Zahl der verunglückten Radfahrer ist 2018 in Lünen deutlich gestiegen

Verkehrsbericht der Polizei

Mehr Verkehrsunfälle, mehr Leicht- und Schwerverletzte, ein Todesopfer. Der Verkehrsbericht der Polizei enthält für Lünen teils erschreckende Zahlen. Das gilt speziell für Radfahrer.

Lünen

, 27.02.2019, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Polizeipräsident Gregor Lange (2.v.r.) und Polizeidirektor Ralf Ziegler (2.v.l.) stellten den Verkehrsbericht 2018 vor.

Polizeipräsident Gregor Lange (2.v.r.) und Polizeidirektor Ralf Ziegler (2.v.l.) stellten den Verkehrsbericht 2018 vor. © Storks

Die Zahl der Verkehrsunfälle auf Lüner Stadtgebiet ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen - und zwar von 4126 (2017) um 200 Unfälle auf 4326 (2018).

Gestiegen ist auch die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind, wie es im Verkehrsbericht 2018 des Polizeipräsidiums Dortmund heißt. Der Bericht wurde am Mittwoch (27.) von Polizeipräsident Gregor Lange in Dortmund vorgestellt.

Radfahrer tödlich verletzt

Wie der Polizeichef sagte, gab es 2017 in Lünen exakt 261 Unfälle mit Personenschäden, 2018 seien es mit 297 genau 36 mehr gewesen. Neben zahlreichen Leicht- und Schwerletzten gab es auch ein Todesopfer zu beklagen.

Dabei handelt es sich um einen 58-Jährigen Radfahrer, der Anfang Mai von einem LKW an der Kurler Straße beim Rechtsabbiegen übersehen und tödlich verletzt wurde.

„Keine Nachricht ist so wichtig, dass man dafür das Leben aufs Spiel setzt“

Womit Gregor Lange im Thema war. Ihm bereite es große Sorgen, sagte er, dass in Lünen im Vergleich zu Dortmund mehr Kinder und Jugendliche zu den Verunglückten zählten. Im Gegensatz zu Dortmund sei in der Lippestadt die Zahl der verunglückten Kinder um 10 Prozent auf 33 und bei den Jugendlichen um 33 Prozent auf 24 gestiegen.

„Dieser Entwicklung werden wir nicht tatenlos zusehen“, sagte der Polizeipräsident weiter: „Wir werden unsere zahlreichen Maßnahmen zur Unfallbekämpfung noch einmal intensivieren. Gleichwohl gab er zu bedenken, dass „trotz aller polizeilichen Maßnahmen und Anstrengungen jeder Verkehrsteilnehmer seinen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leisten muss“.

Polizeidirektor Ralf Ziegler, Leiter der Direktion Verkehr, sagte: „Verkehrsunfälle passieren nicht einfach so, sie werden verursacht. Und in den allermeisten Fällen durch Menschen.“ An die Verkehrsteilnehmer gerichtet sagte Ziegler: „Keine WhatsApp, keine Sprachnachricht und kein Anruf sind so wichtig, dass man dafür das eigene oder das Leben anderer aufs Spiel setzt und andere gefährdet.“ Das gelte gleichermaßen für Pkw-, Lkw- und Radfahrer sowie für Fußgänger.

Dass Radfahrer in Lünen zu den „schwächsten und am wenigsten gesicherten Verkehrsteilnehmer zählen, zeigt das Zahlenwerk des Verkehrsberichts ganz deutlich. Danach stieg die Zahl der verunglückten Radfahrer von 82 (2017) um 41 auf 123 (2018). Das entspricht einem prozentualen Anstieg von 50 Prozent.

Verunglückte Radfahrer

Unter den 123 verunglückten Radfahrern (darunter 8 Pedelec-Fahrer, so die Polizei) waren den Angaben zufolge 16 Kinder (0 bis 14 Jahre), 18 Jugendliche (15 bis 17 Jahre), 6 junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre), 46 Erwachsene (25 bis 64 Jahre) und 37 Senioren (65 Jahre und älter).

Apropos Senioren und Pedelecs: Dazu sagte Polizeipräsident Gregor Lange, dass eine ganze Reihe von Senioren der hohen Geschwindigkeit nicht Herr werde. Polizeidirektor Ralf Ziegler forderte Radfahrer, egal ob jung oder alt, eindringlich auf, beim Radfahren einen Helm zu tragen und bei Dunkelheit auf eine intakte Beleuchtung zu achten und Leuchtwesten zu tragen.

Lesen Sie jetzt