Wenn das Wasser aus dem Ziehbrunnen kommt

WETHMAR Warum kommt bei euch das Wasser einfach aus dem Kran? Fragen sich Kinder in Burma. Und was ist eigentlich ein Tannenbaum? Wenn Mädchen und Jungen aus Südostasien und Westeuropa aufeinander treffen, wird Selbstverständliches zum Rätsel.

von Von Günther Goldstein

, 16.01.2008, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Brüder Phaw Phaw und Aung Aung sind die Patenkinder der Klasse 3b der Gottfriedschule. Hier präsentieren sie Weihnachtsbilder, die sie aus Wethmar bekommen haben.

Die Brüder Phaw Phaw und Aung Aung sind die Patenkinder der Klasse 3b der Gottfriedschule. Hier präsentieren sie Weihnachtsbilder, die sie aus Wethmar bekommen haben.

Kindern fällt es einerseits oft schwer, mit anderen zu teilen. Andererseits können sie sich kaum vorstellen, dass es anderswo Kinder gibt, denen es nicht so gut geht wie ihnen.

 Vor diesem Hintergrund haben die Jungen und Mädchen aus der Klasse 3b der Gottfriedschule zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Martina Michael vor zwei Jahren die Patenschaft für zwei Brüder in Burma übernommen, die etwa gleich alt sind wie sie. Die Verbindung kam über die "ProjektHilfe Südostasien e.V." zustande. Hinter diesem Projekt steht das Ehepaar Jutta und Bruno Gimmel aus Werne, die am Freitag Morgen wieder zu ihrem jährlichen Besuch bei den Paten in Wethmar vorbeischauten.

Briefe wandern zwischen den Kontinenten

Durch ihre regelmäßigen Besuche bei den Patenkindern in Südostasien und den Paten in Deutschland ergibt sich ein interessanter Austausch zwischen den beiden Seiten. So wandern Briefe, Fotos und andere Nachrichten zwischen den Kontinenten hin und her, und jede Seite erfährt Neuigkeiten über den anderen.

So erfuhren die Kinder aus Wethmar, dass sich Phaw Phaw und Aung Aung, die beiden Brüder, die in einem buddhistischen Kloster in Bruma leben, über ihre letzten Bilder mehr als gewundert haben. Die Wethmarer Kinder hatten ihnen Weihnachtsbäume und Christkinder gemalt, womit sie nun gar nichts anfangen konnten. Im Gegenzug kamen Bilder von einem Ziehbrunnen aus Fernost, was in Wethmar die Frage aufgeworfen hat, warum in Burma das Wasser nicht wie hier aus dem Wasserkran kommt. Überhaupt mussten die Gimmels viele Fragen beantworten über die Lebensumstände ihrer Patenkinder, die unter dem Strich den Schülern der Gottfriedschule den tieferen Sinn ihrer Spenden eröffnete.

Täglich eine warme Reismahlzeit

Diese sammeln pro Monat je Kind einen Euro. Mit diesem Geld können die beiden Waisenkinder eine Schule besuchen und haben eine tägliche Reismahlzeit. Das Ehepaar Gimmel sorgt dafür, dass dieses Geld ohne Abzüge ihren Schützlingen zu Gute kommt. Die regelmäßigen Reisen nach Fernost bezahlen sie aus eigener Tasche. Vor Ort sorgen ihre Partner in Burma dafür, dass kein Geld versickert.

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