Genießen die neue Corona-Lockerung auf dem Bocholter Marktplatz: Jolie Langels (links), Manuela Langels und Patrick Langels. © Sven Betz
Coronavirus

Corona-Lockerungen: So genießen Bocholter die neue Freiheit

Die Corona-Zahlen gehen im Kreis Borken deutlich zurück. Die Inzidenz ist im Sinkflug. Davon profitiert auch die größte Stadt: Bocholt. Es sind neue Freiheiten, die die Menschen genießen.

Seitdem die Inzidenzwerte stabil unter dem Wert von 100 liegen, gilt seit Sonntag (16. Mai) etwa keine Ausgangssperre mehr. Auch Geschäfte und Außengastronomie dürfen grundsätzlich wieder unter Auflagen öffnen. Aber nicht überall kam es zu Öffnungen in Bocholt.

Während sich Gäste am Markt schon wieder an Tische setzen konnten, war die Ravardistraße mit ihren Kneipen noch geschlossen. Sollte sich der Rückgang des Infektionsgeschehens weiterhin fortsetzen, könnte in wenigen Tagen sogar schon ein weiterer Lockerungsschritt gemacht werden. Nämlich dann, wenn die Inzidenz stabil unter 50 bleibt.

Inzidenz nähert sich der 50er-Marke

Derzeit liegt der Wert im Kreis bei 59,5. Für diesen Fall wären Treffen wieder in größeren Gruppen als bisher möglich. Auch im Bereich Sport, Kultur und Tourismus gibt es dann mehr Freiheiten: Sport im Freien wäre ohne Einschränkung möglich, Freibäder dürften unter Auflagen öffnen – auch Konzerte und Theater wären unter Auflagen wieder erlaubt.

Anders als im Kreis haben einige Kommunen jenseits der niederländischen Grenze noch immer mit hohen Inzidenzwerten zu kämpfen. In Aalten gehen die Werte zwar deutlich zurück, dennoch lag die Inzidenz kürzlich noch bei fast 200, im benachbarten Winterswijk sogar bei fast 400.

Sorgen im Kreishaus

Im Kreishaus sieht man das mit Sorge: „Natürlich ist das problematisch, wenn benachbarte Regionen so fundamental unterschiedliche Inzidenzzahlen haben“, sagt Kreissprecherin Ellen Bulten. „Landrat Dr. Kai Zwicker wiederholt deswegen ja immer wieder ausdrücklich den Appell, von nicht notwendigen Fahrten ins Nachbarland abzusehen.“

Und wie nutzen die Bocholter, die seit gestern zurückgewonnenen Freiheiten? „Ich finde es gut, dass wieder gelockert wird“, sagt Thomas Bartelt. „Draußen besteht keine Gefahr, sich anzustecken, und außerdem haben viele die erste Impfung schon erhalten.“

Bocholter genießen neue Freiheiten

Und wie nutzen die Bocholter, die seit Sonntag zurückgewonnenen Freiheiten? „Ich finde es gut, dass wieder gelockert wird“, sagt Thomas Bartelt. „Draußen besteht keine Gefahr, sich anzustecken, und außerdem haben viele die erste Impfung schon erhalten.“

Ähnlich sieht das auch Katharina Markett: „Ich finde es gut, dass geöffnet wird. Die Zahlen sind nicht in die Höhe gegangen.“ Sie und ihr Mann hätten extra einen Test gemacht, nur um sich in ein Restaurant setzen zu können: „Aber wir haben keins gefunden, das geöffnet hat.“ Das bedauert auch Uta Michels-Scholz: „Wir hätten uns in ein Restaurant gesetzt, aber leider hat kein Restaurant geöffnet.“

Es gibt auch Bedenken

Größere Bedenken wegen der Lockerungen hat dagegen Andrina Elezaj: „Meiner Meinung nach könnte man auch noch zwei Wochen mit den Lockerungen warten. Ich würde mich jetzt noch nicht in ein Restaurant setzen. Mir geht das zu schnell.“

Grundsätzliche Kritik am Lockdown hat Hans-Bruno Hasler: „Ich bin froh, dass man überhaupt öffnet. Der Lockdown bringt meiner Meinung nach niemandem etwas.“ Auf die neuen Freiheiten freuen sich Marie Opitz und Anna Kampshoff : „Ein Stück Normalität kehrt wieder ein. Wir wollten uns heute direkt in ein Restaurant setzen. Man will einfach wieder raus, denn das Leben muss weitergehen.“

Zwei junge Männer, die ihre Namen nicht in der Zeitung lesen möchten, berichten von einer bemerkenswerten Erfahrung: „Wir wollten einen Kaffee trinken, aber nur einer von uns ist geimpft. Der Kellner sagte uns, dass der Geimpfte sitzen darf und der Ungeimpfte stehen muss.“

Lesen Sie jetzt