Zusammenarbeit für Lüner Senioren: Balkon-Konzerte gehen weiter

mlzCorona-Krise

Eine Zusammenarbeit, durch die Senioren und Künstler profitieren, wird fortgesetzt. Die Balkon-Konzerte werden nicht nur in Pflegeheimen sondern auch in anderen Einrichtungen stattfinden.

Lünen

, 07.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Musik macht vieles leichter und sorgt gerade in diesen Zeiten der Corona-Krise für eine Atempause. Das haben sich auch zwei Abteilungen der Lüner Stadtverwaltung gedacht. Und so findet eine erfolgreiche Premiere eine Fortsetzung.

Das Lüner Kulturbüro und die Koordinierungsstelle für Altenarbeit wollen die Balkon-Konzerte nicht nur in allen Lüner Pflegeeinrichtungen für Senioren ermöglichen.

Wenn die Konzerte in allen Pflegeheimen stattgefunden haben, werden Sänger und Musiker auch in den Außenbereichen der Service-Wohnanlagen kleine Konzerte geben.

Als der Shutdown begann und die Bewohner der Pflegeheime keinen Besuch mehr bekommen durften, kamen Annette Goebel, Koordinatorin für Altenarbeit, Kulturbüroleiter Uwe Wortmann und David Zolda vom Kulturbüro auf die Idee, sich zusammen zu tun.

Künstler haben Auftritts-Möglichkeit

Annette Goebel steuerte ihre Kontakte zu den Pflegeeinrichtungen bei, Wortmann und Zolda ihre Kontakte zu Musikern. „Es haben sich auch viele Musiker bei uns gemeldet, die ja derzeit auch keine regulären Auftritte absolvieren können“, so Zolda. Das Kulturbüro stellte ein kleines Budget für die „Balkon-Konzerte“ zur Verfügung.

„So profitieren sowohl die Bewohner und Mitarbeiter der Pflegeheime als auch die Künstler von dem Projekt“, sagt Annette Goebel. Sie sprach die Termine mit den Einrichtungen ab. Bewusst habe man mit dem Caritas-Altenzentrum St. Norbert begonnen. Dort hatte es vor einiger Zeit ein Hin und Her gegeben, ob Bewohner infiziert seien oder nicht.

Bewohner konnten wieder lächeln

„Es war da auch für die Mitarbeiter eine schöne Sache, dass sie Bewohner wieder lächeln gesehen haben“, so Annette Goebel nach der Premiere mit Sängerin Sabine Hoell und Gitarrist Len Mette. Die Beiden hatten ein Schlagerprogramm mitgebracht. „Sabine Hoell hat mir erzählt, dass sie noch nie so viel Lampenfieber hatte. Weil sie ja ihr Publikum gar nicht sehen konnte wie sonst“, so Annette Goebel. Denn viele Bewohner lauschten in ihrem Zimmern im Bett den „Caprifischern“ und anderen Schlagern aus ihrer Jugend.

„Eine Dame tanzte auf ihrem Balkon, eine andere sang plötzlich mit. Das war wirklich anrührend“, so Annette Goebel. Sie war - mit dem nötigen Abstand - zusammen mit Uwe Wortmann bei der Premiere dabei.

Sabine Hoell war nach ihrem Auftritt so begeistert von der Resonanz, dass sie nun noch einmal mit Len Mette Schlager aus alter Zeit singen wird - im Coldinne-Stift in Alstedde.

Klassische Musik und Schlager

In dieser Woche geht es weiter mit kleinen klassischen Konzerten im Caritas-Seniorenzentrum an der Lippe und der Residenz Osterfeld. Benjamin Nachbar gastiert mit Michael Nachbar und Olga Shonurova. „Ich bin gespannt, wie Klassik bei den Bewohnern und Mitarbeitern ankommt“, so Annette Goebel.

Mark Tillmann spielt im Seniorenhaus Wethmar Mark Saxofon.

Bekannte Schlager aus früherer Zeit spielen und singen Jens Pollheide und Anke Kortmann im Seniorenzentrum Beckinghausen und im evangelischen Altenzentrum an der Bebelstraße. Dieter Claassen präsentiert bei seinen Balkon-Konzerten in den Brambauer AWO-Seniorenzentren An der alten Gärtnerei und Minister Achenbach alte deutsche Schlager.

Projekt geht weiter beim Service-Wohnen

Wenn die Balkon-Konzerte in den Pflegeheimen vorbei sind, soll es in den Lüner Service-Wohnanlagen weitergehen mit dem musikalischen Projekt. „Es ist für mich auch eine schöne Abwechslung in diesen Zeiten, in denen die Kultur leider mit vielen Absagen zu tun hat“, so David Zolda.

Damit wird auch Musikern ein bisschen in dieser schwierigen Zeit geholfen. Umso schöner, dass das Projekt nun noch ausgedehnt werden kann.

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