Nicht mit dem Mercedes 280 SE, sondern mit einem Trabi will Chefarzt Dr. Donat Romann am Tag des Mauerbaus im August 2021 nach Berlin, um ein Zeichen zu setzen. © Michael Blandowski (A)
Ost-West-Verständigung

Zeichen setzen: Lüner Chefarzt will zum Tag des Mauerbaus nach Berlin

Einen Road-Trip hat Chefarzt Dr. Donat Romann anlässlich des Mauerbaus vor 60 Jahren im August 2021 vor: Im Ost-Trabi 601 und einem West VW-Käfer geht es nach Berlin - in besonderer Mission.

Die deutsche Vergangenheit mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 und deren Fall im Oktober 1989 spielt in der Familiengeschichte von Dr. Donat Romann, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Katholischen Klinikum Lünen/Werne, eine besondere Rolle.

Die Wurzeln väterlicherseits liegen in Niederschlesien und Berlin. Nach der Wende hat Romann seine Frau im Osten kennengelernt. Dass er im kommenden Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, hat den Ausschlag für eine besondere Tour gegeben: Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes (66), Pastor im Ruhestand aus Bochum, will er in zwei Oldtimer-Ikonen aus Ost und West am 13. August das Brandenburger Tor in Berlin erreichen.

Donat Romann fährt in einem schwarz-rot-goldenen Trabi-Sondermodell von 1990, sein Bruder in einem VW Käfer mit historischen Kennzeichen.

Die Fahrt soll unter dem besonderen Vorzeichen der Begegnung und Verständigung von Ost und West stehen. Diesen Gedanken wollen die Brüder auch in die kommende Generation tragen. Donat Romanns Sohn Michael (15) wird mitfahren, ebenso Johannes Romanns Enkel Henry (15). Auf einem Kreidler-Moped sind auch Ralf Knof (55) und auf einem Schwalbe-Moped Ted Droste (58) dabei.

In diesem Trabi von 1990 in Schwarz-Rot-Gold startet Dr. Donat Romann seine besondere Fahrt.
In diesem Trabi von 1990 in Schwarz-Rot-Gold startet Dr. Donat Romann seine besondere Fahrt. © Romann © Romann

An Mauerbau und Folgen erinnern

Momentan feilt Johannes Romann an der genauen Route. An die 2000 Kilometer könnten es werden. Der Startpunkt liegt noch nicht fest, soll aber auch etwas mit Ost und West zu tun haben.

Am Ziel, dem Brandenburger Tor in Berlin, wollen sie dann an den Mauerbau und seine Folgen erinnern. Mit seinem Käfer-Cabrio von 1976 ist Johannes Romann in den letzten zehn Jahren schon 60.000 Kilometer durch den Osten gefahren.

Schon als Kind hätte er das Bedürfnis gehabt, authentisch zu sehen, wo die Wurzeln seiner Familie liegen. Viele persönliche Begegnungen haben die Fahrten geprägt.

Deshalb wolle man auch jetzt bei der Tour nicht nur Kilometer machen, sondern sich Zeit nehmen für Sehenswertes, Informationen und Austausch. Die Gruppe versteht die Fahrt auch als Möglichkeit der Verständigung zwischen Ost und West.

Berichte am Fernseher verfolgt

Als die Mauer gebaut wurde, war Johannes Romann sieben Jahr alt. Damals habe die Familie stundenlang die Berichterstattung vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher verfolgt. Auch der Besuch von John F. Kennedy in Berlin später habe bei Johannes Romann bleibenden Eindruck hinterlassen.

Inzwischen ist die Welt eine andere. Und plötzlich schleicht sich auch das Corona-Virus als Unsicherheitsfaktor in die Planungen. Doch zurzeit überwiegt die Vorfreude, an dem besonderen Tag in Berlin zu sein.

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Redaktion Lünen
Lünen ist eine Stadt mit unterschiedlichen Facetten. Nah dran zu sein an den lokalen Themen, ist eine spannende Aufgabe. Obwohl ich schon lange in Lünen arbeite, gibt es immer noch viel zu entdecken.
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Magdalene Quiring-Lategahn

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