Wer darf wo angeln? Und was kostet das? Angler streiten um Kooperationsvertrag

mlzASV und Fischereiverein

Zoff unter den Lüner Angelvereinen. Es geht um die Nutzung bestimmter Gewässer, um Vereinsmitgliedschaften und Kosten. Und um einen Vertrag, der einseitig aufgekündigt wurde.

Lünen

, 15.01.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kai-Oliver Zürtz ist Vorsitzender des Angelsportvereins, kurz ASV, „Gute Hoffnung“. Der ASV hat 2016 den übergeordneten Fischereiverein Lünen verlassen. Der ASV hatte schon damals rund 100 Mitglieder, sein eigenes Vereinsheim am Cappenberger See und seine eigenen Angel-Reviere.

Den Mitgliedern des ASV war aber von Anfang an auch wichtig, die Gewässer des Fischereivereins trotz Selbstständigkeit weiter mitnutzen zu dürfen. Dazu zählen Teile der Lippe und der Horstmarer See. Nach der Neugründung verhandelten beide Vereine also eine Kooperationsvereinbarung. Für 30 Euro im Jahr, hieß es darin laut Zürtz könnten ASV-Mitglieder weiter in den Gewässern des Fischereivereins angeln. Alles war gut. Bis jetzt. Denn plötzlich hat der Fischereiverein diesen Vertrag einseitig aufgekündigt. Und Zürtz ist sauer.

Dann kam die Preiserhöhung

„Im ersten Jahr lief alles gut, dann wurde es schon kurios“, sagt er. Erst habe es kleinere Probleme gegeben, dann sollten die Karten auf einmal deutlich teurer werden. 42,20 statt 30 Euro.

Der Fischereiverein hat nach eigenen Angaben rund 650 Mitglieder und besteht seit 1912. Damit ist er der älteste Fischereiverein in Lünen. Der Horstmarer See gehört seit 1997 zu den Pachtgewässern des Vereins.

Außerdem müssten die Angler wieder Mitglied im ASV und im Fischereiverien sein. Eine Preiserhöhung sei möglich, aber nur „wirtschaftlich angemessen“. So stehe es im Vertrag, sagt Zürtz. Angemessen sei das aber nicht.

Jetzt hat der Fischereiverein den Vertrag ganz gekündigt und Zürtz meint, dass das so überhaupt nicht rechtens ist. Der ASV habe das extra von einer Anwältin des Fischereiverbands prüfen lassen.

Fischereiverein schweigt zu den Vorwürfen

Beim Fischereiverein will man sich dazu nicht äußern. „Das haben wir im geschäftsführenden Vorstand so entschieden“, sagt Erster Vorsitzender Detlef Borzug auf Anfrage. Der Grund unter anderem: Der ASV überlegt, rechtliche Schritte gegen den Fischereiverein einzuleiten und so ums Fischen an Lippe und Horstmarer See zu kämpfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Ärger um den Fischereiverein gibt. Anfang 2017 gab es eine Auseinandersetzung mit dem ASV Petrijünger Bergkamen, in der es um Satzungsänderungen des Vereins ging. Neben dem ASV Gute Hoffnung haben sich auch die Angelfreunde Brambauer vom Fischereiverein gelöst.

Lesen Sie jetzt