Trotz Lockdown: Manche Gerichtsprozesse können nicht auf unbestimmte Zeit verschoben werden. So musste sich jetzt ein 26-Jähriger vor dem Amtsgericht in Lünen in vielen Fällen verantworten. © Mönnig (A)
Ebay-Betrug

Zu vertrauensselig: Lünerin verlieh ihre Kontodaten an Betrüger

Eine Lünerin ließ einen Bekannten ihre Kontodaten nutzen. Doch der benutzte das für Betrügereien im Internet. Das brachte die Frau nun selbst auf die Anklagebank.

Ihr allzu vertrauensseliger Umgang mit Kontodaten wurde einer Lünerin beinahe zu Verhängnis. Offenbar nutzte ein Bekannter das Konto der 29-Jährigen für seine Ebay-Betrügereien. Und das brachte sie nun auf die Anklagebank.

Eine Spielekonsole bot der Bekannte im November über das Internet-Auktionshaus an und kassierte 230 Euro, die auf das Konto der Lünerin flossen. Als er die Ware dann nicht lieferte und der Geschädigte Strafanzeige erstattete, war die 29-Jährige mit im Boot, was den Vorwurf des Betrugs betraf.

„Ich kann nur sagen, dass ich mit der Sache nichts zu tun habe, außer dass das auf mein Konto gegangen ist“, betonte sie im Prozess vor dem Amtsgericht. Besagter Kumpel habe von Problemen mit seinem Konto berichtet und gebeten, ihres nutzen zu dürfen. Er wolle Sachen bei Ebay verkaufen. „Ich habe mir nichts Böses dabei gedacht“, versicherte sie und fügte hinzu: „Das war nicht gut, ich weiß.“ Andererseits war sie ehrlich genug, zu sagen, dass sie für vier oder fünf „Verkäufe“ insgesamt 50 Euro erhalten habe.

Tatsächlich bestätigte der Käufer, nur Kontakt mit einem Mann gehabt zu haben. Anklage und Gericht hatten ein Einsehen. Das Verfahren wurde eingestellt. „Ich hoffe, wir sehen uns hier nicht wieder. Ich glaube, mit Ihren Kontodaten gehen Sie jetzt vorsichtiger um“, sagte der Richter zum Abschied.

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