Zum 100-Jährigen: Kunstverein auf Spurensuche nach Bauhaus-Objekten in Lünen

Tag des offenen Denkmals

Vor 100 Jahren wurde das Bauhaus gegründet - damals ungewöhnlich, heute eine viel beachtete Kunstform. Am „Tag des offenen Denkmals“ spielt das Bauhaus auch in Lünen eine wichtige Rolle.

Brambauer, Gahmen

, 06.09.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zum 100-Jährigen: Kunstverein auf Spurensuche nach Bauhaus-Objekten in Lünen

Am Tag des offenen Denkmals dreht sich beim Kunstverein Lünen alles um das Thema Bauhaus. Auch das Gebäude des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums zählt zu diesem Kunst- und Architekturstil. © Stadt Lünen Denkmalspflege

Umbrüche in Kunst und Architektur erleben die Interessenten in diesem Jahr am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 8.9.) in Lünen. Mit dabei ist auch wieder der Lüner Kunstverein, der sich an zwei Orten dem Thema nähert.

Von 11 bis 13 Uhr gibt es eine Ausstellung mit Bauhaus-Objekten bei „Lübke-Wohnen“ in Brambauer, Zum Pier 74.

Kelch aus der St. Marien-Kirche in der Ausstellung

„Das Gemeindehaus an der Königsheide, das 1930 gebaut wurde, ist im Bauhausstil errichtet worden“, so Georg Almus, Vorsitzender des Lüner Kunstvereins. Auch in der Marienkirche befindet sich ein Bauhaus-Objekt. Almus: „Wir sind stolz, aus dem kirchlichen Bereich einen Kelch aus der St. Marien-Kirche präsentieren zu können.“

Zum 100-Jährigen: Kunstverein auf Spurensuche nach Bauhaus-Objekten in Lünen

Ein Stuhl, den der Bauhaus Künstler Marcel Breuer 1926/27 entworfen hat. Einen solchen Freischwinger zeigt der Kunstverein am 8.9.. © picture alliance / dpa

Ansonsten hat er zahlreiche Bauhaus-Objekte ausgesucht, die in der Ausstellung gezeigt werden. So einen der typischen Freischwinger-Sitzstühle von Marcel Breuer, eine besondere Obstschale eines Bauhauskünstlers, ein Aschenbecher von Marianne Brandt und eine Leuchte von Wilhelm Wagenfeld.

Zudem gibt es Arbeiten von Josef Albers, Ursula Bach-Wild und Gerrit Rietveld zu sehen. Alles Bauhaus-Künstler, die die damals revolutionäre Verbindung von Kunst und Handwerk mit Leben und Kreativität umsetzten.

Gropius wollte ein Gesamtkunstwerk erreichen

Almus: „Das Bauhaus gilt heute allgemein als Geburtsort der Moderne und Versuch der Künste, Takt- und Formgeber von technischen und sozialen Umwälzungen zu sein und diese zu ästhetisieren.“

Walter Gropius, der 1919 - nach dem Ende des 1. Weltkriegs und zu Beginn der Weimarer Republik - das Bauhaus gründete, wollte ein Gesamtkunstwerk erreichen.

Almus hat in Lünen aber noch mehr Bauhaus-Akzente entdeckt. „An der Fleischerei Kemper an der Münsterstraße, dann der Schriftzug der Bäckerei Möllmann und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.“

Zum 100-Jährigen: Kunstverein auf Spurensuche nach Bauhaus-Objekten in Lünen

Georg Almus, Vorsitzender des Kunstvereins, lädt am 8. September zu zwei Veranstaltungen ein, die beide im Zeichen von "100 Jahren Bauhaus" stehen. © Beate Rottgardt

Am Nachmittag lädt der Kunstverein dann von 15 bis 17 Uhr auf das Außengelände der ehemaligen Zeche Victoria 3/4 in Gahmen, Gahmener Str. 187. Hier können die Interessenten Arbeiten vom Weltkulturerbe-Architekten Prof. Fritz Schupp sehen. Und den „Preußen-Keil“ als Teil der Land-Art. Hierbei handelt es sich um eine Böschungsmauer, die in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Sie ist 635 Meter lang.

Dazu erscheint eine Begleitpublikation mit 90 Seiten und 168 zum Teil bisher unveröffentlichten Fotos. Sie ist zu beziehen zum Preis von 20 Euro plus 2,40 Euro für Porto und Verpackung beim Kunstverein Lünen, Am Fuchsbach 10, Tel. (02306) 55818, oder in der Lippe-Buchhandlung, Münsterstr. 1c.

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