Maximilian und Johannes Finke zeigen ihre Maschine, mit der sie punktgenau den Dünger an ihre Pflanzen bringen. © Foto: Lilly Schmidt
Landwirtschaft

Biohof Finke aus Borken holt Bundespreis für ökologischen Landbau

Vom Großbetrieb zum Ökohof: Johannes Finke hat es gewagt. Am heutigen Tag, 20. Januar, ist er und sein Sohn Maximilian einer der drei Sieger beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau.

Der Biohof Finke in Borken-Hoxfeld ist einer von drei Siegern beim Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau. Am Mittwoch erhielten Johannes und sein Sohn Max Finke den Preis auf der digitalen Grünen Woche von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. „Ich bin natürlich sehr stolz“, gestand Hof-Inhaber Johannes Finke gegenüber der Redaktion.

Der Preis ist mit 7500 Euro pro Sieger-Betrieb dotiert. Im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau werden jedes Jahr drei Biobetriebe für besondere Betriebskonzepte und weitergehende Leistungen für den Ökolandbau und die Region ausgezeichnet.

Johannes Finke und sein Sohn Maximilian zeigen stolz die Siegerurkunde.
Johannes Finke und sein Sohn Maximilian zeigen stolz die Siegerurkunde. © Lilly Schmidt © Lilly Schmidt

Finke überzeugte die Jury durch ein besonders nachhaltiges Konzept zum Bio-Gemüseanbau und wurde dafür in der Kategorie „Ressourcenschutz, Naturschutz und Landschaftsgestaltung“ ausgezeichnet. Johannes und Maximilian Finke bauen auf 95 Hektar ein breites Gemüsesortiment an, das von Kohl und Möhren über Porree und Pastinaken bis zu Rote Bete, Broccoli und Zwiebeln reicht. Einen kleinen Teil davon verkaufen die Finkes im eigenen Hofladen, das meiste geht an Naturkost-Supermärkte.

„Viele haben mich belächelt“

Für Johannes Finke ist der Preis auch Anerkennung für einen Weg, den er in den 1980er Jahren begonnen hat. „Wir waren ein klassischer, konventioneller Mastbetrieb mit über 1000 Mastschweinen“, erzählt Finke. Angesichts der Belastungen für die Böden sei er immer mehr ins Grübeln gekommen. „Ich wollte wieder eine Landwirtschaft machen, die ich mit meinem Gewissen vereinbaren konnte“, sagt er im Rückblick. Also wagte er den schwierigen Schritt vom Großbetrieb zum Ökohof. Und es schwingt auch Genugtuung mit, wenn er sagt: „Viele haben mich damals belächelt und gesagt, dass ich nach ein paar Jahren pleite bin.“

Gemüseanbau wichtiger als Schweine und Hühner

Heute hat Finke noch 60 bis 70 Schweine und 650 Hühner. Der Schwerpunkt liegt aber deutlich auf dem Gemüse-Anbau nach Bioland-Richtlinien. Um auf den leichten Sandböden der Region den Stickstoffaustrag ins Grundwasser zu minimieren, haben Johannes Finke und sein Sohn Maximilian ein eigenes Konzept für die Fruchtfolge entwickelt und in Aussaat- und Düngetechnik investiert.

Die zum Teil hohen Restmengen an Stickstoff nach der Gemüseernte werden organisch gebunden und vor der Auswaschung geschützt, indem die Betriebsleiter anschließend ein Gemenge aus Hülsenfrüchten und Roggen oder Sandhafer anbauen. Damit sich beide Kulturen im Gemenge gut entwickeln und den vorhandenen Stickstoff optimal aufnehmen, werden sie mit satellitengestützter Technik getrennt in schmalen Streifen gesät.

Neue Techniken beim Düngen

Auch bei der Düngerausbringung setzen Johannes und Maximilian Finke auf die Technik. Ziel ihrer Arbeit ist es, dass kein über den Dünger ausgebrachter Stickstoff im Boden bleibt und so ins Grundwasser ausgewaschen wird. „Damit können wir punktgenau arbeiten“, sagt Maximilian Finke, „und jeder Pflanze nur exakt die Düngermenge geben, die sie braucht.“

Wie wirksam das Stickstoff-Konzept der Familie Finke ist, lasse sich an den aktuellen Nitratwerten im Grundwasser ablesen. Nach 30 Jahren ökologischer Bewirtschaftung sei der Nitratgehalt im eigenen Brunnen deutlich gesenkt worden. Das Projekt, bei dem es zuvorderst um den Schutz des Grundwassers geht, wird von der Landwirtschaftskammer in Münster begleitet. Die Finkes erhoffen sich einen weiteren Schub. „In den Köpfen vieler Verbraucher ist der ökologische Anbau ja längst angekommen“, sagt Max Finke, „aber in der Forschung liegt der Schwerpunkt immer noch auf den konventionellen Methoden.“

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