Ein Bocholter stand jetzt wegen Nötigung vor dem Amtsgericht. (Symbolbild) © Sven Betz
Nötigung

Bocholter droht Frauen mit Veröffentlichung von Sexvideos – milde Strafe

Ein 24-Jähriger hatte zwei Frauen damit gedroht, heimlich angefertigte Sexvideos von ihnen ins Netz zu stellen. Am Ende kam der psychisch kranke Mann mit einer milden Strafe davon.

Noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist der 24-jährige Angeklagte vor der Strafkammer am Amtsgericht Bocholt. Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautete: „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen“.

In zwei Fällen hatte der Angeklagte angegeben, junge Frauen beim gemeinschaftlichen Sex gefilmt zu haben. Wegen Nötigung muss er nun 100 Euro an die Bocholter Tafel zahlen.

Sex-Videos als Druckmittel genutzt

Die Videos habe er gespeichert und wollte sie ins Netz stellen, hatte der Angeklagte gegenüber den Frauen erklärt. Er habe das nur gesagt, weil er erreichen wollte, dass die jungen Frauen noch einmal mit ihm sprechen. Zu diesen Aussprachen sei es aber nicht gekommen, so der 24-Jährige. In der Verhandlung versicherte der Angeklagte, dass es diese Videos nicht geben würde.

In einem Fall hatte eine der Frauen mit ihren Eltern telefoniert, dass sie im Elternhaus des Angeklagten im Badezimmer eingesperrt sei. Daraufhin hatten die Eltern die Polizei informiert. Der Angeklagte bestritt diesen Vorgang.

Bei der anderen Frau gab der Angeklagte an, dass es sich nur um einen „One-Night-Stand“ gehandelt habe. Diese Zeugin gab an, dass ihre Bekannte sie vor dem Angeklagten gewarnt hätte. Auch sie habe Angst gehabt, dass es tatsächlich Aufnahmen gegeben habe.

Seine Anwältin übergab der Richterin ein Attest, dass sich der Angeklagte in psychiatrischer Behandlung befinden würde. Beide Zeuginnen gaben an, dass sie keine Videos von sich im Netz gesehen hätten. Die Richterin versicherte, dass sie die Angst der jungen Frauen nachvollziehen könne, dass diese Aufnahmen tatsächlich existieren. Bei beiden Frauen entschuldigte sich der Angeklagte für seine Tat.

Smartphone wurde einbehalten

Von der ursprünglichen Anklage sah die Richterin im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft ab. Sie stellte aber den Tatbestand der Nötigung fest. Der Angeklagte wurde verurteilt, 100 Euro an die Tafel in Bocholt zu zahlen.

Darüber hinaus werden die sich in der Staatsanwaltschaft befindenden Gegenstände (Handys) einbehalten. Diese waren auf Filmmaterial untersucht worden. Es wurde aber nichts gefunden. Der Angeklagte erklärte sich damit einverstanden. „Ich hoffe, dass wir uns vor Gericht nicht wiedersehen“, sagte die Richterin.

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