Johann Meiners, Chef der Arbeitsagentur Coesfeld (vorne) und sein Stellvertreter Rolf Heiber zogen am Mittwoch eine Jahresbilanz ihrer Behörde. Das Bild entstand in Vor-Corona-Zeiten. © Horst Andresen (A)
Jahresbilanz Agentur für Arbeit

Bis zu 40.000 Menschen waren in Kurzarbeit in den Kreisen Borken und Coesfeld

Der Bezirk der Arbeitsagentur Coesfeld, der die Kreise Borken und Coesfeld umfasst, ist besser durch das abgelaufene Jahr gekommen als das zu Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 zu erwarten gewesen sei. Diese Bilanz zog am Mittwoch die Arbeitsagentur.

Der Bezirk der Arbeitsagentur Coesfeld, der die Kreise Borken und Coesfeld umfasst, ist besser durch das abgelaufene Jahr gekommen als das zu Beginn des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 zu erwarten gewesen sei. Diese Auffassung haben am Mittwoch bei der Online-Jahrespressekonferenz der Leiter der Agentur, Johann Meiners, und sein Stellvertreter Rolf Heiber vertreten.

Vor allem die Kurzarbeit habe als „ein wichtiges Instrument dafür gesorgt, dass eine Rekordarbeitslosigkeit vermieden werden konnte“, sagte Meiners. Ersten vorläufigen Schätzungen zufolge wurden allein im Arbeitsamtsbezirk knapp 110 Millionen Euro im Bereich Kurzarbeit ausgezahlt. Aktuelle Zahlen im Bereich Kurzarbeit sind nicht zu bekommen, weil zwar die Firmen aktuell anzeigen müssen, ob sie Kurzarbeit anmelden.

Ob sie diese Form der Unterstützung aber letztlich auch in Anspruch nehmen, müssen sie erst Monate später melden. Derzeit, so schätzt Meiners, gibt es in rund 3000 Betrieben im Bezirk Kurzarbeit.

Bis zu 40.000 Menschen waren in Kurzarbeit

Wie Meiners und Heiber sagten, hatte die letztlich auch umgesetzte Kurzarbeit im April 2020 mit knapp 40.000 Kurzarbeitern in fast 4000 Betrieben ihren bisherigen Höchststand erreicht. Bis August ist deren Zahl auf 1633 kurzarbeitende Betriebe und knapp 15.000 betroffene Mitarbeiter zurückgegangen. „Die Kurzarbeit hat es ermöglicht, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter behalten konnten“, sagte Meiners. Das sei sehr wichtig gewesen.

Laut Meiners und Heiber war das Jahr 2020 aus Sicht der Arbeitsagentur im Wesentlichen von drei Phasen geprägt. Zu Beginn des Jahres, also zu Vor-Coronazeiten, habe es zwar Hinweise auf eine etwas abgeflaute Konjunktur gegeben, gleichwohl habe es fast Vollbeschäftigung gegeben. Vom ersten Lockdown bis zum August habe es dann steigende Arbeitslosenzahlen gegeben. Es seien kaum freie Stellen gemeldet worden, und auch die sonst zu spürende Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt sei ausgeblieben. Gleichwohl sei selbst in diesen Monaten die Arbeitslosenquote nur auf 4,1 Prozent gestiegen. Das sei, so Heiber, ein Niveau, das im Vergleich zu anderen Regionen doch sehr positiv zu sehen sei.

Bis in den Dezember hinein seien anschließend die Arbeitslosenzahlen wieder rückläufig gewesen. Mit Blick auf den jetzigen Lockdown müsse man die Entwicklung abwarten, so die Spitze der Arbeitsagentur. Gleichwohl gebe es auch positiv stimmende Signale. Etwa jenes aus der Industrie, dass die Auftragsbücher voll seien.

Ausblick ist durchaus optimistisch

Heiber betonte, dass die Arbeitsagentur trotz der Pandemie viel Zeit, Geld und Arbeit in die Weiterbildung und Qualifizierung der Arbeitslosen investiert habe. Rund 1200 Männer und Frauen hätten Maßnahmen und Umschulungen besucht, wegen der Pandemie oft online. Rund zehn Millionen Euro zahlte die Agentur für Weiterbildungskosten, weitere rund zehn Millionen an Arbeitslosengeld für Menschen in Weiterbildung.

Als „groß“ bezeichneten Meiners und Heiber die Bereitschaft der Unternehmen, junge Menschen auszubilden. Sie sei auch aktuell genau so hoch wie vor einem Jahr, sagte Meiners. Wie sehr die Unternehmen Nachwuchs-Fachkräfte brauchten, zeige auch der Blick auf das abgelaufene Ausbildungsjahr. 2020 gab es 1,32 Ausbildungsplätze pro Bewerber. Zum Vergleich: 2015 waren es nur 0,79.

Meiners und Heiber appellierten an Eltern und Schüler, auch angesichts der weiterhin wegen der Corona-Pandemie doch sehr eingeschränkten Möglichkeiten der Berufsorientierung und mangelnden Informationsmöglichkeiten die Beratungs- und Unterstützungsangebote der Arbeitsagentur in Anspruch zu nehmen.

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