Hans Hein zeigt die Internetseite seines neuen, grenzenlosen Kunstprojekts. © Renate Rüger
Galerien

Bocholter Hans Hein eröffnet virtuelle Galerien für die Grenzregion

Hans Hein gibt angesichts der Corona-Pandemie seine „Kunstcarrée Art Gallery“ in Bocholt auf. Jetzt schafft er eine Internet-Plattform für Künstler und Kunst-Interessierte in der Grenzregion.

Bereits im Mai hatte Hans Hein angesichts des ersten Corona-Lockdowns angekündigt, seine Galerie in Bocholt schließen zu wollen. Doch dann kam ihm der Vermieter entgegen, so dass er seine Galerie weiter halten konnte. Jetzt aber ist endgültig Schluss.

Der 250 Quadratmeter große Raum an der Nordstraße, den Hein wegen des einfallenden Lichts so liebte, ist bereits leergeräumt. Was aber nicht heißt, dass Hein aufgibt. Nein: Er macht weiter – im Internet. Dort baut er nun unter der Adresse „kunstcarree.com“ ein Portal für das Kulturgebiet Region Bocholt und Niederrhein, Holland und Belgien auf. Die Künstler und Kulturtreibende im Grenzgebiet sollen sich hier vernetzen und auch ihre Werke anbieten können.

Vier virtuelle Galerien

Noch ist die Internetseite „Kunstcarree.com“ nicht ganz fertig. Vier Galerien – Malerei, Grafik, Skulpturen und Fotografie – entstehen hier in Kürze – kostenfrei zum Mitmachen, heißt es auf der Startseite. Einen ersten Eindruck liefern jedoch bereits eingestellte Aufnahmen der van-Buren-Foto-Kollektion, Bilder von den bunten Kompositionen der Malerin Ute Ida Fischer, Fotos von den bunten Figuren des gebürtigen Rheders Norbert Wilting oder Detailaufnahmen von Ingo Krasenbrink. Bildhauerarbeiten wie das Golden Girl von Wim Schreurs sind ebenso zu sehen wie das Beatles-Gemälde der Bocholterin June Erkelenz oder van Burens Leinwand-Drucke von den Beatles und den damals noch jungen Rolling Stones.

Ein Kultur-Almanach aller Künstler, Museen, Aussteller und Städte der grenzüberschreitenden Region soll der „Kunstcarrée Art Pool“ werden. Kunst-Interessierte sollen sich dort über die Künstler informieren oder auch Werke online kaufen können, erklärt Hein.

„An der Nordstraße ist jetzt alles tot“

„Man muss schnell reagieren“, sagt er angesichts des zweiten Corona-Lockdowns. An der Nordstraße sei jetzt alles tot, die Geschäfte seien zu und auch vorher sei nur noch wenig los gewesen. „Ich hatte kaum und zum Schluss keinen Umsatz mehr, aber feste montaliche Kosten“, erklärt Hein, der auch das traditionelle im Mai stattfindene „Kunstcarrée“ in der Bocholter Innenstadt organisiert. Auch diese Veranstaltung hat dieses Jahr nicht stattgefunden. Zwei Mal habe er das „Kunstcarrée“ verschieben und am Ende ganz absagen müssen, berichtet Hein. Dass es im kommenden Mai stattfinden kann, daran glaubt er nicht.

Jetzt nutzt er die Kontakte zu den vielen Künstlern, die er durchs „Kunstcarrée“ im Laufe der letzten zwölf Jahre kenengelernt hat, für den Aufbau des neuen Internet-Projekts. Sie alle sind eingeladen, mitzumachen. Etwas zahlen brauchen sie dafür nicht. Aufgebaut wurde die Internet-Seite von der Freerange Creatives GbR – eine Firma, die Hein extra mit seiner Tochter Daniele Timmins-Hein gegründet hat, die eine weltweite digitale Werbeagentur in Katwijk und damit entsprechende Erfahrung besitzt.

Auf der Seite „Kunstcarree.com“ ist übrigens auch Hans Heins eigener Skulpturenpark an der Nordmauer zu finden, ebenso wie Gemälde und Zeichnungen – unter anderem auch eine Schuh-Zeichnung von Andreas Noßmann – die er dort zeigt.

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