde durch Schock oder Angst aggressiv sein könnten und die Eigensicherung Priorität hat, lernen die Teilnehmer von Sandra Vörde, wie eine Maulschlinge anlegt wird.© Beuckelmann
Da Hunde durch Schock oder Angst aggressiv sein könnten und die Eigensicherung Priorität hat, lernen die Teilnehmer von Sandra Vörde, wie eine Maulschlinge anlegt wird.© Beuckelmann
Um das Notfallszenario möglichst detailgetreu darzustellen, wurde 10 ml Kunstblut an der Hundepuppe verteilt und die Ausrüstung von Notfallkästen erläutert.© Beuckelmann
Um das Notfallszenario möglichst detailgetreu darzustellen, wurde 10 ml Kunstblut an der Hundepuppe verteilt und die Ausrüstung von Notfallkästen erläutert.© Beuckelmann
Wie werden Hunde etwa aus dem Wald gerettet und getragen? Auch diese Frage wurde praktisch beantwortet anhand von Übungen.© Beuckelmann
Wie werden Hunde etwa aus dem Wald gerettet und getragen? Auch diese Frage wurde praktisch beantwortet anhand von Übungen.© Beuckelmann
Wie werden Hunde etwa aus dem Wald gerettet und getragen? Auch diese Frage wurde praktisch beantwortet anhand von Übungen.© Beuckelmann
Mit Tape-Binden können Knochenverletzungen stabilisiert werden, demonstrierte Sandra Vörde (l.) hier mit den Seminarteilnehmern.© Beuckelmann
Trinkflaschen dürfen in einer Notfallausrüstung nicht fehlen, um etwa Fremdkörper wegzuspülen oder Hunden Flüssigkeit anzubieten.© Beuckelmann
Wie sehen die Schleimhäute aus und was hat das zu bedeuten? Auch diese Frage wurde von Sandra Vörde geklärt.© Beuckelmann
Booty ist an der Reihe: In der Leistenbeuge tastet Sandra Vörde den Puls.© Beuckelmann
Beherzt packt Sandra Vörde die künstliche Zunge und macht die Atemwege frei.© Beuckelmann
Sandra Vörde erklärt das Sichern der Vitalfunktionen, das absolute Priorität hat.© Beuckelmann

Dann wird es praktisch. Sandra Vörde erklärt das Sichern der Vitalfunktionen, das absolute Priorität hat. An einer Hundepuppe und an Booty zeigt sie, wie Atmung - hierfür sollte man sich 10 Sekunden Zeit nehmen - Durchblutung und Kreislauffunktion geprüft werden. Beherzt packt sie die Puppen-Zunge und macht die Atemwege frei.

Bis zu 70 Milliliter Blut pro Kilo Körpergewicht

Dann ist Booty an der Reihe: In der Leistenbeuge tastet Vörde den Puls. „Ich vergleiche einen Hund mit einem Topf, der ist schnell voll und wieder leer“, beschreibt sie das Blutvolumen eines Hundes, das 60 bis 70 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht betrage. Vörde: „Sie sollten immer Sorge tragen, dass der Hund viel Flüssigkeit zu sich nehmen kann.“

Dann werden Herzmassage und Beatmung gezeigt und von Teilnehmern am Modell geübt. Da Hunde durch Schock oder Angst aggressiv sein könnten und die Eigensicherung Priorität hat, lernen die Teilnehmer, wie eine Maulschlinge angelegt wird.

Dann geht es um praktische Rettungsübungen, Ausrüstungen und weitere Notfälle. Am Ende erntet das Johanniter-Team Applaus und Lob. „Es sind wertvolle Tipps“, meint Iris Beige aus Lünen. Sabine Lagoda (Hamm) lobt die praxisnahen Übungen und das Eingehen auf unterschiedliche Gegebenheiten. „Sehr informativ, praktisch und gut umzusetzen, es ist auf das Wichtigste komprimiert“, so das Fazit von Marion Hummel.

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