Klaus Passerschröer mit seinem Rheder Dunkel und dem ersten Glas, in dem er es 1998 ausschenkte. Das Logo, das noch immer das Etikett ziert, zeigt die Gudulakirche und stammt von der Schwester eines Freundes. Im Rhedenswert-Laden ist das Bier als Geschenk-Edition zu haben. © Sabine Hecker
Craftbeer

Craftbeer „Rheder Dunkel“: Klaus Passerschröer bringt es zurück

Für seine Idee erntete Klaus Passerschröer anfangs einiges an Spott. „Früher wurde ich viel belächelt“, sagt der Rheder. Dabei war er mit einem selbst gebrauten Craftbeer eigentlich seiner Zeit voraus.

Wir haben das Craftbeer bereits 1998 nach Rhede gebracht“, sagt Klaus Passerschröer. Heute seien solche kreativen, handwerklich gebrauten Biere im Trend. Viele Jahre lang schenkte Passerschröer das „Rheder Dunkel“ während der Kirmes aus und zu besonderen Anlässen in seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Nach 22 Jahren gibt es das „Rheder Dunkel“ jetzt erstmals regelmäßig.

Der Rhedenswert-Laden der Verkehrs- und Werbegemeinschaft hat es ebenso im Sortiment wie Getränke Barbett. Laut Passerschröer hat er auch schon Anfragen von Gastronomen, die es mit ins Sortiment nehmen möchte. Das „Rheder Dunkel“ komme bei den Kunden gut an, sagt Sylvia Thebingbuß vom Rhedenswert-Laden.

Oft gehört: „Klaus, in Rhee kümp dat nich an“

Es sei schon eine „kleine Genugtuung“, dass Leute nach dem Bier fragten, sagt Passerschröer, der hauptberuflich eine Wohnmobilvermietung sowie einen Bootsverleih betreibt. In den Anfangsjahren habe er sich „den Mund fusselig geredet“, um die Leute zu überzeugen. „Klaus, in Rhee kümp dat nich an“, habe er häufig gehört. „Ich will Pils und kein Alt“, erklärten Leute, die an seinem Stand auf der Rheder Kirmes vorbeiliefen. Entmutigen ließ sich der Bierliebhaber dadurch nicht.

Vor 22 Jahren die Idee fürs „Rheder Dunkel“ gehabt

22 Jahre ist es her, dass Passerschröer mit einigen Freunden auf die Idee kam, ein Bier für Rhede zu kreieren. Den Ausschlag dafür gab ein Onkel. Der brachte aus der Kur in Bad Driburg einen Bierdeckel der nahen Schlossbrauerei Rheder mit. Passerschröer fuhr in den 300-Seelen-Ort und knüpfte Kontakt zu der über 360 Jahre alten Brauerei.

Gemeinsam mit dem Braumeister entwickelte er das „Rheder Dunkel“ und berief sich dabei auf die Rheder Biertradition. „Wir haben flaches Land und hartes Wasser, deshalb wurden wie am Niederrhein früher bei uns obergärige Biere (wie Alt) gebraut und die bekamen für den Genuss einen Röstmalzanteil“, sagt der Unternehmer.

Durch die Textilindustrie habe sich die Bierwelt in Rhede verändert, erzählt Passerschröer. Weil die Arbeiter in den Fabriken mehr verdienten. Deshalb kam das Bier künftig von außerhalb. Die Rheder tranken zunächst vorwiegend das klassische Arbeiterbier Export von Kronen und DAB, später folgte „die Pils-Schwemme“.

Erst seit die Craftbeer-Bewegung aus den USA nach Deutschland schwappt, „entdecken die Menschen plötzlich wieder alte Bierstile und freuen sich über echte Spezialitäten“. Mittlerweile bekomme er Anfragen und das „Rheder Dunkel“ sei auch bei Bierverkostungen gefragt, sagt Passerschröer. Ganz weg gewesen sei es in den vergangenen Jahren nie, aber ein wenig im „Dornröschenschlaf“. Vergangenes Jahr zum Weihnachtsmarkt ging Passerschröer damit wieder in die Öffentlichkeit und schenkte es wie früher aus einem alten Holzbierfass aus. Dieses Fass habe ihm der letzte Böttcher aus der Region, der inzwischen verstorbene Heinrich Heisterkamp aus Borken, vor vielen Jahren gemacht.

Klaus Passerschröer braut das „Rheder Dunkel“ regelmäßig

Das „Rheder Dunkel“ liegt Passerschröer am Herzen. Er freut sich, dass es jetzt regelmäßig gebraut wird. Geld damit verdienen werde er zwar nie, sagt er, denn er wolle, dass es bezahlbar bleibe. Es freue ihn jedoch, wenn es bei den Leuten ankomme. Sein „Traum“ sei es, dass sich Rheder Gastronomen in einem Rheder-Dunkel-Verein zusammentun.

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