Wie gesund ist vegan? Ernährungsberaterinnen des Klinikums sagen, worauf es ankommt

mlzVegane Ernährung

Immer mehr Lüner essen vegan. Ist das überhaupt gesund? Oder droht Veganern Mangelernährung? Drei Ernährungsberaterinnen des Katholischen Klinikums Lünen/Werne ordnen das Thema ein.

Brambauer

, 02.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einmal im Monat treffen sich Veganer zu einem veganen Dinner im Bürgerhaus in Brambauer. Wir haben mit den Ernährungsberaterinnen Carolin Zimner, Christiane Berger, Marie Fillies vom Katholischen Klinikum Lünen/Werne über die besondere Ernährung gesprochen.
Liegt vegane Ernährung im Trend?
Die vegane Ernährung liegt im Trend und wird in der Öffentlichkeit immer mehr in den Fokus gerückt. Der Klimawandel, das Tierwohl und ein respektvoller Umgang mit den Ressourcen erfordert ein Umdenken in der Ernährung.

Was bedeutet vegane Ernährung? Veganer ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Lebensmitteln. Sie meiden alle tierischen Lebensmittel, auch Honig.

Ein möglicher Grund dafür ist auch, dass das Angebot an veganen Produkten steigt und eine pflanzliche Ernährungsform somit nicht mehr automatisch für Verzicht steht, sondern die Umsetzung erleichtert wird. Auch Hotels, Restaurants und Cafes bieten immer häufiger vegane Alternativen an.

Ernähren sich mehr Frauen oder Männer vegan? Wir vermuten, dass sich mehr Frauen für eine vegane Ernährungsform entscheiden, da Frauen oft ein größeres Interesse an gesunder Ernährung haben und sich generell häufiger mit Ernährungstrends auseinandersetzen. Generell steigt aber auch die Anzahl an vegan lebenden Männern.

Ist vegane Ernährung gesund? Es ist möglich, seinen Energie- und Nährstoffbedarf durch eine vegane Ernährung zu decken. Das erfordert allerdings viele Kenntnisse im Bereich Inhaltsstoffe und Zusammensetzung der einzelnen Lebensmittel. Dabei sollte man vor allem auf eine ausreichende Zufuhr von kritischen Nährstoffen achten und seriöse Informationsquellen hinzuziehen.

Welche Nährstoffe können dem Körper bei veganer Ernährung fehlen?

Bei einer undurchdachten und einseitigen veganen Ernährung kann es vor allem zu Unterversorgungen von Vitamin B12, Vitamin D, Eisen, Jod, Folsäure, Calcium, Zink und Omega-3-Fettsäuren kommen.

Wie können Veganer mögliche Ernährungs-Defizite auffangen? Durch eine gezielte und abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl können Unterversorgungen vermieden werden. Der konsequente Einsatz von jodiertem Speisesalz, calciumreichen Mineralwasser und pflanzlichen Eiweißträgern, wie Nüssen und Hülsenfrüchten ist ratsam. Zudem können angereicherte Lebensmittel, wie beispielsweise Saft mit Eisen, Sojadrink mit Calcium usw. eingesetzt werden. In Absprache mit dem Hausarzt können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.
Eine qualifizierte Ernährungsberatung durch eine Diätassistentin kann Veganer bei der passenden Nahrungsmittelauswahl unterstützen.

Was halten Sie von Ersatzprodukten? Ersatzprodukte stellen eine Alternative dar, die allerdings nur zur Ergänzung genutzt werden sollten, da sie oft Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker enthalten. Zudem beinhalten Fleischimitate häufig einen hohen Salzgehalt. Sie können jedoch die Auswahl von vegetarischen und veganen Speiseplänen bereichern.

Wird vegane Ernährung von Fachleuten empfohlen? Grundsätzlich sollten tierische Produkte bewusst eingesetzt und auf eine artgerechte Haltung geachtet werden. Eine ausgewogene Mischkost, die durch vegane Tage ergänzt wird, ist empfehlenswert.

Wie sieht es mit veganer Ernährung bei Kindern aus? Für Kinder ist die rein vegane Ernährung ungeeignet, da lebensnotwendige Nährstoffe fehlen und es zu ernsthaften Folgen, wie Wachstumsverzögerung und Entwicklungsstörungen kommen kann. Für Stillende und Schwangere ist eine rein pflanzliche Ernährung ebenfalls nicht zu empfehlen.

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