Warnstreik in Lünen: Mindestens drei Kitas bleiben geschlossen

mlzStadtverwaltung

Die Stadt Lünen bereitet sich auf den Warnstreik der Gewerkschaft Verdi vor. Vor allem die Kitas könnte es hart treffen. Von christlich-demokratischer Seite gibt es Unterstützung für den Streik.

Lünen

, 30.09.2020, 13:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag (1. Oktober) angekündigt, die Stadtverwaltung Lünen sowie die Sparkasse an der Lippe zu bestreiken. Einen entsprechenden Aufruf hatte Verdi am Dienstag an die rund 800 Tarifbeschäftigten der Stadtverwaltung und des Eigenbetriebs ZGL (Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen) verschickt. Laut städtischer Pressestelle sind etwa 240 Beamtinnen und Beamte bei der Stadt beschäftigt, sie haben kein gesetzlich festgelegtes Streikrecht.

Michael Kuzniarek, Fachbereichsleiter für Personal bei der Stadt Lünen, sagte am Mittwochmorgen: „Wir versuchen, die Ausfälle im Rahmen der Streiks aufzufangen, aber das geht nicht in vollem Umfang. Es wird zu Einschränkungen kommen. Dafür bitten wir die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.“

Auswirkungen werde der Streik vor allem auf die städtischen Kindertagesstätten haben. „Hier ist davon auszugehen, dass es aufgrund des Streiks zu Personalengpässen kommen wird“, so die Stadtverwaltung. Das bedeutet: „Entweder können die Kinder nur eingeschränkt betreut werden oder die Kita muss geschlossen bleiben.“

Alle Eltern würden am Mittwoch (30. September) beim Abholen der Kinder informiert und auf den Warnstreik hingewiesen und gebeten, ihre Kinder in Eigenregie zu betreuen. „Fest steht bereits, dass die Kitas Viktoriastraße und Steinstraße aufgrund des Streiks geschlossen sein werden.“ Am Nachmittag ergänzte Stadtsprecher Benedikt Spangardt: „Auch die Kita Marktgasse wird geschlossen bleiben.“

Längere Wartezeiten beim Bürgerbüro

In den Schulen kann es laut Stadt in den Sekretariaten zu Einschränkungen kommen. Aber: „Der OGS-Betrieb kann voraussichtlich aufrechterhalten werden.“

Das Bürgerbüro werde hingegen alle Termine anbieten können, da in der Corona-Zeit ohnehin ein generell geringeres Terminaufkommen möglich ist. „Es kann lediglich zu etwas längeren Wartezeiten kommen. Die Terminkunden des Bürgerbüros haben wir, sofern Kontaktdaten vorliegen, darüber informiert“, erklärt Fachbereichsleiter Kuzniarek.

Geschlossen bleiben die Halte-Stellen sowie das Bürgerzentrum Gahmen. Das Museum der Stadt Lünen bleibt geöffnet, ebenso die Musikschule und die Stadtbücherei. An der Volkshochschule ist im Kursbetrieb voraussichtlich nicht mit Einschränkungen zu rechnen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert vor der nächsten Verhandlungsrunde mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) eine Lohnerhöhung für alle Tarfibeschäftigten um 4,8 Prozent, mindestens jedoch 150 Euro im Monat. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Außerdem fordert die Gewerkschaft, Praktikanten und Azubis besser zu bezahlen und die Gehälter zwischen Beschäftigten in Ost- und Westdeutschland anzugleichen.

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CDA kritisiert „Beleidigung der Arbeitnehmer“

Der Stadtverband Lünen der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft Deutschlands (CDA) hat unterdessen der Gewerkschaft sowie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern des öffentlichen Dienstes seine „uneingeschränkte Solidarität“ ausgesprochen. In einer Stellungnahme erklärte Stadtverbandschef Toni Schneider: „An dieser Stelle möchten wir betonen, wie ungerecht und mehr als unangemessen wir die pauschale Vorverurteilung der streikenden Arbeitnehmer bewerten, denen nachgesagt wird, sie würden die aktuelle Situation der Corona-Pandemie zu ihrem Vorteil ausnutzen, da sie sich in einer ,guten‘ Verhandlungsposition befänden.“

Die Pandemie zeige vielmehr, welch unverzichtbare Bestandteile unserer Gesellschaft die hart arbeitenden Menschen des öffentlichen Dienstes sind. „Die aktuelle Situation als eine gute Verhandlungsposition zu bezeichnen, ist nahezu eine Beleidigung derer, die sich täglich in den Dienst der Bürger ihrer Kommunen stellen“, so Schneider. Die CDA unterstütze die Forderungen der Arbeitnehmerseite „vollumfänglich“.

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