„Würde mich am liebsten selbst ins Gemächt treten“: Lüner Autodieb zeigt Reue

mlzSchlüssel und Auto geklaut

Die Chance, sich ein Auto unter den Nagel zu reißen, ließ sich ein Lüner nicht entgehen. Er stahl erst den Schlüssel, dann den Wagen. Auch wurde er bei zwei Fahrten ohne Führerschein erwischt. Vor Gericht gelobte er nun Besserung.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 09.07.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Verlegen von Laminat in der Wohnung der Geschädigten verschaffte dem 28-Jährigen Ende April vergangenen Jahres die Gelegenheit, zuzugreifen. Im passenden Moment nahm er sich den Autoschlüssel, holte den Skoda aus der Garage und fuhr damit weg. Tage später entdeckte die Halterin ihr Fahrzeug in der Nähe seiner Wohnung. Der Schlüssel hing an seiner Pinnwand. Doch er ließ sich nicht bremsen – und das im wortwörtlichen Sinne. Mitte Februar begegnete er, der mit seinem Roller unterwegs war, der Polizei auf der Münsterstraße. Den nötigen Führerschein für das Kleinkraftrad besaß er nicht. Vielmehr stand er zu allem Überfluss auch noch unter Drogen, hatte Amphetamin und Cannabis im Blut. Doch auch diese Erfahrung konnte ihn nicht beirren: Zwei Wochen später wurde er auf der Kamener Straße gesehen – wieder auf dem Roller und noch immer ohne die passende Fahrerlaubnis.

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Schuldbewusst erschien der 28-Jährige nun zu seiner Verhandlung vor dem Amtsgericht und räumte alle drei Taten sofort ein. Mit Blick auf den Diebstahl des Autos kommentierte er: „Das ist natürlich in keiner Weise zu entschuldigen. Ich würde mich am liebsten selbst ins Gemächt treten.“ Zumal er an sich gar nichts mit dem Wagen vorgehabt habe und auch eigentlich gar nicht wisse, warum er das getan habe. Ähnlich sah das Ganze mit den Rollerfahrten aus. Auch hier fand er keine plausible Erklärung.

Sechs Monate Haft auf Bewährung

Allerdings beteuerte der Mann mit acht Eintragungen im Strafregister, dass es nach der zweiten Fahrt quasi Klick bei ihm gemacht habe. Den Roller habe er verkauft. Nun fahre er mit dem Rad zur Arbeit in Kamen. Jetzt wolle er sich ein Leben mit seiner Freundin aufbauen, keine Straftaten mehr begehen. In dem Kontext fand er auch mit Blick auf seinen Drogenkonsum deutliche Worte: „Ich habe gelernt, dass es im Leben weitaus schönere Dinge gibt, als sich zu berauschen.“

„Ich hoffe, dass das jetzt nicht einfach so dahingesagt ist“, kommentierte die Richterin. Sie hoffe, dass es der Lüner nun wirklich „ein bisschen verstanden“ habe. Dem offenen Geständnis standen letztlich die Vorstrafen gegenüber. Das Verfahren endete mit sechs Monaten Haft auf Bewährung und 300 Euro Geldbuße. Der Verurteilte akzeptierte seine Strafe sofort und verabschiedete sich auf ganz spezielle Weise: „Sie sind zwar alle sehr freundlich, aber ich möchte Sie trotzdem nicht wiedersehen.“

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