Hinter dieser Tür wird gegen die drei Brüder wegen Hehlerei verhandelt. © Martin von Braunschweig
Prozessauftakt in Dortmund

Zink und Nickel aus Brambauer soll bei Hehlern in Bochum gelandet sein

Drei Brüder aus Bochum sollen im großen Stil geklautes Metall angekauft haben. In einem ersten Prozess hatten sie jeweils drei Jahre Haft kassiert. Jetzt hoffen sie auf deutlich weniger.

Mehr als sechs Jahre sind vergangen, seit die 42, 44 und 45 Jahre alten Männer zum letzten Mal auf der Anklagebank des Dortmunder Landgerichts Platz nehmen mussten. Damals, im Sommer 2014, hatten sie umfangreiche Geschäfte mit gestohlenem Kupfer, Zink und anderem Buntmetall zugegeben und nach einem sogenannten Deal mit den Richtern und der Staatsanwaltschaft vergleichsweise milde drei Jahre Haft kassiert.

Revision erfolgreich

Dennoch hatten alle drei Brüder anschließend Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt. Und dort befand der für Dortmund zuständige vierte Strafsenat, dass die schriftliche Urteilsbegründung deutlich ausführlicher hätte ausfallen müssen. Die Folge: Die alten Urteile wurden aufgehoben und der Fall zur erneuten Verhandlung nach Dortmund zurückverwiesen.

Dass dort dann mehr als fünf Jahre lang nichts passierte, könnte den Angeklagten jetzt richtig gut in den Kram passen. Verteidiger Henry Alternberg nannte die „überlange Verfahrensdauer“ am Montag sogar ein „Verfahrenshindernis“ und beantragte, das Verfahren einzustellen. Ganz ohne Verurteilung.

Über Antrag noch nicht entschieden

Ob die Richter tatsächlich so weit gehen werden, steht noch nicht fest. Zunächst einmal wurde nach dem Antrag Alternbergs am Montag ganz normal weiterverhandelt. Die Angeklagten kündigten dabei an, auch in diesem Prozess zu den Vorwürfen Stellung nehmen zu wollen.

Oberstaatsanwältin Dagmar Kolbe hat in der Anklageschrift mehr als 20 Fälle aufgelistet, in denen die Brüder geklautes Metall angekauft haben sollen. Im Oktober 2013 hatte eine Bande rumänischer Diebe auch bei einem Betrieb in Brambauer reiche Beute gemacht. Eine Tonne Zink und eine Tonne Nickel wurden damals auf einen Lkw geladen und weggefahren.

Diebstahl im Oktober 2013

Anklägerin Kolbe ist davon überzeugt, dass das Metall anschließend sofort auf das Betriebsgelände der Brüder in Bochum gefahren und dort verkauft wurde. Die Angeklagten hätten entweder gewusst, sich zumindest aber denken können, dass es sich bei der Ladung um Diebesgut handelte, sagt die Oberstaatsanwältin.

Die übrigen Tatorte liegen quer über das Bundesgebiet verteilt. Selbst in den Niederlanden sollen Diebe tonnenweise Kupfer gestohlen und es anschließend nach Bochum gebracht haben. Eine einzige Lieferung war den Angeklagten einmal angeblich über 160.000 Euro wert.

Beute war fast eine Million Euro wert

Insgesamt soll der Wert des gestohlenen Metalls fast eine Million Euro betragen haben. Im Februar 2014 hatte die Polizei das Firmengelände der Brüder durchsucht und dabei Beweismaterial sichergestellt.

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