Lünen wird älter und braucht mehr Pflegeplätze. Das eigentliche Problem sind aber fehlende Pflegekräfte. Die Altenpflege muss endlich vernünftig bezahlt werden. © picture alliance / dpa
Meinung

Wer Altenpflegekräfte nicht richtig bezahlt, verschuldet den Kollaps

Lünen wird älter und braucht mehr Pflegeplätze. Neue Heime zu bauen, reicht nicht. Es fehlen Pflegekräfte. Wer jetzt jammert, ist selbst schuld am drohenden Kollaps.

Eine Stadt der Hochbetagten ist Lünen. Sieben Prozent der Einwohner sind über 80. Damit zieht Lünen am Landesdurchschnitt von 6,8 Prozent vorbei. Die Zahl der über 80-Jährigen wird weiter steigen und damit auch der Bedarf an Pflege. 115 Plätze, so hat der Kreis Unna errechnet, müssen in Lünen zusätzlich gebaut werden. Weil es auch immer mehr Demenzkranke gibt, braucht Lünen weitere vollstationäre Plätze mit demenzspezifischer Versorgung.

Neue Einrichtungen zu schaffen, ist die eine Sache. Es muss aber auch das Personal dafür geben. Das ist ein viel größeres Problem. Überbelastung und schlechte Bezahlung haben dem Beruf das Etikett „unattraktiv“ aufgedrückt. Das ist der eigentliche Skandal.

Eine Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren Schwächsten umgeht. Das sind die alten Menschen. Sie brauchen qualifizierte Pflege und Personal, das ihnen mit Herzenswärme begegnet. Diese Arbeit ist nicht leicht. Deshalb muss sie gut bezahlt werden. Schon heute geht die Schere auseinander: Die Zahl der Pflegekräfte steigt nicht in dem Maße, wie die Zahl der Pflegebedürftigen. Und mancher Beschäftigte gibt auf, weil die Bedingungen nicht stimmen. Das darf nicht sein. Deshalb muss sich in der Altenpflege etwas ändern. Und das fängt beim Gehaltszettel an.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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