So könnte das Rathaus in Velen bald aussehen. Architekten haben die Pläne überarbeitet und noch mal im Stadtrat vorgestellt. Der Vorbau wird in diesem Plan etwas größer, aber repräsentativer. © Architekturbüro Tenhündfeld
Bauprojekt

Architekten aus Ahaus planen 5,3 Millionen teuren Rathausumbau in Velen

Ahauser Architekten planen den großanglegten Umbau des Rathauses in Velen. Nach einer „planerischen Vollbremsung“ der Politik erhöhen sich die Baukosten auf rund 5,3 Millionen Euro.

Das Velener Rathaus erhält ein neues Aussehen und wird barrierefrei. Das Architekturbüro Tenhündfeld aus Ahaus stellte am Donnerstag während der Sitzung des Stadtrats überarbeitete Pläne für den Um- und Anbau des Rathauses vor. Die Politiker waren mit den ursprünglichen Plänen nicht einverstanden, hatten an den geänderten Varianten aber nur noch Kleinigkeiten auszusetzen. Einstimmig waren sie dafür, dass die Architekten die vorgestellte Variante B weiterplanen.

CDU zufrieden mit „Ergebnis der Vollbremsung“

„Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis unserer Vollbremsung“, sagte Anton Sieverdingbeck (CDU) in der Diskussion um den Rathaus-Umbau. Jene Vollbremsung legte die Politik am 25. November hin, als laut Sitzungsunterlagen schon über die Umbaupläne abgestimmt werden sollte, die Fraktionen dann aber eine Überarbeitung forderten, da ihnen das Haus nicht repräsentativ und praktikabel genug erschien.

Die Architekten hatten vor allem die Südseite in den Blick genommen. An dieser Seite zur Ramsdorfer Straße hin liegt nach den neuen Plänen weiterhin der Haupteingang des Rathauses. In den ursprünglichen Plänen war dieser auf die Ostseite gerückt, da hier auch der Fahrstuhl errichtet wird.

Grundfläche vergrößert

In Variante B, die den meisten Ratsmitgliedern zusagte, vergrößern die Architekten die Grundfläche des geplanten Vorbaus auf der Südseite. Dieser rückt rund 1,5 Meter näher zur Straße. Zentral entsteht in diesem ebenerdigen Gebäudeteil ein etwa 45 Quadratmeter großes Foyer, von dem aus rechts das ebenso große Bürgerbüro erreichbar sein wird. Zwei Arbeitsplätze und zwei rund zehn Quadratmeter große Büroräume werden hier entstehen. In Variante A wären es nur ein Arbeitsplatz und ein Büro gewesen.

Links neben dem Eingang soll eine Hebebühne errichtet werden, die Menschen mit Behinderung alleine bedienen können, um den Höhenunterschied von etwa einem Meter zur nächsten Ebene überwinden zu können. Neben der Hebebühne führt zudem eine großzügige Treppe mit sechs Stufen hinauf auf eine rund 60 Quadratmeter große Fläche. Mit Blick auf das Schloss soll sich hier die Tourist-Info befinden. Auch wird hier ein sogenanntes Back-Office errichtet und zudem eine behindertengerechte Toilettenanlage, die in den vorherigen Plänen im Erdgeschoss fehlte.

Mehrkosten von 300.000 Euro erwartet

Der Bürgersaal, das zentrale Raumelement des Rathauses, befindet sich in der Mitte des Erdgeschosses. Durch Glaselemente kann man aus dem Saal in das Foyer schauen. Türen ermöglichen den Zugang zum Rathaus-Innenhof, der zwischen dem bestehenden Westflügel und dem geplanten neuen Ostflügel liegt.

Mit geschätzten Mehrkosten von knapp 300.000 Euro rechnen die Architekten, sollte die Variante B umgesetzt werden. Fast zwei Drittel der Kostensteigerung hängen mit der Erweiterung des umbauten Raums zusammen.

Förderzugsage von fast fünf Millionen Euro

Günther Kremer (CDU) fragte, ob es richtig sei, dass die Mehrkosten von der Stadt zu tragen seien. Bürgermeisterin Dagmar Jeske bestätigte das. Für die übrigen Kosten der Rathaus-Sanierung hatte die Stadt bereits eine Förderzusage von fast fünf Millionen Euro erhalten. Mehr als 90 Prozent der geschätzten Kosten von gut 5,3 Millionen Euro kommen aus Fördertöpfen.

Die UWG störte die erhöht gelegene Tourist-Info etwas. Zum einen die weißen Flächen, die draußen am Haus entstehen, zum anderen der Blick von unten hinauf. „Da müssen die Mitarbeiterinnen Sorge haben, dass ihnen von außen unter den Rock geschaut wird“, sagte Sybille Hüging (UWG). Carsten Wendler (CDU) regte als Lösung für die weiße Flächen Bilder der Velener Sehenswürdigkeiten an, Ursula Gerighausen (Grüne) schlug vor, den Tresen der Tourist-Info so zu drehen, dass die Mitarbeiterinnen keine Sorge vor Blicken haben müssten.

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