Verwirrung um „Welt am Sonntag“-Artikel über Gewalt in Lüner Freibädern - das ist dran

mlzGewalt in Freibädern

In Zusammenhang mit steigender Gewalt in Deutschlands Freibädern wurde von Übergriffen in einem Lüner Freibad berichtet. Wir haben nachgeforscht - mit einem überraschenden Ergebnis.

Lünen

, 18.07.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der jüngsten Vergangenheit wurde vermehrt über die steigende Gewalt in Freibädern berichtet. Dort ist sowohl von verbalen Auseinandersetzungen und steigender Respektlosigkeit gegenüber Badpersonal als auch von tätlichen Angriffen die Rede.

Der Westen berichtet in seinem Artikel vom 16. Juli: „Gewalt in Freibädern: Politiker hat irren Plan – wäre er auch in NRW umsetzbar?“ über mögliche Problemlösungen. Auch die Welt am Sonntag hatte am 7. Juli über die steigende Gewalt in Freibädern berichtet. In dem Artikel: „Wird das Freibad bald zur No-Go-Area?“ geht es um die Entwicklung der letzten Jahre und darum, wie sich die Situation in deutschen Freibädern immer häufiger zuspitzt. Außerdem wird nach Schuldigen gesucht und darüber diskutiert, wie man der Lage wieder Herr werden kann.

Keine Gewalt in Lüner Freibädern

In diesem Zusammenhang wurde in der Welt am Sonntag auch Lünen als Tatort genannt: „In Bielefeld, Werl und Lünen wurden mal Gäste krankenhausreif geschlagen, mal Bademeister gejagt.“

In den Sozialen Medien kam daraufhin die Frage auf, warum in Lünen nicht über einen solchen Vorfall berichtet wurde. Eine ausgiebige Recherche ergab: es gab keinen solchen Vorfall in einem Lüner Freibad.

Bädern ist kein Vorfall bekannt

Jasmin Teuteberg ist Pressesprecherin der Stadtwerke Lünen, zu denen die Bädergesellschaft Lünen gehört. Sie gab gegenüber der Redaktion an, dass es keinen Vorfall im Freibad am Cappenberger See gegeben hätte. Die Respektlosigkeit gegenüber Ordnung- und Badpersonal sei jedoch in den vergangenen Jahren gewachsen, vor allem von seiten von Jugendlichen.

Auch Paul Jahnke, Vorsitzender des Trägervereins des Brambauer Freibads, sagte, dass es in Brambauer keine höhere Gewaltbereitschaft gebe und ihm kein Vorfall, wie im Artikel erwähnt wurde, bekannt sei.

Die Pressesprecherin der Polizei Dortmund, Nina Kupferschmidt, äußerte sich ähnlich: „Ich konnte dazu nichts finden. Auch habe ich mit dem Wachleiter gesprochen, aber er wusste ebenfalls nichts über einen Vorfall in einem Lüner Freibad. Wenn es so eine Situation gegeben hätte, hätten wir das mitbekommen.“

Welt am Sonntag mit Korrekturhinweis

Mittlerweile hat die Welt am Sonntag dem Artikel einen Hinweis hinzugefügt. Unterhalb des Artikels, in dem steht, dass Lünen einer von den Tatorten sein soll, an dem ein Gewalt-Vorfall stattgefunden hat, steht nun der Hinweis: „In einer früheren Version dieses Artikels schrieben wir, auch in einem Bad in Lünen

sei es zu Übergriffen gekommen. Tatsächlich wurde dort aber nur über zunehmende Respektlosigkeit junger Besucher geklagt.“

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