Warum Obstanbau kein Hexenwerk ist - und wie eine Website bei der Ernte hilft

mlzSerie „Das Gartenjahr“

Obst im eigenen Garten anbauen: ja oder nein? Was bis vor wenigen Jahrzehnten selbstverständlich war, wird heute hauptsächlich mit viel Arbeit in Verbindung gebracht. Schade eigentlich.

von Neil Saad

Lünen

, 27.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Gartenbesitzer zögern bei der Entscheidung pro oder contra des eigenen Obstbaums vor allem aus Angst, bei der Pflege Fehler zu begehen. Dabei sind Obstbäume pflanzen und Obstbäume pflegen kein Hexenwerk. Dagegen ist der Genuss der frischen Früchte nach der eigenen Obsternte eine besondere Belohnung.

Welches Obst eignet sich für den Garten?

Vorrangig sind in den hiesigen Gärten die klassischen Obstgattungen verbreitet: Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume sowie verschiedene Beeren. Dabei haben die Genannten eine historische Tradition, die Jahrhunderte zurück reicht. Angepasst an das mitteleuropäische Klima wachsen Apfelbäume & Co. an den meisten Standorten problemlos und erreichen ein hohes Alter.

Zudem bieten Obstbäume für die heimische Tierwelt einen hohen Mehrwert. Die frühen Apfelblüten liefern wertvolle Pollen für Insekten, Früchte dienen im Sommer und im Herbst als Nahrung für Vögel.

Jedoch zählt im eigenen Garten der Mensch. Seine Vorlieben müssen in der Auswahl des richtigen Obstbaums Berücksichtigung finden. Wer beispielsweise Äpfel mag, für den ist die Pflanzung verschiedener Apfelsorten empfehlenswert. Dadurch dehnt sich die Erntedauer und es steht länger frisches, eigenes Obst zur Verfügung. Gleiches gilt für Beerensträucher. Eine kleine Obstreihe aus Johannisbeersträuchern, Blaubeeren und Himbeeren liefert den gesamten Sommer frische Früchte. Unterpflanzt mit Erdbeeren gibt es während der warmen Tage kaum noch Lücken im Erntekalender.

Vorsicht bei der Ernte

Dabei ist es wichtig, die anfallenden Erntemengen zu berücksichtigen. Häufiges Argument gegen Obstbäume ist nicht geerntetes, faulendes Obst, das sich im Garten ansammelt. Zwar dient dieses als wertvolle Nahrung für tierische Gartenbesucher, mindert aber nicht den ästhetischen Wohlfühlfaktor im Garten. Zudem gibt es Jahre, in denen hohe Erträge anfallen. Mehr als der Haushalt verzehren kann.

Wer nicht an erfreute Angehörige und Freunde verschenkt, für den bleibt die Verarbeitung. Einkochen, Marmelade, Backen - hier fühlen sich Besitzer von Obstbäumen häufig zeitlich überfordert. Abhilfe schaffen Webseiten wie mundraub.org. Dort finden Besitzer von zu viel Obst Ernteteiler.

Einen Obstbaum pflanzen

Einen Obstbaum pflanzen kann jeder Hobbygärtner ohne professionelle Hilfe. Zunächst ist bei Obstbäumen die Auswahl der richtigen Wuchsform entscheidend. Dabei lohnt eine umfassende Beratung in der örtlichen Baumschule.

In Hausgärten sind vor allem schwachwüchsige Obstbäume, sogenannte Obstbüsche und Obstsäulen mit einer Endhöhe bis vier Meter gängig. Dagegen stehen auf Obstwiesen hauptsächlich starkwüchsige Obsthochstämme und Obsthalbstämme.

Einen Obstbaum pflanzen können Gärtner am besten im Herbst. Ab Anfang November verlieren die Bäume ihr Laub. Sie gehen in die Winterruhe. Dadurch ist die Verpflanzung ohne Schwierigkeiten möglich. Zudem enthält der Boden zu Beginn des Herbstes noch ausreichend Wärme die das erste Wurzelwachstum anregt.

Die Pflege von Obstbäumen

Bei der Pflanzung erhält der Obstbaum einen Pflanzschnitt. Dieser unterstützt den Baum beim Anwachsen am neuen Standort. Danach ist regelmäßiges Schneiden wichtig. Diese Schnittmaßnahmen sind die einzige fachliche Arbeit, die notwendig ist.

Regelmäßige Pflege erhält den Baum vital und seine Langlebigkeit. Der beste Zeitpunkt für die Schnittmaßnahmen ist im Winter. Der Monat Februar eignet sich ideal. Allerdings unterscheidet sich der Obstbaumschnitt vom Schneiden von Zierpflanzen. Durch einen falschen Schnitt leiden die Pflanze und der Ertrag. Deshalb bieten gute Baumschulen in den Wintermonaten Schnittkurse an.

Über den Autor

Neil Saâd, Jahrgang 1981, ist gelernter Kaufmann und Hobbygärtner. Mit seiner Frau und seiner Tochter lebt er seit 2013 als Haus- und Gartenbesitzer an der Dortmunder Stadtgrenze. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er in dieser Serie über sein Leben zwischen Familie, Beruf und Garten.
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