Zu nass, zu kalt: Baustelle am Kanal bleibt noch bestehen

Verzögerungen beim Bau der Brücke Bergstraße

Die Freigabe der neuen Kanalbrücke Bergstraße hat sich zuletzt aufgrund der Witterung verzögert. Der Abriss der alten Brücke hingegen war schnell vollbracht. Zu schnell, finden die Autofahrer.

Lünen

, 27.02.2018, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein aktueller Blick auf die Baustelle an der Kanalbrücke an der Bergstraße zeigt: Bis Ende Februar wird das nichts, die Arbeiten haben sich weiter verzögert.goldstein

Ein aktueller Blick auf die Baustelle an der Kanalbrücke an der Bergstraße zeigt: Bis Ende Februar wird das nichts, die Arbeiten haben sich weiter verzögert.goldstein © Foto Goldstein

Die optimistische Einschätzung der Baufirma zur Freigabe der neuen Kanalbrücke Bergstraße ist von der Realität überholt worden. Der von Mitte Dezember bereits auf Ende Februar verschobene Termin kann auch nicht gehalten werden.

Erst zu nass, dann zu kalt

Die Witterung habe der Firma nicht in die Karten gespielt, erklärt Dirk Bölling, zuständiger Sachgebietsleiter beim Wasserstraßen-Neubauamt Datteln, auf Nachfrage unserer Zeitung. Im Dezember sei es für Erdarbeiten zu nass gewesen. Jetzt sei es zu kalt. Die Rampen müssten noch aufgeschüttet werden. Dann folge die Asphaltierung der kompletten Baustelle, einschließlich Rampen und Brücke. Am Ende würden Randsteine gesetzt und Bäume gepflanzt.

„Die Latte ist gerissen. Ihre eigene Terminzusage schafft die Firma nicht mehr“, so Bölling. Sie habe sich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Im Dezember hätten neben dem Wetter zwei weitere Gründe den Zeitplan umgeworfen: Ungünstiger Baugrund im Rampenbereich und Kapazitätsengpässe bei dem Bauunternehmen.

Laut Bauvertrag noch im Plan

Das Wasserstraßen-Neubauamt dränge darauf, dass die Firma alles daran setze, die Bauarbeiten nicht in die Länge zu ziehen, erklärte Bölling am Montag gegenüber unserer Redaktion.

Laut Bauvertrag liege das Projekt allerdings im Plan. Darin ist September 2018 für die Fertigstellung festgeschrieben.

900-Tonnen-Kran war erfolgreich

Anfang 2017 hatten die Bauarbeiten für die neue Kanalbrücke begonnen. Ende August hob ein 900-Tonnen-Kran die Brücke auf ihre Fundamente (wir berichteten). Das ließ Baufirma und Wasserstraßen-Neubauamt davon ausgehen, dass Mitte Dezember die Brücke freigegeben werden könne. Es kam anders.

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Anwohner kritisieren, dass die alte Brücke entgegen der ursprünglichen Pläne bereits abgerissen wurde, noch bevor die neue Brücke fertig ist. Das sollte den Baufortschritt beschleunigen, weil man so die neue Brücke schneller anbinden konnte, hieß es seitens des Wasserstraßen-Neubauamtes.

Für die Autofahrer bedeutet diese Entscheidung seit dem 24. Juli 2017 eine Umleitung. Laut Bölling hätte die Variante, die alte Brücke länger stehen zu lassen, den Autofahrern einen Vorteil von zwei Monaten gebracht.

Die neue Kanalbrücke kostet 3,5 Millionen Euro. Sie wurde erforderlich, weil die alte ohnehin sanierungsbedürftig war und der Datteln-Hamm-Kanal auf Europa-Norm verbreitert werden soll.
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