Flammen schlagen aus einem Auto, das in Eindhoven vor dem Bahnhof auf dem Kopf liegt. Mehrere hundert Menschen haben vor dem Bahnhof von Eindhoven gegen die aktuelle Corona-Politik demonstriert. Auch in Enschede flogen Steine und es gab viele Festnahmen. © Rob Engelaar/ANP/dpa
Coronavirus

Auch in Enschede Unruhen: Steine fliegen gegen Polizei – Schaufenster zertrümmert

Rund 30 Festnahmen hat es am Sonntagabend bei Unruhen in Enschede gegeben. Rund 200 Menschen hatten gegen die Corona-Ausgangssperre demonstriert.

„In Enschede versammeln sich wieder Gruppen junger Menschen“, das titelt die Tageszeitung Tubantia um 14.39 Uhr am Montag, 25. Januar 2021. In Enschede hatte es am Sonntagabend Unruhen gegeben. Entsprechend ist die Polizei alarmiert und mit mehreren Fahrzeugen im Zentrum der niederländischen Nachbarstadt präsent.

Mit Helmen und Schutzschildern rückte die Polizei am Sonntagabend gegen Vandalismus in der Innenstadt vor. Wie die Tubantia berichtet, wurden die Fenster einiger Innenstadtgeschäfte eingeschlagen und auch das Krankenhaus war Ziel der Randalierer. Auch sind Steine und Feuerwerkskörper geflogen.

Wie die Tageszeitung weiter berichtet, wurde auch eine Pressefotografin aus einer Horde von Randalierern heraus am Sonntagabend angegriffen. Die Frau wurde dabei durch Schläge und Tritte verletzt. Wie die Tageszeitung Tubantia berichtet, wurden bei den Unruhen am Sonntagabend noch weitere Journalisten bedroht und an ihrer Arbeit gehindert.

150 bis 200 Demonstranten

Ausgangspunkt für die Unruhen war eine Demonstration gegen die in den Niederlanden verhängten Ausgangssperren in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Rund 150 bis 200 Menschen versammelten sich am Sonntagabend auf dem „Oude Markt“, um für Freiheit zu demonstrieren.

Am Ende flogen Steine, Eier, Golfbälle, Straßenmöbel und Fahrräder. Die Polizei hat am Sonntagabend zwischen 20 und 30 Randalierer verhaftet. Sie war mit über 50 Beamten im Einsatz, darunter auch die Bereitschaftspolizei.

Zu der Demonstration war in den sozialen Medien aufgerufen worden. Als um 21 Uhr die Kirchenglocken läuteten und die Ausgangssperre begann, setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Wie die Tubantia berichtet, flogen dann schnell Gegenstände, unter einem Polizeifahrzeug mit Beamten darin explodierte ein Feuerwerkskörper.

Unruhen im ganzen Land

Auch in anderen Städten der Niederlande kam es am Sonntagabend zu Unruhen. Besonders heftig waren die Krawalle nach Medienangaben in Eindhoven, im Osten des Landes. Der Bahnhof der Stadt wurde demoliert, Läden wurden geplündert. „Hooligans kamen aus allen Ecken des Landes, sie hatten sich über die sozialen Medien verabredet“, sagte der Bürgermeister von Eindhoven, John Jorritsma. „Wenn man auf diese Weise das Land in Brand steckt, dann ähnelt das einem Bürgerkrieg.“

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