So soll das geplante Kinderhospiz der Grümer-Stiftung in an der Bockenfelder Straße in Westrich aussehen. © Architekturbüro Jarzina/Winkelma
Hospizprojekt

Kinderhospiz Sonnenherz konnte einen prominenten Schirmherrn gewinnen

Das Jahr 2020 ist für das Kinderhospiz-Projekt nicht so gelaufen wie gedacht. 2021 soll besser werden. Dafür soll auch ein prominenter neuer Schirmherr sorgen, den man gewinnen konnte.

Es war ein mittelprächtiges Jahr für das Kinderhospiz Sonnenherz. „Wir hatten gehofft, dass 2020 für unser Projekt besser gelaufen wäre“, sagt die Stiftungsvorsitzende Elisabeth Grümer im Gespräch mit unserer Redaktion. Aber es gebe absolut keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil.

„Wir gucken optimistisch nach vorne, hoffen, dass wir den ersten Spatenstich zeitnah in diesem Jahr vornehmen können und wir weiter auf die Unterstützung unserer Förderinnen und Förderer sowie der Städte Dortmund und Castrop-Rauxel zählen können“, fügt die 73-jährige Frohlinderin hinzu.

Wie ist der aktuelle Planungsstand?

Zurzeit wird intensiv an den letzten erforderlichen Genehmigungen gearbeitet. Der Vorstand des Fördervereins für das Sonnenherz hat Corona zum Trotz regelmäßig unter den Hygiene-Vorschriften getagt, um weitere planungsrechtliche Details auf den Weg zu bringen. Auch die Gespräche mit Trägerverbänden und Krankenkassen laufen weiter.

Wie ist der aktuelle Förderstand?

„Dank der Spenden und der Unterstützung durch unsere Botschafter sind wir finanziell ein Stück weiter“, sagt Grümer. Und man freue sich riesig, dass man in Micky Beisenherz einen weiteren Fürsprecher habe gewinnen können. Der Moderator, bekanntlich gebürtiger Castrop-Rauxeler, war gemeinsam mit der CDU-Kommunalpolitikerin Marlies Graeber Mitte Dezember zu Besuch vor Ort auf dem Grümer-Hof. Graeber und Beisenherz sind verwandt. Micky Beisenherz wird das Sonnenherz künftig als Schirmherr unterstützen.

Wo hat es denn im Jahr 2020 genau gehakt?

Corona habe die Aktivitäten schon deutlich ausgehebelt, sagt Elisabeth Grümer. Außerdem habe es Probleme mit der Digitalisierung alter Daten gegeben. Die im Herbst 2020 geplante Mitgliederversammlung des Fördervereins habe wegen Corona nicht ausgerichtet werden können.
Die Mitgliederversammlung soll laut Norbert Schilff, seit der Kommunalwahl Erster Bürgermeister in Dortmund und designierter Chef des Fördervereins, im ersten Halbjahr 2021 stattfinden. Schilff hat angekündigt, im neuen Jahr aufs Gaspedal zu drücken und sich in einem persönlichen Brief an die Mitglieder des Fördervereins zu wenden.

Was sind die guten Nachrichten aus 2020 und im neuen Jahr?

Neben der Schirmherrschaft von Micky Beisenherz zählen dazu vor allem zwei Dinge. Zum einen konnten offene Fragen zum Parkplatz mit der Stadt Castrop-Rauxel offenbar geklärt werden. „Das läuft jetzt“, ist sich der Castrop-Rauxeler Architekt Klaus Winkelmann sicher. Man stehe bei der Frage nach dem Baustart sozusagen Gewehr bei Fuß.
Zum anderen geht es um die Förderung. Ende Januar soll die Entscheidung fallen, ob das Sonnenherz aufgenommen wird in ein neues Förderprogramm beim Bund. Dabei geht es um das Pilot-Programm „Sterben wo man lebt und zu Hause ist.“ Die Hospiz-Stiftung hat sich um die Aufnahme beworben. Der Castrop-Rauxeler Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe hat sich dafür in einem Brief an Familienministerin Franziska Giffey ebenso stark gemacht, wie etwa auch die Dortmunder Landtagsabgeordnete Anja Butschkau (alle SPD) und weitere Unterstützer.

Hat die Elisabeth-Grümer-Stiftung noch einen Pfeil im Köcher?

Ja, man möchte Unterstützerinnen und Unterstützer als Paten gewinnen. Ein Flyer ist in Vorbereitung, um das Ganze in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Verschiedenene Bausteine sind möglich – angefangen bei einem Monatsbeitrag von 10 Euro. „Ich hoffe auch dabei auf große Unterstützung“, sagt Elisabeth Grümer. Und bekräftigt: „Wir sind es den Kindern, die dem Tod geweiht sind, einfach schuldig, dass wir ihnen und ihren Familien im Sonnenherz ein behutsames Abschiednehmen in Frieden ermöglichen können.“

Fakten zum Hospiz-Projekt

  • Das Kinderhospiz Sonnenherz entsteht neben dem 2012 eröffneten Erwachsenen-Hospiz an der Bockenfelder Straße in Dortmund-Westrich.
  • Es geht um ein Invest von gut vier Millionen Euro.
  • Die Baugenehmigung der Stadt Dortmund liegt seit September 2019 vor. Sie hat eine Gültigkeit von drei Jahren.
  • Das Sonnenherz hat Modellcharakter, denn es handelt sich um das einzige Hospiz in der Region mit einer Tages- und Nachtbetreuung und mit stationären und ambulanten Plätzen in der Tagespflege. Vorgesehen sind neun Plätze.
  • Das Kinderhospiz ist auf regelmäßige Spenden angewiesen, weil daraus fünf Prozent der Betriebskosten generiert werden müssen. Hierbei geht es um eine Größenordnung von mindestens 300.000 Euro im Jahr.
Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen

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