Über Stunden wurde das Haus an der Heisterkampstraße am Sonntagabend gesichert, bevor Kriminaltechniker eintrafen. © Ralf Deinl
Tötungsdelinkt

31-jähriger Coesfelder in Marl erstochen: Verdächtiger in Untersuchungshaft

Ein 31-jähriger Mann aus Coesfeld stirbt in einer Sammelunterkunft der Westfleisch-Tochter WE Service an einer Stichverletzung. Ein Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft. Es gab mehrere Festnahmen.

Um 16.15 Uhr wird die Polizei am Sonntag zu einer Sammelunterkunft an der Heisterkampstraße gerufen. Ein Mensch ist tot, es soll sich um einen Mann handeln. Polizisten nehmen drei Männer und eine Frau aus der Wohnung mit, die offenbar von „WE-Service“ einer Westfleisch-Tochter angemietet ist. Weitere Informationen gibt es erst am Dienstag.

Demnach wurde nach dem gewaltsamen Tod des 31-Jährigen Untersuchungshaftbefehl gegen einen 62-Jährigen erlassen. Am Montag hatten die Ermittler den Beschuldigten einer Richterin am Amtsgericht Gelsenkirchen vorgeführt.

Gespenstische Szene wie aus einem Krimi: Am Sonntagabend ging die Spurensicherung in der Wohnung an der Heisterkampstraße an die Arbeit, die als mehrfach belegte Sammelunterkunft für Arbeiter aus der Fleischindustrie dient.
Gespenstische Szene wie aus einem Krimi: Am Sonntagabend ging die Spurensicherung in der Wohnung an der Heisterkampstraße an die Arbeit, die als mehrfach belegte Sammelunterkunft für Arbeiter aus der Fleischindustrie dient. © Ralf Deinl © Ralf Deinl

In einer Presseerklärung von Kreispolizeibehörde Recklinghausen und Staatsanwaltschaft Essen heißt es, dass zwei weitere in der Wohnung festgenommene Männer (26 und 53 Jahre alt) sowie eine 22-jährige Frau aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden seien.

Obduktion ist bereits erfolgt

Geführt werden die Ermittlungen von Staatsanwalt Shamgar Owusu-Ankomah unter dem Vorwurf des Totschlags. Eine Obduktion ist bereits erfolgt, demnach ist der Mann an einer Stichverletzung verstorben.

Angaben zu einem möglichen Motiv, dem Tathergang oder der Beziehung zwischen dem Getöteten, dem Beschuldigten oder auch den wieder auf freien Fuß befindlichen drei weiteren in der Wohnung Festgenommenen macht Owuso-Ankomah nicht. Laut Staatsanwalt war der 31-jährige Getötete in Coesfeld „wohnhaft“, und der Beschuldigte „wohnt“ in Marl.

Am Haus mit der Tatort-Wohnung hängt ein Schildchen mit dem Namen der Westfleisch-Tochter WE Service. Sie organisiert u.a. Sammelunterkünfte für Beschäftigte aus der Fleischindustrie. Sie könnte ihre Produktionsumfänge ohne die Beschäftigung von Menschen aus speziell dem osteuropäischen Ausland nicht aufrecht erhalten, die aus der Not geboren ihre Existenz mit der Arbeit in der Massenschlachtung und -verarbeitung sichern wollen.

Radau in der Wohnung vor der Tat

Nachbarn sind im konkreten Zusammenhang mit Erzählungen aus ihrem Lebensalltag schnell bei der Hand. Bevor die Polizei am Sonntag nach einem Notruf gegen 16.15 Uhr eingetroffen ist, soll es am Tatort nach übereinstimmenden Angaben lautstark hergegangen sein.

Und überhaupt gebe es ständige Störungen in der Nacht, wenn die Menschen zur Schicht abgeholt werden. Ob und welche Hilfen oder Ansprechpartner die Menschen in der Tatort-Wohnung und ihre Nachbarn in ihren Lebenssituationen haben oder hatten, ist unbekannt.

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Redakteur Regionales
Recklinghäuser, gelernter Maurer, versuchsweise Theologiestudent. Naturfreund, versierter Angler, begeisterter Fahrradfahrer. 30 Jahre Redakteur im Medienhaus Bauer und seit Schulzeiten interessiert an der Geschichte hinter der Geschichte: Wer erzählt in Politik und Gesellschaft den Menschen wann was? Und vor allem: Warum?
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