95 Jahre Möbel Bäcker: Die Bäckers führen die Geschichte des Lüner Familienunternehmens weiter fort. © Irina Höfken
Möbel Bäcker

Vier Generationen, 95 Jahre: Lüner Möbelgeschäft feiert Jubiläum

Seit 1926 beraten vier Generationen der Familie Bäcker die Lünerinnen und Lüner rund um die Einrichtung ihrer Wohnungen. Wir haben sie gefragt, welches Geheimnis hinter ihrem Erfolg steckt.

Das familiengeführte Unternehmen Möbel Bäcker feiert sein 95-jähriges Jubiläum in Lünen. Seit 1926 beraten vier Generationen der Familie Bäcker die Lünerinnen und Lüner, wenn es um das Verschönern der Wohnung geht. An der Kamener Straße finden Kunden auf 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche über drei Etagen eine Auswahl aus Schlafzimmermöbeln, alles rund ums Wohnzimmer, Mobiliar fürs Esszimmer oder Küchen.

Seit 1997 gibt es die große Filiale von Möbel Bäcker an der Kamener Straße.
Seit 1997 gibt es die große Filiale von Möbel Bäcker an der Kamener Straße. © Irina Höfken © Irina Höfken

95-jähriges Jubiläum: Welches Geheimnis steckt dahinter?

Wie schafft man das, 95 Jahre konkurrenzfähig zu bleiben? Welches Geheimnis steckt dahinter? Das haben wir Geschäftsführer Hans Bäcker und seinen Sohn Hans gefragt. Sie tauschen Blicke aus und schmunzeln: „Man muss dran bleiben, sich bemühen und versuchen, alles für die Kunden zu tun“, sagt der Geschäftsführer. Sein Sohn ergänzt: „Als Familienbetrieb haben wir eine ganz besondere Bindung zu unseren Kunden. Manchmal kommen Kunden, die vor 40 Jahren ihre Küche bei uns gekauft haben und Ersatzteile brauchen. Oft finden wir sie tatsächlich noch.“

Hans Bäcker (56) hat das Geschäft von seinem Vater übernommen und führt die Tradition des Familienunternehmens fort.
Hans Bäcker (56) hat das Geschäft von seinem Vater übernommen und führt die Tradition des Familienunternehmens fort. © Irina Höfken © Irina Höfken

Die Geschichte des Lüner Unternehmens startete aber nicht mit dem Verkauf von Küchen, Möbeln und Co. – sondern mit einer Fahrradwerkstatt. Ab dem 26. Mai 1926 reparierte Urgroßvater Johannes Bäcker Fahrräder in seinem Geschäft in der Bebelstraße im Lüner Süden. Nach dem zweiten Weltkrieg vergrößerte er das Sortiment und zog später an die Jägerstraße: „Bis auf verbotene Sachen hat unsere Familie alles verkauft. Das hatte was von einem Kaufhaus-Charakter“, erzählt sein 56-jähriger Enkel Hans Bäcker. Noch heute haben die Bäckers dort ihre Zweigstelle Magic Home. 1997 entstand ihre Filiale an der Kamener Straße.

Im Lüner Süden sind die Bäckers mit ihrer Zweigstelle
Im Lüner Süden sind die Bäckers mit ihrer Zweigstelle “Magic Home” vertreten. © Irina Höfken © Irina Höfken

In den 70er-Jahren spezialisierte sich der älteste Sohn Hans in der dritten Generation auf den Möbelverkauf und legte damit den Grundstein für die kommenden zwei Generationen – Hans und Hans. Nicht nur der Name wurde jeweils an den ältesten Sohn weiter gegeben, sondern auch das Möbelgeschäft. Obwohl letzteres für die vierte Generation nicht von Anfang an klar war. „Ich habe erst BWL studiert, dann Psychologie. Beides war nicht meins. 2014 habe ich die Ausbildung angefangen und die Möbelfachschule in Köln besucht“, erzählt der 32-Jährige Hans. Sein Bruder Christian fand auch über Umwege ins Unternehmen.

265.500 Familienunternehmen in NRW stehen vor der Übergabe

Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) stehen in den nächsten acht Jahren rund 265.500 Familienunternehmen in NRW vor der Übergabe. Grundlage sind Zahlen aus dem Jahr 2019. Runtergerechnet auf den IHK-Bezirk zu Dortmund, zu dem der Kreis Unna, Hamm und Dortmund zählen, wird das wohl 36.500 familiengeführte Unternehmen betreffen – auch Möbel Bäcker gehört dazu.

„Viele Unternehmen haben Probleme bei der Übergabe und finden keine Nachfolge“, weiß der aktuelle Geschäftsführer Hans Bäcker. Umso erleichterter sei er, dass seine Söhne sich dafür entschieden haben, ins Geschäft einzusteigen und es später übernehmen zu wollen: „Wenn es weiter in der Familie bleibt, ist das die schönste Lösung.“

Hans Bäcker hat seine Ausbildung im Familienbetrieb in Lünen gemacht.
Hans Bäcker hat seine Ausbildung im Familienbetrieb in Lünen gemacht. © Irina Höfken © Irina Höfken

„Solange es eine Möbelbranche gibt, mischen wir mit“

Und wie fühlt sich das an, mit der Familie so eng zusammen zu arbeiten? Grundsätzlich steht fest: Privates und Geschäftliches lässt sich bei den Bäckers gar nicht trennen. Hauptthema ist immer die Arbeit, verrät der 32-Jährige Hans Bäcker. Der Nachteil: Man sei immer erreichbar. Den Vorteil sieht er aber auch ganz klar. Er wisse genau wofür und vor allem für wen er arbeitet: „Für mich und meine Familie.“

Den nächsten runden Geburtstag in fünf Jahren wollen die Bäckers wieder größer feiern: „Das 100-jährige Jubiläum schaffen wir auf jeden Fall. Solange es eine Möbelbranche gibt, mischen wir mit.“

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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