Jan Belting (links) und Peter Stoverink stehen vor ihrer neuen Lieferung: 2000 Kisten Stobel-Bier haben sie am Niederrhein brauen lassen. © Sven Betz
Bier aus Bocholt

Bocholter Bier-Gründer brauen 2000 Kisten Strobel-Bier

Der Plan, ein Bocholter Bier auf dem Markt zu etablieren, gedeiht – und das trotz der Corona-Pandemie. Die Gründer des Bocholter Stobel-Bieres haben mittlerweile zum dritten Mal brauen lassen.

Die produzierte Menge dabei innerhalb eines halben Jahres verzehnfacht. Nachdem sie im September mit 200 Kisten Bier gestartet waren, ist jetzt die neue Lieferung gekommen. Diesmal mit 2000 Kisten.

„Wir konnten diesmal deutlich mehr bestellen und dadurch auch günstigere Bedingungen aushandeln“, sagt Peter Stoverink. Dem vorausgegangen war ein Wechsel der Brauerei: Stoverink und Belting hatten ihr Stobel zunächst bei Pott‘s im münsterländischen Oelde brauen lassen. Jetzt haben sie eine Brauerei am Niederrhein gefunden, die zu günstigeren Bedingungen braut. Die Ersparnis werde man an die Händler weitergeben, so Stoverink. Er hofft darauf, dass er mit Stobel bald bei einem Kistenpreis von unter 20 Euro landet. „Da wären wir dann im Preisbereich der Spezialitätenbiere.“

Auch ihr Vertriebsmodell haben die beiden Biergründer geändert. „Am Anfang haben wir direkt an Privatleute geliefert und verkauft“, sagt Stoverink. „Das war aber zu aufwändig.“ Zumal nun deutlich mehr Bierkisten auf dem Hof stehen. Mittlerweile werde Stobel über den Bocholter Einzelhandel verkauft, mehrere Supermärkte und Getränkehändler sind dabei.

Durch den Lockdown läuft das Geschäft schleppend

Belting und Stoverink haben auch spüren müssen, dass die Corona-Zeit nicht optimal ist, um ein Bier auf den Markt zu bringen. Durch den Lockdown laufe das Geschäft derzeit schleppender als noch Ende 2020, sagt Stoverink. Geburtstagsfeiern und andere Anlässe, gemeinsam Bier zu trinken, fallen flach. „Wir haben uns aber schon mal ein Stück eine Nische geschaffen“, sagt er. „Und wir sehen, dass die Leute das Bier nicht nur einmal kaufen, sondern nachkaufen.“

Auch an die Gastronomie ist coronabedingt derzeit kein Bier zu verkaufen. Das war im Herbst noch anders. „Da hatten wir schon die Ravardistraße erobert“, sagt Stoverink. Viele Wirte hätten Stobel auf ihre Karte genommen. Durch den Lockdown seien zuletzt aber alle Bestellungen wieder abgesagt worden. „Die Wirte haben uns aber gesagt: Sobald wir wieder öffnen dürfen, nehmen sie uns wieder was ab.“

Ein anderer Bocholter Bier-Plan steckt derweil noch in der Planungsphase: das Tangerding-Bier. Markus Tangerding und Ingo Hülsken hatten im Oktober angekündigt, das Bier der Hirschbrauerei Stenern wieder aufleben zu lassen und Tangerding-Bier nach Original-Rezeptur neu zu brauen. „Wir sind weiter auf der Suche nach einer geeigneten Brauerei“, sagt Markus Tangerding. Das Problem sei derzeit, vergleichsweise kleinere Biermengen zu vernünftigen Preisen gebraut zu bekommen.

Namensrechte gesichert

Interessanterweise gibt es eine Verbindung zwischen Tangerding und den Stobel-Gründern: Peter Stoverink und Jan Belting hatten sich vor ihrer Gründung den alten Bocholter Bier-Markennamen „Tangerding“ rechtlich gesichert. Das Namensrecht sei aber nicht der Grund, warum es bislang noch kein Tangerding-Bier gibt, versichert Markus Tangerding. „Wir hatten gute Gespräche mit den Stobel-Jungs. Das haben wir geregelt.“ Peter Stoverink erzählt, dass sie ursprünglich den Plan hatten, ihr Bocholt-Bier unter dem Namen Tangerding zu vertreiben. Als sie dann vom Brau-Plan auf dem Hof Tangerding erfuhren, hätten sie ihre Idee aufgegeben und sich den Namen „Stobel“ ausgesucht. „Was im Endeffekt ja auch ganz gut klingt“, findet Stoverink.

Belting und Stoverink betreiben ihr Bier-Geschäft übrigens weiter im Nebenjob. In absehbarer Zeit wird sich daran auch nichts ändern. Stoverink: „Damit das ein Full-Time-Job wäre, müssten wir noch an den Zahlen drehen.“

Landwirt gesucht

Jan Belting und Peter Stoverink wollen als nächstes einen Bocholter Hopfen für ihr Bier anbauen lassen. Derzeit sind sie auf der Suche nach einem Landwirt aus der Region, der den Plan umsetzt. „Wir sind beide keine Landwirte“, sagt Peter Stoverink.

Echter Hopfen (Humulus lupulus) als Brauzutat ist neben Gerste eine der Hauptzutaten eines Bieres.

In Deutschland wird er heutzutage überwiegend in Bayern und Baden-Württemberg angebaut.

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