Brian Nickholz (SPD) hat seine erste Woche in Berlin als gewählter Bundestagsabgeordneter hinter sich. © Medienhaus Bauer
Revier-SPD soll starke Stimme werden

Brian Nickholz im Bundestag – das war die erste Woche

Sein Debüt in Berlin hat der neue Bundestagsabgeordnete Brian Nickholz (SPD) aus Marl hinter sich. Noch pendelt er zwischen zwei Lebenswelten.

Brian Nickholz sitzt in diesen Tagen wieder in gewohnter Umgebung im Fraktionsbüro der Marler SPD. Seine erste Woche im Berlin hat der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis 122 (Marl, Herten, Datteln, Oer-Erkenschwick und Haltern) hinter sich.

Ein bisschen habe er sich in den Tagen wie beim Ausbildungsbeginn oder beim Erst-Semester-Start gefühlt, erzählt der 31-Jährige jetzt. Diese ersten Eindrücke teilt er mit mehr als der Hälfte der SPD-Abgeordneten im kommenden Bundestag. Von 206 gewählten Mandatsträgern der Sozialdemokraten sind 104 Neulinge. Und knapp ein Viertel ist unter 35 Jahre alt. „Ich fühle mich da ganz gut aufgehoben“, sagt Nickholz nach den ersten Treffen mit Abgeordneten in Berlin und nachdem jeder von ihnen sich im Schnelldurchlauf den neuen Kolleginnen und Kollegen vorstellen durfte. „Wir sind eine heterogene Gruppe und spiegeln die Gesellschaft gut wider.“

Mit vielen Eindrücken und einer IT-Ausstattung fürs mobile Arbeiten und fürs Homeoffice ist er aus Berlin jetzt nach Marl zurückgekehrt. Denn auch hier gibt es noch einiges zu regeln. Seinen bisherigen Job als Fraktionsgeschäftsführer muss Brian Nickholz kündigen und die Übergabe für die Nachfolgerin oder den Nachfolger vorbereiten, bevor er sich ganz auf seine neue Aufgabe im Bundestag konzentrieren kann.

Parlamentsarbeit beginnt erst nach dem 26. Oktober

In Berlin beginnt die richtige Parlamentsarbeit erst mit der konstituierenden Sitzung des Bundestags am 26. Oktober. „Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen, das ist zurzeit Sache der Parteien, nicht der Fraktionen“, erklärt er. Und weil es noch keinen neuen Bundestag gibt, ist der mit 37,43 % der abgegebenen Wählerstimmen nach Berlin entsandte SPD-Politiker derzeit „vorläufiger Bundestagsabgeordneter“. Wenn der Bundeswahlleiter am 15. Oktober das amtliche Endergebnis der Wahlen bekannt gibt, darf er sich „gewählter Abgeordneter“ nennen. Erst nach der konstituierenden Sitzung des neuen Bundestags wird er dann zum Bundestagsabgeordneten. Mit den Vorbereitungen für seine neue Aufgabe wird Brian Nickholz aber auch bis dahin gut beschäftigt sein.

Starke Stimme für die Region

Zuhause im Wahlkreis findet man ihn künftig dort, wo er bereits Tür an Tür mit seinem Vorgänger Michael Groß gearbeitet hat. Das Wahlkreisbüro an der Victoriastraße 63 in Marl-Hüls ist auch Sitz des Marler SPD-Stadtverbands, dessen Vorsitzender Brian Nickholz weiterhin ist.

In Berlin hat der Marler in den ersten Tagen für seine persönliche Laufbahn schon einiges an politischer und persönlicher Sondierungsarbeit geleistet. Er setzt zum Beispiel darauf, dass die 19 SPD-Vertreter aus dem Ruhrgebiet in den nächsten Jahren eine starke Stimme für die Region sein werden.

Als Pendler haben es auch Abgeordnete schwer

Bei seinen ersten Erlebnissen als Bahn-Pendler in die Bundeshauptstadt mit Zugverspätung und fehlenden Anschlüssen ist ihm zudem ganz anschaulich vor Augen geführt worden, dass es am öffentlichen Personenverkehr viel zu verbessern gibt – damit es sich lohnt, das Auto stehen zu lassen.

Daneben beschäftigt ihn natürlich auch die Suche nach einer Wohnung – möglichst bezahlbar und in der Nähe des Bundestags. Fürs erste tut es ja ein Hotelzimmer. „Aber es wird auch schon über Bundestags-WGs nachgedacht, weil die Wohnungssuche schwierig ist“, erzählt Nickholz, der bislang noch keine Erfahrungen mit dem Leben in Wohngemeinschaften verfügt.

Transferliste für den FC Bundestag

Die hat er dagegen auf dem Fußballplatz. „Auf der Transferliste für den FC-Bundestag stehe ich bereits schon“, sagt Brian Nickholz, was ihn freut, obwohl er beim Fußball sonst meistens zuschaut.

Über die Autorin
Redaktionsleiterin Marl
Geboren und aufgewachsen in Haltern am See, nach der Schulzeit zunächst für einige Jahre an der Waterkant in Hamburg heimisch geworden. Nach der Rückkehr zunächst in Marl und dann wieder in Haltern zu Hause. Seit 2007 im Medienhaus Bauer verwurzelt, anfangs in der Regionalredaktion, seit 2014 in der Marler Redaktion, seit 2017 als Ressortleiterin. Mag die Menschen im Revier besonders wegen ihrer direkten Art, ihre Meinung kundzutun.Die Menschen in ihrem Alltag und den Wandel der Stadt zu begleiten, bietet uns jeden Tag aufs Neue eine Fülle von spannenden Themen und Geschichten, die unter die Haut gehen. Ist beruflich und privat kulturinteressiert, leidenschaftliche Museumsbesucherin, Konzert- und Theatergängerin.
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