Weniger Vergnügungssteuer in Lünen und Selm: Es liegt nicht nur an Corona

mlzKommunale Kassen

Im 2. Quartal 2020 haben die Städte in NRW 51 Prozent weniger Vergnügungssteuer eingenommen. In Selm waren es 36 Prozent, in Lünen 58 Prozent. Das hat nicht nur etwas mit Corona zu tun.

Lünen, Selm

, 06.10.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vergnügen belegen die Kommunen mit einer örtlichen Aufwandsteuer. Was als Vergnügen gilt, wird genau definiert. Dazu gehören beispielsweise Musikapparate in Gaststätten aber auch spezielle Filmvorführungen sowie Veranstaltungen von Sex- und Erotikmessen. Der Betrieb von Geldspiel- und Unterhaltungsgeräten wird ebenfalls besteuert. Die Einnahmen fließen in die kommunalen Kassen.

In den Jahren 2017 und 2018 hat Lünen um die 1,4 Millionen Euro Vergnügungssteuer kassiert, 2019 sank die Einnahme auf rund 1 Million Euro. Während Lünen im zweiten Quartal 2019 noch 308.000 Euro eingenommen hat, ging die Zahl im zweiten Quartal diesen Jahres deutlich zurück: Auf 130.000 Euro. Das entspricht einem Minus von 57,8 Prozent. Damit fährt Lünen ein höheres Minus ein als die NRW-Städte, die im zweiten Quartal 2020 im Schnitt 51 Prozent weniger Vergnügungssteuer einnahmen.

Neue Verordnung

Wie der stellvertretende Sprecher der Stadt Lünen, Alexander Dziedeck auf Anfrage mitteilt, führt die Stadt den Rückgang aber nicht nur auf die Corona-Pandemie zurück, sondern auch auf Auswirkungen der neuen Glücksspielverordnung. So seien beispielsweise seit 2018 keine Mehrfachbespielungen bei Spielautomaten in Spielhallen mehr möglich. Das bedeutet: Spieler können nur noch an einem Automaten spielen. Der Zugang ist nur über eine personalisierte Karte oder einen Freischaltcode möglich. Damit will man der Gefahr der Spielsucht begegnen. Des Weiteren habe die Anzahl der Geräte abgenommen.

Erträge auch in Selm gesunken

Die Stadt Selm kassiert pro Jahr 220.000 Euro Vergnügungssteuer. Die Zahlen seien laut Pressereferent Malte Woesmann in den vergangenen Jahren stabil. Die Erträge seien aber im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 20.000 Euro gesunken. Das entspricht 36 Prozent.

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