Was am Bahnhof alles nicht in Ordnung ist

Ortstermin

Die Außenfassade des Lüner Bahnhofs wirkt einladend, doch auch sie kann nicht die gravierenden Probleme kaschieren, die sich Pendlern im Inneren täglich offenbaren. Um eine Analyse der Schwachstellen vorzunehmen, gab es am Dienstag eine Begehung.

LÜNEN

von Von Matthias Mischo

, 26.10.2011, 07:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kriminalhauptkommissar Detlef Burkhardt, Annette Goebel (r.), Koordinatorin für Altenarbeit und Eleonore Köth-Feige, Vorsitzende des Seniorenbeirats, bei der Schwachstellenanalyse: Gerade die Höhenunterschiede im Bahnhof  machen Menschen mit Handicap zu schaffen.

Kriminalhauptkommissar Detlef Burkhardt, Annette Goebel (r.), Koordinatorin für Altenarbeit und Eleonore Köth-Feige, Vorsitzende des Seniorenbeirats, bei der Schwachstellenanalyse: Gerade die Höhenunterschiede im Bahnhof machen Menschen mit Handicap zu schaffen.

„Älteren Menschen und Menschen mit Behinderung wird hier ein Stück Lebensqualität genommen“, so das ernüchternde Fazit von Köth-Feige. Denn abgesehen von Äußerlichkeiten wie abplatzendem Putz werden Pendlern mit Handicap zentrale Anliegen erschwert: das Erreichen der Züge in die eine Richtung und das Verlassen des Gebäudes in die andere. Grund dafür: Der Fahrstuhl hinauf zu Gleis 1 und 2 ist derzeit außer Betrieb – Mütter mit Kinderwägen sind hier auf freundliche Hilfe beim Tragen angewiesen, Rollstuhlfahrer aufgeschmissen. Wer auf Gleis 3 und 4 möchte, kann über eine Sprechanlage Unterstützung von der Radstation anfordern, allerdings nur zu deren Öffnungszeiten: montags bis freitags von 6.30 bis 19.30 Uhr, samstags von 8.30 bis 15 Uhr, sonntags ist geschlossen. „Wer vorher weiß, dass er die Rampe außerhalb dieser Zeiten nutzen muss, kann sich an die Deutsche Bahn wenden“, sagt der Chef der Station, Peter Winkler. Auf spontane Nutzungen oder Hilfe in Eile können Menschen mit Behinderung dennoch wohl nicht hoffen. Im schlimmsten Fall ist das Bahnhofsgebäude für sie also schon Endstation.

Für verbesserungswürdig hält Burkhardt auch die Abläufe zur Nutzung der verschlossenen Toiletten. Schlüssel sind zwar in der Bäckerei Kanne und der Radstation hinterlegt, sie werden jedoch nur gegen Pfand (Personalausweis) ausgehändigt. Wer das nicht weiß, weicht schnell in naheliegende Büsche aus. Zu dieser Gruppe gehören, wie die Begehung zeigte, nicht nur Pendler, sondern auch Sicherheitspersonal der DB. Die Stellungnahme des Kommissars wird der Stadt und der DB als Betreiber vorgelegt. Für den Bahnhof Preußen, den Burkhardt bereits im vergangenen Winter analysierte, wurde eine Beseitigung der Mängel ab 2012 angekündigt. Auf eine ähnliche Zusage hoffen Goebel und Köth-Feige nun auch für den Lüner Bahnhof.

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