Was sich 2017 am Lüner Weihnachtsmarkt ändert

Nach Kritik

Vorfreude auf den Weihnachtsmarkt – einen Tag nach Herbstanfang? Bei der Stadtverwaltung und den Schaustellern auf jeden Fall. Nach viel Kritik gibt es nun neue Ansätze. Einheitlicher, schöner, heller soll es in diesem Jahr werden. So sind die Ausgaben der Stadt in diesem Jahr stark gewachsen - trotz neuer Sponsoren.

LÜNEN

, 23.09.2017, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der zweijährige Ferdinand aus Stuttgart betrachtet am Dienstag (22.11.2011) interessiert die Produktion von Herrnhuter Sternen bei einem Besuch der Schauwerkstatt der Herrnhuter Stern GmbH in Herrnhut. Die ostsächsische Manufaktur in der Oberlausitz stellt Sterne mit 17 viereckigen und 8 dreieckigen Zacken aus Papier und Kunststoff her. (Zu lsn-KORR "Strahlkraft - Herrnhuter Sterne ziehen mehr Besuchen an") Foto: Arno Burgi dpa/lsn  +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Der zweijährige Ferdinand aus Stuttgart betrachtet am Dienstag (22.11.2011) interessiert die Produktion von Herrnhuter Sternen bei einem Besuch der Schauwerkstatt der Herrnhuter Stern GmbH in Herrnhut. Die ostsächsische Manufaktur in der Oberlausitz stellt Sterne mit 17 viereckigen und 8 dreieckigen Zacken aus Papier und Kunststoff her. (Zu lsn-KORR "Strahlkraft - Herrnhuter Sterne ziehen mehr Besuchen an") Foto: Arno Burgi dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Es hatte Kritik gehagelt nach dem Weihnachtsmarkt 2016. Das bestätigte auch eine große Umfrage unserer Redaktion. Im April schließlich gründete sich ein Arbeitskreis, um Machbares auszuloten. Nun, im September, ist man offenbar vorangekommen. Und freut sich, weil die Lüner offenbar bereit sind mitzumachen, statt nur zu meckern.

Diesen Eindruck haben jedenfalls der 1. Beigeordnete Horst Müller-Baß und Kulturamtsleiter Uwe Wortmann. Und auch die Schausteller glauben an eine Wende. „Ich bin sehr optimistisch, da passiert eine Menge jetzt“, sagt zum Beispiel Artur Küchenmeister, der seit Jahrzehnten beim Lüner Weihnachtsmarkt dabei ist. Gespräche mit der Stadt seien sehr konstruktiv verlaufen, sagt Küchenmeister.

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Maßgefertigte Sterne zur Dekoration

Vorbehaltlich der politischen Beschlüsse am 4. Oktober im zuständigen Ausschuss sieht es jetzt so aus: Eine große Anzahl sogenannter Herrnhuter Sterne soll die Sternengasse zu einem echten Hingucker machen. Knapp 1,40 Meter im Durchmesser haben die Sterne. WBL sei gerade dabei, eine handgefertigte Halterung aus Edelstahl zu fertigen. 250 Euro kostet so ein Stern.

Auf den Aufruf, eine Patenschaft für einen Tannenbaum zu übernehmen und diesen zu schmücken, haben sich bisher 15 Baumpaten gemeldet, Einzelpersonen, Gruppen und Vereine. Uwe Wortmann hofft noch auf den ein oder anderen: „24, so viele Türen wie ein Adventskalender hat, wären toll, dann könnten wir auch die Bereiche, in denen keine Hütten stehen können, schön dekorieren“, sagt er. Insgesamt geht er von insgesamt 40 bis 45 Hütten aus; so viele wie in den Vorjahren, außer im Baustellenjahr.

Stärkere Gestaltungsvorgaben für die Stände

Die Hütten sollen schöner werden als bisher - und einheitlicher: Zwar habe es auch bisher schon Gestaltungsvorgaben gegeben, aber die seien nur mäßig eingehalten worden, so Wortmann. Jetzt sei sogar aus den Reihen der Händler selbst der Wunsch nach einheitlicheren Standards gekommen. Das bestätigt Artur Küchenmeister und freut sich darüber. „Weihnachtliches Ambiente ist das A und O“, sagt Müller-Baß, „das haben die Leute vermisst“.

Die Stadt will außerdem zehn Hütten selbst anmieten, um sie dann weiter zu vermieten. „Die Hütten können dann tage- oder auch wochenweise gemietet werden“, sagt Wortmann. Es gebe so viele kreative Menschen in der Stadt, sagt Müller-Baß, das könne man jedes Jahr zum Beispiel beim Weihnachtsbasar im Hansesaal sehen. Dieses Modell habe auch für Weihnachtsmarktbesucher den Vorteil, dass das Angebot ständig wechsle.

Am Tobiaspark soll es einen drehbaren Weihnachtsbaum geben. „Eine private Initiative“, sagt Wortmann. Derzeit sei man wohl dabei, die Statik des Stahlgestells, das mit Nadelbäumen bestück werden soll, zu berechnen.

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Zuschuss der Stadt ist mehr als doppelt so hoch

Insgesamt rechnet man bei der Stadt mit einem Zuschuss von rund 50.000 Euro in diesem Jahr. Bis er waren es im Schnitt 15.000 bis 20.000. In den 50.000 stecken viele Investitionen, die dem Markt auch in den nächsten Jahren zugutekommen.

Dass es nicht mehr wird, ist Sponsoren wie den Volksbanken, Aurubis, WBG, WBL und Bauverein zu verdanken, die alle zum ersten Mal aktiv dabei seien, so die Stadt. Öffnen wird der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr voraussichtlich entgegen bisheriger Praxis bereits am Mittwoch oder Donnerstag vor Totensonntag. Der Grund: Man will das Wochenende mitnehmen, weil die Adventszeit kurz ist: Der vierte Advent fällt auf Heiligabend.

Interessenten für eine Baumpatenschaft können sich unter der Telefonnummer 02306/1042444 melden.

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