Ob der Schriftzug „Wasserstoff“ zukünftig auch an vielen größeren Pipelines in der Region zu lesen sein wird, ist noch unklar. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wasserstoffregion Lünen: Kritik hören, aber Innovation zulassen

Wasserstoff als Energieträger der Zukunft ist ein gern genutztes Schlagwort. Dabei gibt es berechtigte Zweifel an der Technik. Eine Förderung ist dennoch sinnvoll und wichtig, findet unser Autor.

Unter anderem das Projekt „H2 Power Ruhr-Ost“ möchte Lünen für eine Förderung beim „5-Standorte-Programm“ anmelden. Als Energieträger der Zukunft gilt Wasserstoff, weil sowohl bei Herstellung als auch Nutzung im Optimalfall keine Treibhausgase ausgestoßen werden. Etwa, wenn er mit erneuerbaren Energien aus Wasser gewonnen und bei der Verbrennung wieder zu Wasser umgewandelt wird.

Gleichwohl reißen Bedenken und Kritik an der Technik nicht ab. Denn mit der Herstellung und Verbrennung ist es nicht getan. Transport, Umfüllung und nicht zuletzt auch Lagerung stellen Industrie und auch Autohersteller vor vielfältige Probleme.

Trotz Kritik auf Wasserstoff setzen

Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch Akkutechnik und E-Mobilität. Ob Wasserstoff sich also als Ersatz für das Benzin im Auto, dem Bus oder Lkw entwickeln kann, ist bis heute ausgesprochen fraglich.

Lünen sollte trotzdem auf Wasserstoff setzen, es zumindest versuchen. Denn der kann auch anderweitig als Energieträger verwendet werden. Zum Beispiel als „Zwischenspeicher“ für überschüssigen Strom aus regenerativen Energien. Und Strom wird auch in Zukunft ohne Zweifel gebraucht werden.

Ein kritischer Blick auf Wasserstoff ist richtig, als Totgeburt abstempeln sollte man die Technik aber auf keinen Fall. Und die darf gerne auch aus Lünen kommen und vor Ort für neue Arbeitsplätze sorgen.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus