Das Bild zeigt Solar-Module in einem Solarpark. Bis es an der Niersteheide in etwa so aussieht, wird es wohl noch eine Weile dauern. © dpa
Nachhaltigkeit

Wie Lünen zu einem Siegel für nachhaltige Unternehmen steht

Welche Lüner Unternehmen handeln nachhaltig – und welche nicht? Wenn es nach einem Ratskandidaten geht, soll das künftig an einem Siegel erkennbar sein. Aber wer soll das umsetzen?

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt in der Lüner Bevölkerung eine immer größere Bedeutung. Zahlreiche Initiativen sind in diesem Bereich aktiv. Ein Lüner Ratskandidat fordert nun: Unternehmen in der Stadt sollten auf ihre Nachhaltigkeit überprüft und ausgezeichnet werden.

Nachhaltigkeitsmanager soll Unternehmen überprüfen

Einen Vorschlag, wer diese Aufgabe übernehmen soll, liefert der Politiker Dieter God gleich mit: Ein dafür zuständiger Nachhaltigkeitsmanager. „Der Nachhaltigkeitsmanager sollte die Lüner Geschäfte beziehungsweise die Unternehmen prüfen, ob Sie nachhaltig arbeiten und Ware nachhaltig verarbeitet wird“, schlägt der Kandidat der STATT Partei vor.

Und wenn ein Unternehmen nachhaltig handelt? „Das geprüfte Geschäft und Unternehmen bekommt das Lüner Nachhaltigkeitssiegel. Auf einer entsprechenden Internetseite der Stadt Lünen sollten die Geschäfte und Unternehmen erwähnt werden.“

Die Idee an sich ist nicht neu: „Sowas gibt es bereits in anderen Städten“, weiß Arnold Reeker. „Das ist normalerweise bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt. Das kann ich mir auch vorstellen“, so der Technische Beigeordnete der Stadt Lünen.

Überprüfung ist nicht zu stemmen

Reeker ist allerdings auch überzeugt: „Die Unternehmen kümmern sich auch von sich aus oft intensiv um das Thema, weil es da auch um Geldeinsparungen geht.“

Das sieht auch die Lüner Wirtschaftsförderung so: „Was die Nachhaltigkeit angeht, machen die Unternehmen schon einiges“, findet Geschäftsführer Eric Swehla.

Er weißt jedoch darauf hin: „Die Unternehmen haben momentan aber andere Sorgen.“ Damit macht Swehla auf die Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam, die viele Unternehmen in finanzielle Bedrängnis brachte.

Entgegen der Meinung von Arnold Reeker glaubt der Chef der Wirtschaftsförderung nicht, dass ein Nachhaltigkeitsmanager, der Unternehmen prüft, bei ihm richtig angesiedelt wäre: „Das sehe ich nicht bei uns. Das ist für uns nicht zu stemmen – leider.“

Stadt beschäftigt seit April eine eigene Nachhaltigkeitsmanagerin

Also vielleicht doch eine Aufgabe für die Stadtverwaltung? Seit dem 1. April beschäftigt die Stadt eine Nachhaltigkeitsmanagerin, die allerdings vorrangig zuständig für die Erarbeitung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie ist.

Ob in dieser Strategie ein Siegel für nachhaltige Unternehmen einen Platz finden kann, ist noch nicht bekannt. Allerdings plant die Stadt die Teilnahme am „Ökologischen Projekt für integrierte Umwelttechnik“ (ÖKOPROFIT). Das Ziel dabei: Ressourcenschutz in Unternehmen etablieren. Das setzt jedoch die Bereitschaft der Unternehmen voraus.

Lünen ist seit 2011 „Fairtrade-Stadt“

Bei der Stadt Lünen selbst steht nachhaltiges Handeln nicht erst seit den Fridays-For-Future-Demonstrationen auf der Agenda. Die Lippestadt wurde bereits 2011 das erste Mal als „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. 2015 und 2017 wurde diese Auszeichnung erneuert.

Die Stadt will dabei helfen, „gerechtere Handelsstrukturen auf- und auszubauen, um es benachteiligten Kleinbauern und Bäuerinnen sowie Arbeitskräften auf Plantagen und in Fabriken zu ermöglichen, ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft und nachhaltig zu sichern.“

In einer Resolution beschloss der Rat der Stadt 2017: „Die Stadt Lünen wird ihre Möglichkeiten nutzen, sich für nachhaltige Entwicklung konkret zu engagieren und eigene Maßnahmen nach innen und außen sichtbarer zu machen.“

Zusammen mit der „Lüner Initiative gegen globale Armut“ (LIGA) gibt die Stadt eine Broschüre mit Tipps für nachhaltiges Verhalten im Alltag heraus. Zudem existiert ein Einkaufskompass, der Unternehmen mit fair gehandelten Produkten aufführt.

Über den Autor
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1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich

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