Von Wagenhebern und Überbrückungskabeln

LÜNEN Wagenheber, Überbrückungskabel, Abschleppseil: alles schon mal gehört und gesehen. Doch was macht Frau, wenn sie tatsächlich mal mit geplatztem Reifen auf einer dunklen Landstraße stehen bleibt? Oder die Batterie ihres Autos den Geist aufgibt?

von Von Beate Rottgardt

, 18.01.2008, 13:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Solche und ähnliche Fragen spukten wohl auch bei den anderen 15 Frauen im Kopf herum, mit denen RN-Redakteurin Beate Rottgardt am Donnerstagabend im Fahrschulraum von Opel Rüschkamp Platz nahm. Hier ihr Bericht:

Frank Breucker, Leiter der Fahrschule, und Martin Wittmar, Kreisvorsitzender des ACE, freuen sich, dass so viele Frauen bei der Premiere dabei sind. Erst steht ein bisschen Theorie auf dem Programm. Breucker zeigt kurze Filme über Pannen. „Wichtig ist es, die Gefahrenstelle abzusichern, es nutzt nichts, wenn der Reifen gewechselt ist, und Sie dann umgefahren werden“, betont Servicemitarbeiter Mike Florian, der für den praktischen Teil des Abends verantwortlich ist und dazu rät, doch auch mal in die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs zu schauen.

Männer helfen kaum noch

Dass Frauen heute auch über ihr Auto Bescheid wissen sollten – dafür gibt es viele Gründe. Einen spricht eine Teilnehmerin aus: „Es gibt keine Männer mehr, die einem helfen, die fahren einfach vorbei, wenn man eine Panne hat, da kann man noch so nett lächeln.“ Damit ein Reifen am besten erst gar nicht platzt, sollte man regelmäßig den Luftdruck kontrollieren, empfiehlt Fahrlehrer Breucker. Und Wittmar ergänzt: „Ab und zu mal sollte man den Reservereifen überprüfen, damit der im Fall der Fälle auch zu gebrauchen ist.“ Der wichtigste Rat aber ist wohl: „Immer die Ruhe bewahren.“ Leicht gesagt, denke wohl nicht nur ich.

Blick auf die gesamte Auspuffanlage

Dann geht es nach unten, wo Florian schon mal ein Auto per Hebebühne nach oben gefahren hat. So einen Anblick hat man als normaler Autofahrer ja eher selten und es ist schon interessant, mal die gesamte Auspuffanlage und den Kat zu sehen. „Passiert eigentlich etwas, wenn man immer Normalbenzin getankt hat und nun Super?“ will eine Teilnehmerin wissen, deren KAT nach der ersten Super-Begegnung nach zehn Jahren gestunken hat. Florian beruhigt sie: „Das kann schon vorkommen, aber der Motor bringt jetzt mehr Leistung und verbraucht weniger Kraftstoff.“

Reifen wechseln und Glühbirnen austauschen

Nach dem Auto von unten geht es jetzt hinüber in die andere Halle, wo schon vier Auszubildende von Opel Rüschkamp auf die Frauen warten. Jan Schulze-Kökelsum, Sebastian Gössing, Pascal Leißner aus dem Service und Christina Zimmermann aus dem kaufmännischen Bereich haben drei Autos vorbereitet, an denen wir jetzt lernen sollen, wie ein Reifenwechsel klappt, was man beim Überbrücken der leeren Batterie und beim Wechsel von Glühbirnen beachten sollte.

Wagenheber nicht für Dauerbetrieb geeignet

Dass der Wagenheber nicht für Dauerbetrieb geeignet ist, macht Florian deutlich: „Nach dreimaligem Radwechsel kann man ihn wahrscheinlich entsorgen.“ Dann geht´s ans Eingemachte. Gössing zeigt, wie und auch wann man die Radmuttern lösen sollte und schärft uns ein, dass man das Auto vor dem Wegrollen mit Handbremse (für die Vorderräder) und dem Einlegen des ersten Gangs (für die Hinterräder) sichern muss. „Wichtig ist, nach dem Reifenwechsel eine Fachwerkstatt aufzusuchen, die sich die Reifen ansieht und gegebenenfalls noch mal alles festzieht“, so der Azubi.

Bessere Reifen nach hinten

Und ganz nebenbei erfahren wir auch, dass man die besseren Reifen hinten montieren sollte – egal, ob das Auto Vorder- oder Hinterantrieb hat. „Die Hinterachse hält die Spur des Fahrzeugs“, betont Florian und demonstriert mit einem Modellauto, was bei Aquaplaning passiert, wenn die besseren Reifen nicht hinten drauf sind – das Auto dreht sich sofort. Eine Demo, die im Gedächtnis bleibt.

Überbrückungskabel

Am größeren Fahrzeug erfahren wir, dass man im Auto am besten auch Ersatzbirnen und eine Taschenlampe haben sollte. „Sicherheit sollte immer im Vordergrund stehen.“ Auch beim Überbrückungskabel, bei dem die schwarzen Minus-Klemmen auf keinen Fall an die Batterien gehören, sonst gibt´s wegen des Knallgases die Gefahr, dass gleich leere und volle Batterie zerstört werden. Auch das Abschleppen ist – zumindest theoretisch – für uns jetzt kein Problem mehr. Denn jetzt wissen wir, wo wir Abschleppstange oder Seil anbringen und auch, dass die Schraube, an der beide befestigt werden, links herum eingeschraubt werden muss. Und außerdem gibt´s das Versprechen von Florian, dass wir jederzeit mit unserem eigenen Auto bei Opel Rüschkamp vorbei kommen und Fragen stellen können.

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