DJ Jörg Honsel legt im Käthe-Kollwitz-Haus zur Begeisterung der Senioren Schlager und Evergreens auf. © Sven Betz
„Melodien für Senioren“

DJ Jörg Honsel tourt wieder durch die Bocholter Seniorenheime

DJ Jörg Honsel ist mit seinem Programm „Melodien für Senioren“ wieder in den Bocholter Seniorenheimen unterwegs. Es ist bereits das zweite Mal in der Corona-Pandemie.

Die ersten Takte des ersten Liedes erklingen und schon kommt Bewegung in den Saal. Kaum schallt das „Lied von der Aa“ in der Version von Winni Biermann aus den Boxen im Versammlungsraum des Käthe-Kollwitz-Hauses in Stenern, da wippen die Bewohner mit und klatschen im Rhythmus. „Das kommt von der Aa. . .“ geht allen Senioren locker über die Lippen, sie singen mit.

Das Bocholt-Lied, man sieht es sogleich, kennen sie nach all den Jahren noch immer auswendig. Hinter den Boxen und seinem Mischpult steht Jörg Honsel, der DJ, und freut sich. Genau diese Reaktion hatte er sich erhofft, und genau deshalb ist er hier: Er möchte den Bewohnern des Käthe-Kollwitz-Hauses eine schöne Stunde mit bekannten Melodien und Evergreens schenken. „Hier sieht man, dass die Leute die Musik richtig lieben“, sagt er. „Diese Emotionen, die man spürt – das ist einfach fantastisch.“

Am Anfang der Pandemie auf Idee gekommen

„Melodien für Senioren“ nennt der 56-Jährige seine Aktion, die ihn in den nächsten Tagen noch zu drei weiteren Seniorenheimen in Bocholt führen wird. Vor einem Jahr hat er das zusammen mit seinem Techniker, Jan Elsinghorst von der Firma Skenia, zu Beginn der Corona-Pandemie zum ersten Mal gemacht. Ehrenamtlich, in seinem Urlaub, so wie jetzt auch. „Im vergangenen Jahr waren die Menschen in den Altenheimen in Isolation“, sagt er. „Da wollten wir etwas machen.“ Und weil das im vergangenen Jahr so gut ankam, war Honsel und Elsinghorst klar: In diesem Jahr wollen sie das wiederholen.

Honsel spielt Lieder, die sich die Bewohner vorher gewünscht haben. Und er moderiert sie mit netten Worten an, sagt, wer sich dieses Lied gewünscht hat, und wen er damit grüßen möchte. „Die persönliche Ansprache ist wichtig“, sagt der DJ, der eigentlich als Verwaltungsfachmann bei der Stadt Bocholt arbeitet. „Musik kann ganz stark berühren“, hat er festgestellt. „Plötzlich ist man zurück in der alten Zeit, bei der ersten Liebe, beim ersten Kuss.“

Welche Emotionen da geweckt werden, sieht man beim zweiten Lied des Nachmittags: „Junge, komm bald wieder“ von Freddy Quinn. Einem Bewohner kommen vor Rührung Tränen in die Augen. Gaby Maas vom Begleitenden Dienst des Käthe-Kollwitz-Hauses eilt hinzu und reicht dem Mann ein Taschentuch.

„Musik ist einfach ein Schlüssel“

„Musik ist einfach ein Schlüssel“, sagt Gaby Maas. Schon im vergangenen Jahr sei „Melodien für Senioren“ gut angekommen, deshalb freuten sich die Bewohner diesmal umso mehr. Doch etwas hat sich geändert im Vergleich zur Pandemie im Vorjahr, sagt Maas. „Die Lage ist für uns durch Impfungen und Testungen entspannter geworden“, sagt sie. Im vergangenen Jahr durfte DJ Jörg Honsel nur draußen spielen, die Senioren hörten drinnen vom geöffneten Fenster aus zu. Diesmal kann der DJ-Nachmittag drinnen stattfinden, corona-konform mit genügend Abstand.

Eine Überraschung hat Jörg Honsel auch parat: Eine Bewohnerin wird an diesem Tag 100 Jahre alt, ein anderer feierte vier Tage zuvor seinen 100. Geburtstag. Für beide legt er das Lied „Ich werde 100 Jahre alt“ von Johannes Heesters auf– nur um direkt danach die getragene Stimmung mit dem Udo-Jürgens-Schlager „Mit 66 Jahren“ wieder aufzulockern. Begeistert klatscht der Saal mit.

Nach jedem Lied gibt es Applaus für den DJ. „Das ist mit Geld nicht zu bezahlen“, sagt Jörg Honsel gerührt. „Das packt mich noch heute Abend auf dem Sofa.“

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