Zu schnell? Drei „Dialog-Displays“ zeigen jetzt „Langsamer“ oder „Danke“

mlzVor Kitas und Seniorenheimen

„Langsamer“ steht auf dem Schild an der Straße, wenn man zu schnell vorbeifährt. Drei solcher „Dialog-Displays“ hat die Stadt Lünen jetzt im Stadtgebiet aufgestellt. Sie sammeln auch Daten.

Lünen

, 08.02.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

17.000 Euro hat die Stadt Lünen in die Anschaffung und Aufstellung dreier sogenannter Dialog-Displays gesteckt. Die bestehen aus einem Standfuß, dem Display selbst - und einem Solarpanel für die Energieversorgung.

Die Geräte messen die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge. Wer zu schnell fährt, dem wird der Schriftzug „Langsamer“ angezeigt. Bei allen regelkonformen Autofahrern bedankt sich das Gerät, natürlich ebenfalls mit einem Schriftzug. Wie schnell man konkret fährt, wird dabei allerdings nicht angezeigt.

An der Willi-Melchers-Straße merkt man Freitagmorgen schnell, wie die digitalen Schilder wirken. Große SUVs, die mit überhöhter Geschwindigkeit anbrausen, werden auf ihr Fehlverhalten hingewiesen und bremsen ab. „Danke“, sagt das Gerät.


Es geht um den „Schutz von schwachen Verkehrsteilnehmern“

Die Geräte sind mobil, können also an wechselnden Stellen im Stadtgebiet aufgestellt werden. Zum Auftakt sind die Standorte Willi-Melchers-Straße (Höhe Kindergarten), Brechtener Straße (Höhe Krankenhaus) und Lanstroper Straße (zur Schulwegsicherung) bedacht worden, wie die Stadt jetzt auf Anfrage mitteilte.

Laut Verwaltungsvorlage für den Ausschuss für Sicherheit und Ordnung (12.2.) seien „Schulen, Kindergärten, Seniorenheime und andere Pflegeeinrichtungen potenzielle Aufstellorte für die Dialogdisplays“, es gehe um „den Schutz von schwachen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Fahrradfahrern sowie (...) Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen“.

Allerdings, führt die Verwaltung in der Vorlage aus, weiche dabei Angebot und Nachfrage deutlich voneinander ab. Deshalb lässt die Stadt bei der Auswahl der Einsatzorte auch einfließen, ob es Beschwerden oder Hinweise der Polizei gibt.

Geräte sammeln die Daten auch

Neben den jetzigen Standorten kommen so auch die Niederadener Straße (Grundschule) und die Graf-Adolf-Straße/Erzberger Straße in Betracht. An acht weiteren Standorten hat die Stadt die Erfahrung gemacht, dass dort häufig zu schnell gefahren wird. Auch dort könnten die Geräte zum Einsatz kommen.

Die Dialog-Displays sollen aber nicht nur zur Geschwindigkeits-Reduzierung animieren. Sie speichern auch die Messwerte, differenzieren nach PKW und LKW und „können so auch Aussagen zu Verkehrsmengen und Durchschnittsgeschwindigkeiten“ machen.

Gute Erfahrungen

Die Nachbarstadt Dortmund arbeitet schon länger mit diesen Anlagen, dort seien die Erfahrungen positiv, wie es aus der Pressestelle hieß. Auch der ADAC hatte die Dialog-Displays befürwortet. „Nach allem, was wir darüber wissen, wirken sie sich positiv auf das Geschwindigkeitsverhalten aus“, erklärte zuletzt Dr. Peter Meintz, Sprecher des ADAC Westfalen.

Insbesondere Anlieger würden ihr Tempo drosseln, so Meintz: „Man wird auffällig, das wird direkt angezeigt. Das hat eine gewisse pädagogische Wirkung.“ Meintz spricht sogar von Scham, die Autofahrer empfänden, wenn die Technik sie als Raser entlarve.

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