Warum Radfahrer in Brambauer gezwungen werden, zu Fußgängern zu werden

mlzHufnagel-Kreuzung

Die Kreuzung von Königsheide, Waltroper Straße, Mengeder Straße und Brechtener Straße im Stadtteil Brambauer zu überqueren, kann für Radfahrer lebensgefährlich werden, klagt ein Ehepaar.

von Antonia Gutzmann

Brambauer

, 07.10.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Kreuzung und die Probleme für Radfahrer hier sind nichts Neues. „Ich fahre jeden Tag über diese Kreuzung und es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht von Autofahrern abgedrängt, beschimpft oder ausgebremst werde“, sagt Petra Medzich, die mit ihrem Mann schon lange in Brambauer wohnt. Es werde ihr oft von Autofahrern gesagt, sie solle doch einfach wie alle Radfahrer die Fußgängerampel nutzen.

„Um die Kreuzung als Radfahrer sicher und nach der Straßenverkehrsordnung zu überqueren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder nutzt man die Fußgängerampel, bei der man allerdings absteigen und schieben müsste, oder man teilt sich die Straße mit den Autos.“ Letzteres sei allerdings nicht unbedingt sicher.

„Auf der Fußgängerampel ist leider keine Streuscheibe für Radfahrer, sondern lediglich für Fußgänger. Steigt man nicht ab, sondern fährt, hat man bei einem Unfall eine Teilschuld“, erklärt Andre Medzich. Außerdem koste das Radfahren auf Gehwegen 35 Euro, so stehe es in dem Heft zu Rechtsfragen des ADFC. Eine verzwickte Lage.

Günstige Lösung möglich

Dabei würde eine Lösung nicht unbedingt viel kosten, sagen die Medzichs. Man müsse nur die Bordsteine an den jeweiligen Enden der Fahrradwege absenken. So könnten die Radfahrer vor den Autos warten. „Damit würde das Risiko, dass Autofahrer die Radfahrer beim Rechtsabbiegen übersehen auch minimiert. Platz genug wäre auch da“, so Andre Medzich. So geregelte Kreuzungen gebe es in Lünen bereits, beispielsweise an der Moltkestraße.

2015 habe es bereits ein Treffen vor Ort mit Vertretern der Stadt gegeben, sagen die beiden. „Damals versprach man uns quasi, dass sich bald etwas ändern würde“, so Petra Medzich. Allerdings sei seit dem Treffen nichts an der Kreuzung passiert. Auf eine Nachfrage seitens der Medzichs habe die Stadt nicht reagiert. Und:

„Leider ist diese Kreuzung nicht die einzige in Lünen, bei der es keine wirkliche Lösung für Radfahrer gibt. Die Kreuzung Reichsweg, Königsheide und Lenaustraße weise das gleiche Problem auf.

Allerdings seien nicht nur viele Kreuzungen in Lünen für Radfahrer problematisch. „Fährt man die Waltroperstraße entlang aus Brambauer raus und am Allegro vorbei, endet der Radweg auf einmal und man fährt auf der Straße. Man hat wegen des Bordsteins und dem Grünstreifen kaum eine Möglichkeit, die Straße zu verlassen.“ Auch sehen die Medzichs vor allem für Radfahrer, die nicht ortskundig sind, kaum eine Ausweichmöglichkeit für die Hauptstraßen. „Diese sind als offizielle Radwege ausgewiesen und werden deswegen von den Navis auch als solche angezeigt.“

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