Zugpendler: Es hakt beim Schienenersatzverkehr - das sind die Alternativen

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In den Herbstferien müssen sich Pendler wieder auf Bauarbeiten und Schienenersatzverkehr einstellen. Wir haben nachgefragt, ob alles funktioniert- und zeigen Alternativen auf.

von Antonia Gutzmann

Lünen, Selm, Werne, Capelle

, 15.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das kleine Schild mit der Aufschrift „Schienenersatzverkehr“ ist kaum zu sehen. Doch auffällig ist, dass an dieser Haltestelle - direkt die erste am ZOB, wenn man aus dem Bahnhofstunnel kommt - die meisten Menschen warten, viele mit Koffer und sperrigem Gepäck.

Neben dem Schild stehen Jan-David Runte und Julia Kreft. Die beiden Lüner studieren in Münster und haben um 12 Uhr eine Vorlesung. Der Bus, der die beiden und eine Menge anderer Leute nach Werne bringen sollte, damit sie dort ihren Anschlusszug nehmen können, sollte eigentlich um 10.36 Uhr am ZOB in Lünen eintreffen.

„Oft ist die Kommunikation nicht so gut“

Gegen 10.47 Uhr kommt er auch endlich. „Das geht ja schon super los“, sagt Jan-David Runte. „Verpassen wir den Zug in Werne, komme ich eine Stunde zu spät zur Vorlesung, dann kann ich mir das auch klemmen. Eigentlich wäre ich pünktlich um 11.30 Uhr in Münster“, fügt er hinzu.

Beide Studenten hoffen, dass der Anschlusszug in Werne auf die Ankunft des Busses wartet - haben jedoch wenig Hoffnung. „Oft ist die Kommunikation zwischen den Fahrern nicht so gut wie wir Fahrgäste uns das wünschen“, erzählt Julia Kreft.

Busse brauchen länger

Die betroffenen Züge sind die RB51 von Dortmund nach Enschede (unter anderem mit Halt in Selm) und die RB50 von Dortmund nach Münster (unter anderem mit Halt in Lünen, Werne und Capelle).

Die Bahnkunden müssen sich allerdings nicht nur auf das Umsteigen vorbereiten, sondern auch auf eine insgesamt längere Fahrt. 32 bis 38 Minuten früher als die Züge fahren die Busse in Dortmund ab - 23 bis 24 Minuten später kommen sie dort an. Dass sollten Fahrgäste bei ihrer Planung berücksichtigen

Die Verbindung um 6.44 Uhr von Lünen nach Dortmund fällt außerdem ganz aus - „ersatzlos“, wie die Bahn schreibt. Die Bauarbeiten dauern noch bis zum 20. Oktober dieses Jahres.

Wie unsere Redaktion bereits herausgefunden hat, gibt es zum Schienenersatzverkehr kaum Alternativen. Wer stattdessen die herkömmlichen Buslinien nutzen möchte, kann zwar seinen Orientierungssinn schulen, muss teilweise jedoch noch mehr Zeit einplanen, als es ohnehin schon für den „offiziellen“ Ersatzverkehr der Fall ist.

Verspätete Züge haben auch Vorteile

Die beiden Lüner Studenten haben indes Glück. Zwar hatte der Bus 11 Minuten Verspätung, der Zug, den sie in Werne nehmen wollen, jedoch auch.

„Da ist es ausnahmsweise mal von Vorteil, dass die Deutsche Bahn selten pünktlich ist“, schreibt Jan-David Runte unserer Redaktion, bevor er dann doch noch pünktlich in seine Vorlesung kommt.

Die Rückfahrt dagegen läuft problematischer ab: 40 Minuten muss der Student in Werne auf den Ersatzbus warten.

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