Jakob (7), Lena (9), Mara (7), Carlis (8) und Hilfsassistent Joshua (3, Carlis' Bruder) unterstützen das geplante Kinderhospiz mit einer besonderen Lesezeichen-Verkaufs-Aktion. © Corinna Porter
Besondere Spendenaktion

Herzenssache: Kinder unterstützen Kinderhospiz mit origineller Geschäftsidee

Vier Grundschüler wollen sich für das zukünftige Kinderhospiz an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel engagieren. Dafür sind sie mit einem ungewöhnlichen Verkaufskonzept auf die Straße gegangen.

Vier Dortmunder Kinder im Grundschulalter engagieren sich für eine gute Sache. Aus eigenem Antrieb, ohne dass ein Erwachsener sie dazu angespornt hat. Das finden nicht nur ihre Eltern großartig.

Diese ungewöhnliche Geschichte mit Nachahmer-Potenzial beginnt im September 2020, also in einer Phase, als die Corona-Lage noch einigermaßen entspannt war. Vier Grundschul-Kinder aus Dortmund-Bövinghausen hatten sich zu einem Bastelnachmittag verabredet. Lesezeichen sollten es werden. Bemalte, beklebte und welche mit Sprüchen. Das Laminieren mit elterlicher Hilfe zum Schluss war der größte Spaß.

Geschockte Mutter ist schnell stolz und begeistert

Mit seinen fertigen Werken machte sich das Quartett Carlis, Jakob, Lena und Mara auf, um sie auf der Straße, im Bereich der Zeche Zollern, zu verkaufen. „Ich nahm das Ganze nicht so ernst und wünschte ihnen viel Spaß“, erinnert sich Corinna Porter (35), Mutter der achtjährigen Carlis. Eine Stunde später war klar: Die Kinder hatten ihr Vorhaben durchaus ernst gemeint.

Denn: „Sie kamen völlig aufgelöst zurück, mit 20 Euro“, berichtet Corinna Porter, der der Vorfall zunächst unangenehm war. „Ich war erstaunt und zugleich schockiert, dass mein Kind fremde Leute anspricht und ,bettelt‘“, so die Dortmunder Lehrerin. Doch aus dem Schock wurden schnell Begeisterung und Stolz.

Denn es stellte sich heraus, dass die Kinder das Geld nicht für sich, sondern für das zukünftige Kinderhospiz Sonnenherz in Dortmund-Bövinghausen, an der Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel, gesammelt hatten. „Die Geschwister Jakob und Lena wohnen direkt neben dem Hospiz, wo demnächst auch das Kinderhospiz gebaut werden soll. Irgendwann hatten wir darüber mal gesprochen“, berichtet Corinna Porter.

Das Foto zeigt eine kleine Auswahl, jedes Lesezeichen ist ein Unikat.
Das Foto zeigt eine kleine Auswahl, jedes Lesezeichen ist ein Unikat. © Corinna Porter © Corinna Porter

Bereits 100 Euro für das Kinderhospiz

Bislang haben die Kinder rund 100 Euro für den guten Zweck durch den Verkauf ihrer Lesezeichen gesammelt. Wie sie das geschafft haben? „Mit einer grandiosen Geschäftsidee“, verrät Corinna Porter. Und die funktioniert so: „Der Kunde darf sich den Preis selber aussuchen. Wer kein Geld hat, bekommt eben eins geschenkt. Das Konzept führt dazu, dass niemand weniger als einen Euro zahlt, manche geben sogar fünf Euro“, erklärt Carlis‘ Mutter.

Mittlerweile ist der Straßenverkauf coronabedingt längst eingestellt, und gemeinsame Bastelaktionen gibt es auch nicht mehr. Trotzdem läuft die Aktion vor allem intern weiter. Denn Bekannte, Verwandte und Freunde sind von der Aktion ebenfalls angetan. „Die Kinder nehmen Bestellungen entgegen und fertigen die Lesezeichen mit Wunschmotiven an. Natürlich jeder bei sich zu Hause“, erklärt Corinna Porter. Beliebte Motive seien unter anderem Fußbälle und Bagger.

Die Spendensumme möchten die vier Kinder gerne persönlich an die Castrop-Rauxelerin Elisabeth Grümer von der Hospiz-Stiftung überreichen und nicht einfach nur das Geld überweisen. Die Stiftungs-Gründerin ist von der Aktion mehr als begeistert: „Ich bin total gerührt. Dass Kinder für Kinder so was Tolles machen, ist einfach nur genial.“ Wann die Übergabe möglich ist, hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie und den aktuellen Bestimmungen ab.

„Wollen den Kindern was Gutes tun“

Bis es soweit ist, wollen die Kinder auf jeden Fall fleißig weiter basteln und Geld einnehmen. „Weil wir den Kindern was Gutes tun wollen“, sagt Carlis.

Ihre Mutter möchte mit dieser Geschichte andere Menschen erfreuen: „In einer Zeit, wo vieles so trist aussieht, ist es doch auch mal schön, etwas so Tolles zu hören, das ganz allein von Kindern initiiert wurde.“

Hier kann man die Lesezeichen bestellen:

  • Wer an einem Lesezeichen interessiert ist und gleichzeitig das Kinderhospiz unterstützen möchte, kann sich per E-Mail bei den Kindern melden.
  • Dafür hat Corinna Porter eigens eine E-Mail-Adresse eingerichtet. Sie lautet: lesezeichenkids@gmail.com
  • Zum Angebot gehören zum Beispiel personalisierte Lesezeichen (Name, Geburtsdatum etc.), Lesezeichen entsprechend des Buches, Tierlesezeichen, Vereinslesezeichen, Lesezeichen zum Hobby, Glitzerlesezeichen oder Lieblingsfiguren-Lesezeichen.
  • Die Übergabe erfolgt selbstverständlich coronakonform.
Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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