Zehn Jahre „Bei Anna“ im Horstmarer Treff - Rauchverbot und Kneipensterben zum Trotz

mlzGroße Feier am Wochenende

Vor 10 Jahren stand für Anna Iwaniec viel auf dem Spiel. Die alte Gaststätte lief nicht mehr. Muss sie samt Sohn zurück in ihr Heimatland Polen? Sie fand den Horstmarer Treff. Und blieb.

Horstmar

, 06.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Rauchverbot, sagt Anna Iwaniec heute, habe ihr in der alten Gaststätte im Lüner Norden zu schaffen gemacht. Nur Monate nach dem Inkrafttreten der Gesetze war klar: Hier würde es nicht weiter gehen: „Ich wollte nicht weiter in ein Loch fallen.“

Zwischenzeitlich stand sogar auf dem Spiel, ob Iwaniec zurück nach Polen müsse, die Stadt hatte sich gemeldet. Zu dem Zeitpunkt war die 42-Jährige erst rund 3,5 Jahre überhaupt in Deutschland, sie und ihr Sohn hatten gerade so richtig die Sprache gelernt. „Wir wollten unbedingt bleiben. Dann hatte sich im Dezember aber herumgesprochen, dass jemand für den Horstmarer Treff gesucht wird“, erinnert sie sich. „Manchmal hat man Glück.“ Laut Iwaniec gibt‘s den Horstmarer Treff schon seit Anfang der 60er-Jahre, die bisherigen Pächter hörten auf. Und sie übernahm.

Das Vertrauen der Stammgäste

Dabei lief es auch in Horstmar in den ersten Jahren nicht nur rund. „Es war nicht einfach, man muss sich das Vertrauen der Stammgäste hier erst verdienen“, sagt Iwaniec. Das hat geklappt und seitdem läuft es: „Wir verstehen uns alle gut, sind wie eine große Familie.“

Man kennt und schätzt sich so sehr, dass im Horstmarer Treff sogar die Geburtstage gefeiert werden. Zur „Familie“ zählen auch die vielen Clubs und Vereinigungen, die regelmäßig im Horstmarer Treff tagen: Sparclubs, Lottoclub, Sozialverband, die SPD und viele andere.

Feier zum Zehnjährigen

Jetzt also das Zehnjährige, und das wird gefeiert. Am Samstag, 7. Dezember, ab 17 Uhr, genau genommen zehn Jahre und drei Tage nach Iwaniec‘ Übernahme des Treffs. Dazu gibt‘s eine große Party mit dem Sänger und Entertainer Lars Vegas, DJ Erle legt auf. Der Eintritt ist frei.

Wenn es so weiter läuft, sagt Iwaniec (42), dann macht sie noch zehn Jahre weiter, auch wenn in der Umgebung immer wieder Kneipen für immer dicht machen. Finanziell sei es aber auch jetzt schon nicht immer einfach. Manche Stammgäste sterben, junge Leute in die Gaststätte zu bekommen, sei schwierig. Immerhin: Das Rauchverbot ist nicht mehr das große Problem: „Das hat sich eingespielt mit der Zeit, viele haben auch mittlerweile aufgehört mit dem Rauchen.“

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