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Apotheken

Vom Papier zum E-Rezept: Apotheken in Lünen und Selm bereiten sich vor

Ab 2022 stellen Arztpraxen das E-Rezept aus. Krankenkassenkarte und Apps speichern die Medikamentendaten. Apotheker Volker Brüning sieht eine lange Übergangsphase vom Papier- zum E-Rezept.

Die Digitalisierung in den Apotheken schreitet weiter voran. Zu Beginn des kommenden Jahres führen auch die Arztpraxen in Lünen und Selm das neue E-Rezept ein. Die Vorbereitungen für die Umstellung laufen bereits. „Bei uns im Kreis Unna sind bereits 99 Prozent aller Vor-Ort-Apotheken für den Anschluss an die notwendige digitale Infrastruktur vorbereitet“, sagt Volker Brüning, Sprecher der Apothekerschaft im Nordkreis Unna. Er führt mehrere Apotheken in Lünen und Selm.

Rezept kann als QR-Code per Smartphone heruntergeladen werden

Ab 2022 stellen Arztpraxen das digitale Rezept aus und legen es auf einem zentralen Speicher ab. Um das Rezept in Form eines QR-Codes per Smartphone herunterzuladen, wird es eine bundeseinheitliche App geben: die E-Rezept-App. Patientinnen und Patienten können diese kostenlos installieren. Mithilfe des QR-Codes auf dem Smartphone lässt sich das Rezept in den Apotheken einlösen.

Das ist aber nicht die einzige Neuerung. Auf der neusten Variante der Gesundheitskarte lassen sich die Rezeptdaten ebenfalls speichern und hinterlegen. „Diese neuen Karten sind aber noch nicht weit verbreitet“, sagt Brüning. Ziel der Digitalisierung soll sein, den Papierverbrauch für Rezepte sowie die Bürokratie zu reduzieren.

Alltag der Patientinnen und Patienten soll sich erleichtern

Gleichzeitig soll sich durch das E-Rezept der Alltag der Patientinnen und Patienten erleichtern. Dafür stehen in der entsprechenden App noch weitere Funktionen zur Verfügung. Sie erinnert beispielsweise daran, die Arzneimittel rechtzeitig einzunehmen. Gleichzeitig erhöhe sich der Datenschutz, denn nur die Apotheken können auf die Daten zugreifen. „Wir können beispielsweise keine von Ärzten gestellten Diagnosen lesen“, führt Brüning aus.

Das E-Rezept steht zusätzlich analog zur Verfügung. „Das ist besonders für ältere und weniger technikaffine Menschen ein Vorteil“, meint Brüning. Hierfür werde einfach der QR-Code in der Arztpraxis ausgedruckt. Wie das alte rosafarbene Rezept kann es dann in der Apotheke abgegeben werden.

Einen schnellen Umstieg auf die digitale Technik werde es aber zu Jahresbeginn nicht geben, vermutet Brüning. „Das E-Rezept wird parallel zu dem bestehenden System eingeführt“, sagt er und ergänzt: „Es wird eine Übergangsphase geben, die mehrere Jahre dauern kann.“

Brüning rechnet damit, dass die Resonanz auf das E-Rezept zunächst verhalten ausfallen wird. „Die Nachfrage wird nur langsam steigen. Die Menschen müssen die Neuheiten erstmal ausprobieren“, sagt er. Die Voraussetzungen dafür sind bereits jetzt geschaffen.

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