Zwischenfall beim Fackelschwimmen: Moderator lässt sich nicht einschüchtern

mlzAuf der Lippebrücke

Als die Moderatoren Steffi Hoffmann und Diethelm Textoris mit der Moderation des Fackelschwimmens starten wollten, kam ein Mann auf sie zu. Sie hielten ihn für einen Techniker - ein Irrtum.

Lünen

, 16.12.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn das Wetter besser gewesen sein könnte, steht für Diethelm Textoris fest: „Das Fackelschwimmen am vergangen Samstag war ein friedvolles, feuchtfröhliches Ereignis wie immer.“ Dennoch beschäftigt ihn nach wie vor ein Ereignis, das „am Rande passierte“, wie er sagt.

Textoris stand mit seiner Kollegin Steffi Hoffmann auf dem Moderatorenplatz, direkt auf der Lippebrücke. Von dort moderieren die zwei regelmäßig das Fackelschwimmen des Tauchsportclubs (TSC) Lünen in der Lippe. „Der Fackelzug durch die Stadt war gerade vorbei, und wir haben uns auf das eigentliche Schwimmen vorbereitet.“

Steffi Hoffmann und Diethelm Textoris moderieren das Fackelschwimmen von der Lippeberücke aus.

Steffi Hoffmann und Diethelm Textoris moderieren das Fackelschwimmen von der Lippeberücke aus. © Beuckelmann (A)

Eigentlich ein entscheidender Moment, denn: „Wir müssen das Publikum da bei Laune halten - nicht dass die Leute abhauen, weil es zu langweilig wird.“ Tatsächlich dauert es immer eine Zeit, bis die Taucher und Schwimmer mit den fantasievoll gestalteten Flößen auf und in der Lippe sind. Diese Lücke füllen die Moderatoren mit lockeren Sprüchen und Anekdoten.

Mann dringt in abgesperrten Bereich ein

Wie gesagt - es war ungemütlich an diesem Tag, der Wind wehte stark. „Ein Techniker hatte deshalb einen Windschutz über mein Mikrofon gezogen“, berichtet Textoris. Als Steffi Hoffmann und er sich für die Moderation bereit machten, sei plötzlich ein Mann in den abgesperrten Bereich auf der Lippebrücke gelaufen.

Der Moderatorenplatz ist mit knapp 1,50 Meter hohen Zäunen abgesperrt. „Die muss er beiseite geschoben haben“, mutmaßt Textoris. Der Mann kam auf die beiden Moderatoren zu und forderte sie auf, ihm die Mikrofone zu geben. „Wir dachten, das sei ein Techniker, der beim Windschutz noch einmal nachrüsten will.“

Also reichten Textoris und Hoffmann dem Mann die Mikrofone. Was dann passierte, ließ die beiden kopfschüttelnd zurück: „Der Mann holte eine Flasche Bier hervor und schüttete sie über die Geräte.“

Anschließend spritzte er den Rest des Bieres auf die Moderatoren, bevor er die Flasche vor dem Absperrzaun auf den Boden schmetterte. „Dann verschwand er wieder - ohne ein weiteres Wort zu sagen.“ Neben den Moderatoren war unter anderem noch Siegfried Störmer, stellvertretender Bürgermeister, anwesend. „Der schüttelte auch nur den Kopf und fragte: ,Was war das denn?‘“

Eine Beschreibung des Täters fällt dem Moderator schwer: „Es war dunkel, und er selbst war auch dunkel gekleidet. Ich könnte nicht einmal sagen, ob es ein junger oder ein älterer Mann gewesen ist.“ Auch der Sinn der Aktion erschließt sich ihm nach wie vor nicht - wäre es dem Täter um Aufmerksamkeit gegangen, müsste er das Ganze als gescheitert betrachten: „Das hat ja so gut wie niemand mitbekommen.“

Mit leichtem Biergeruch nach Hause

Sofort nach dem Vorfall machten Textoris und Hoffmann eine Mikrofon-Probe - die Geräte funktionierten trotz der Bierdusche einwandfrei. Und so konnte auch das 36. Fackelschwimmen traditionell und mit gewohnt launiger Begleitung von der Brücke aus stattfinden. „Ich bin abends zwar mit einem leichten Biergeruch nach Hause gekommen. Aber ich konnte meine Lebensgefährtin schnell davon überzeugen, dass ich nichts getrunken hatte“, sagt der Moderator mit einem Schmunzeln.

Eigentlich, so Textoris, sei der Vorfall ohnehin nicht der Rede wert gewesen. „Aber ich denke trotzdem immer noch darüber nach.“ Nicht auszumalen, sagt er weiter, wenn es sich nicht um einen vielleicht alkoholisierten Wirrkopf, sondern um einen potenziellen Gewalttäter mit einer Waffe gehandelt hätte.

Allerdings will er sich von der Sache auch nicht den Spaß verderben lassen, wie er betont: „Meine Devise bleibt weiterhin: Ich will zwar nicht leichtsinnig sein, aber die Sorglosigkeit will ich mir nicht nehmen lassen.“

Lesen Sie jetzt