Hans-Jürgen (2.v.r.) und Sylvia Willfroth (r.) legen die Zukunft von Zweirad Mönninghoff in andere Hände: Ab 1. Dezember übernehmen Romuald und Maureen Tichawski (auf dem Foto mit Tochter Luna) das Geschäft. © Quiring-Lategahn
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Wechsel bei Zweirad Mönninghoff in Lünen: Neuer Chef hat neue Pläne

Einer neuen Zukunft rollt Zweirad Mönnighoff entgegen: Nach 53 Jahren hört Hans-Jürgen Willfroth auf und gibt die Verantwortung an Romuald Tichawski ab. Der will vergrößern und verändern.

Romuald Tichawski (46) ist in Lünen schon allein optisch bekannt. Seine Haare stehen in Zacken nach oben. Damit das gelingt, verbringt er morgens 25 Minuten im Bad. Schon als Lehrling hat der Mann mit dem Spitznamen „Nummer 10“ bei Zweirad Mönnighoff an der Marktstraße 22 begonnen, am 1. Dezember wird er dort Chef. Er tritt in die Fußstapfen von Hans-Jürgen Willforth (67), der sich nach 53 Jahren aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand verabschiedet.

Das Fahrrad boomt. Besonders E-Bikes sind gefragt. In Corona-Zeiten erlebt die Branche einen Schub. Hans-Jürgen Willfroth spricht von 40 Prozent mehr Umsatz in diesem Jahr, es gebe schon viele Vorbestellungen für Räder, die erst im März 2021 geliefert werden könnten.

Es läuft im Fahrradgeschäft

Das Fahrrad erlebte im Laufe der Zeit einen Wandel. Wer früher mit dem Rad zur Arbeit fuhr, konnte sich kein Auto leisten. Später wurde es ein Freizeitprodukt. Das ist es bis heute, aber zunehmend auch ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Es läuft also im Fahrradgeschäft. Kein schlechter Zeitpunkt für eine Übernahme. Dass ein ehemaliger Auszubildender Chef wird, ist quasi die Wiederholung der Geschichte: Denn auch Hans-Jürgen Willfroth hatte als Lehrling begonnen und 1993 dann das Geschäft übernommen. Seine Frau Sylvia (65) ist seit 27 Jahren dort an seiner Seite.

Romuald Tichawski hat Zukunftspläne. Die Fahrrad-Werkstatt will er im nächsten Jahr von der Markstraße an die Bäckerstraße verlagern und dazu dort neue Räume anmieten. Dann kann der Verkaufsraum im Geschäft größer werden. Vier der 17 Mitarbeiter sind in der Werkstatt beschäftigt, dort bekommen Kunden momentan erst in fünf bis sechs Wochen einen Termin. Das liege einerseits an der großen Nachfrage, aber auch daran, dass Mitarbeiter erkrankt seien. Ansonsten wolle er die Arbeit von Hans-Jürgen Willfroth fortsetzen.

Wenig Zeit zum Radfahren

Der hatte bisher wenig Zeit zum Radfahren. Das soll sich ändern. Aus Fitnessgrünen nutzt der 67-Jährige lieber ein normales Fahrrad als ein E-Bike. Mit dem Rad nach Santiago de Compostela, das wäre noch ein Traum. Er freut sich aber auch auf mehr Zeit mit seinen drei Enkelkindern.

Zweirad Mönnighoff wurde 1923 von Paul und Hermine Mönnighoff gegründet und später von Günther Mönnighoff übernommen. Bis Hans-Jürgen Willfroth einstieg. Sieben Tage die Woche im Geschäft, das ist Alltag für die Willfroths. Am 1. Dezember wird sich das ändern. Sylvia Willfroth freut sich auf Freunde, Familie, und alles mal in Ruhe genießen zu können. Beide wissen ihr Lebenswerk bei Romuald und Maureen (37) Tichawski in guten Händen. „Wir wollen uns bei allen Kunden bedanken“, sagt Sylvia Willfroth.

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Redaktion Lünen
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Magdalene Quiring-Lategahn

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