Wegen Corona-Krise: Festival Junges Theater fällt in diesem Jahr aus

mlzIm Juni geplant

Die Gerüchte gab es schon länger. Seit Dienstag (12.5.) ist es nun bestätigt: Das Festival Junges Theater wird in diesem Juni nicht stattfinden. Schuld sind die Auflagen der Corona-Krise.

Lünen

, 13.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wäre ausgerechnet die 13. Auflage des erfolgreichen und beliebten „Festivals Junges Theater“, die vom 17. bis 24. Juni auf der Bühne des Lüner Heinz-Hilpert-Theaters hätte stattfinden sollen. Angemeldet hatten sich dafür neun Theatergruppen aus Lünen, Bergkamen, Werne und Hamm.

Doch die Auflagen und Maßnahmen wegen Corona machen den Veranstaltern vom Förderverein Theater Lünen und den Festivalleitern einen dicken Strich durch die Rechnung. Fördervereins-Vorsitzender Jürgen Larys teilte am Dienstagmittag (12.5.) nun mit, dass das Festival nicht stattfinden kann wie geplant.

Alle Gruppen kommen aus dem schulischen Bereich

„Ein bis heute gültiger Erlass des Schulministeriums vom 24. März 2020 verbietet explizit ,Schulfahrten und Schulveranstaltungen an außerschulischen Lernorten‘ bis zum Ende des Schuljahres. Das Heinz-Hilpert-Theater oder auch jeder andere Veranstaltungsort wäre ein solcher außerschulischer Ort“, so Larys.

Alle Theatergruppen, die sich zum Festival 2020 angemeldet hatten, kommen aber aus dem schulischen Bereich. Außerdem waren bis heute aufgrund der Kontaktbeschränkungen keine Proben möglich. Möglicherweise wären Theaterproben in den nächsten Wochen unter strengen Auflagen wieder denkbar, aber es ist unwahrscheinlich, dass die meisten Inszenierungen bis zum Festival tatsächlich fertig werden.

Jürgen Larys, Vorsitzender des Fördervereins Theater Lünen, (hier bei der Verleihung des Lüner Kulturpreises) bedauert, dass das Festival abgesagt werden muss.

Jürgen Larys, Vorsitzender des Fördervereins Theater Lünen, (hier bei der Verleihung des Lüner Kulturpreises) bedauert, dass das Festival abgesagt werden muss. © Blaszczyk (A)

Zudem, so Larys, dürfte bei den meisten Gruppen die Priorität gerade nicht auf Theaterproben liegen. In Zeiten, in denen die schulische Grundversorgung gerade neu organisiert werden müsse.

Auch das theaterpädagogische Begleitprogramm, das einen wichtigen Teil des Festivals ausmacht, kann kaum realisiert werden. Dazu gehören normalerweise Probenbesuche der Festivalleitung um Schauspielerin und Theaterpädagogin Susanne Hocke und auch der Austausch zwischen den Gruppen.

Die Festivalleitung hatte den Gruppen angeboten, das Festival trotzdem weiter leben zu lassen. Beispielsweise durch eine virtuelle Dokumentation, wenn die Projekte trotz der Schwierigkeiten doch beendet werden können. Larys: „Die Spielleiter haben bisher auf dieses Angebot jedoch eher verhalten reagiert, denn auch hier gilt wohl, dass die schulischen Prioritäten augenblicklich anders gelagert sind.“

Viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitung gesteckt

Natürlich stehe den Gruppen aus Lünen und der Region, die sich bisher angemeldet haben, frei, ihre Inszenierungen beim Festival 2021 zeigen. Teilweise handele es sich jedoch um Literaturkurse, die in der derzeitigen Zusammensetzung jedoch im nächsten Schuljahr gar nicht mehr zusammen sein werden. Deshalb bleibe abzuwarten, wie viele Gruppen die Möglichkeit tatsächlich annehmen (können).

Die Mitglieder des Fördervereins und die Festivalleiter bedauern „diese Situation sehr“. Auch weil alle Beteiligten im Vorfeld schon viel Arbeit und Herzblut in die Vorbereitung des 13. Festivals investiert haben.

Die neun Gruppen in die Erarbeitung der Stücke und in intensive Proben. Der Förderverein hatte einen Antrag auf Fördermittel bei der Bezirksregierung gestellt und erfolgreich weitere Sponsoren geworben. Auch an der Organisation eines Busservices für die Zuschauer der auswärtigen Gruppen war schon gearbeitet worden.

Susanne Hocke und Jan N. Schmitt von der Festivalleitung schauen im vergangenen Jahr bei den Proben der Theatersteinis zu.

Susanne Hocke und Jan N. Schmitt von der Festivalleitung schauen im vergangenen Jahr bei den Proben der Theatersteinis zu. © Beate Rottgardt (A)

Die Festivalleitung hatte sich um das Konzept des Festivals gekümmert, mit den Gruppen Kontakt gehalten und die technischen Voraussetzungen abgeglichen. Der detaillierte Festivalplan steht, die Festivalbroschüre ist bereits entworfen, die Texte und Fotos der Gruppen aufbereitet und die Werbung vorbereitet. Larys: „All dies kann nun leider nicht zum gewünschten Ziel führen. Wir blicken trotzdem positiv in die Zukunft, denn das Festival Junges Theater lebt weiter und wird wiederkommen!“

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