Die fünfjährige Leni Schemmer möchte zusammen mit den Rekenern einen Beitrag zum Wimpelketten-Weltrekordversuch des Vereins Fontanherzen leisten. © privat

Ein Weltrekordversuch mit Herz: Wimpel für lange Kette gesucht

Die herzkranke Leni Schemmer und ihre Familie bitten die Rekener um Unterstützung bei einem Weltrekordversuch. Das Ziel ist die längste Wimpelkette der Welt. Der Verein Fontanherzen macht mit der Aktion auf Kinder mit angeborenem Herzfehler aufmerksam.

Der Verein Fontanherzen setzt sich für Menschen ein, die mit einem „halben Herzen“ zur Welt gekommen sind. Die fünfjährige Leni Schemmer aus Reken-Hülsten wurde mit einem Ein-Kammer-Herz (univentrikuläres Herz) geboren.

Die junge Rekenerin hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Operationen am offenen Herzen hinter sich gebracht. Deutschlandweit kommt etwa eines von 100 Babys mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Am Mittwoch, 5. Mai, ist der Tag des herzkranken Kindes.

Lenis Eltern, Bärbel und Hendrik Schemmer, sind seit der jüngsten OP ihrer Tochter im Jahr 2019 Mitglied im Verein Fontanherzen. Die Familie macht jetzt bei einem Weltrekordversuch mit, den der Verein initiiert hat, um mehr Menschen auf angeborene Herzfehler aufmerksam zu machen. Die Aktion heißt „Herz-Wimpel-Challenge“.

Unterstützer mit ins Boot holen

Ziel sei es, die bisherige Wimpelketten-Weltbestmarke (Länge von 17,6 Kilometern) zu knacken, erläutert Bärbel Schemmer. Die Familie möchte möglichst viele Menschen mit ins Boot holen. Sie ruft dazu auf, die Rückseite der Herz-Wimpel-Vorlage kreativ zu gestalten. Darauf könne beispielsweise gemalt oder auch ein Wunsch formuliert werden, teilt der Verein mit.

Wer mithelfen möchte, kann die Rückseiten der Herz-Wimpel gestalten und anschließend wieder im Hofladen „Knolli“ kontaktlos abgeben. Die Herz-Wimpel, die die Teilnehmer aus ihren jeweiligen Orten gesammelt haben, werden zusammengebunden und am Freitag, 2. Juli, in einer Herz-Wimpel-Kette entlang der Elbe in Magdeburg präsentiert. Dort hat der Verein Fontanherzen seinen Sitz.

Die Familie Schemmer ist schon seit Längerem dabei, auf die Aktion aufmerksam zu machen: in Kindergärten, Schulen, bei Kollegen und der Gemeinde Reken. In ihrem Hofladen „Knolli“ an der Straße Boom hat die Familie Herz-Wimpel-Vorlagen ausgelegt.

Diese könnten dort jederzeit kontaktlos abgeholt und anschließend wieder abgegeben werden, sagt Bärbel Schemmer. „Wir haben bisher 500 Herzen erhalten“, ergänzt Lenis Mutter. Die Familie hofft darauf, dass im Endspurt der Aktion noch viele weitere Herzen hinzukommen.


Abgabe bis 24. Mai möglich

Die fertig gestalteten Herz-Wimpel sollen bis spätestens Pfingstmontag, 24. Mai, im Hofladen „Knolli“ des Hülstener Boombachhofs (Boom 4), abgegeben werden, damit Bärbel Schemmer noch genug Zeit hat, die Wimpel zu einer Kette zusammenzubinden. Die Aktion ist mit einem internen Wettbewerb unter den Teilnehmern aus den jeweiligen Orten verknüpft: Am 2. Juli wird der Verein Fontanherzen bekanntgeben, welche Teilnehmer-Gemeinschaft die längste Herz-Wimpelkette beigesteuert hat.

Hier gibt es die Beschreibung zur Aktion des Vereins und außerdem auch eine Wimpel-Vorlage zum Selbstausdrucken im PDF-Format.

Verein Fontanherzen

Der Name des Vereins Fontanherzen geht auf den 2018 verstorbenen französischen Herzchirurgen François M. F. Fontan zurück. Nach ihm ist die Fontan-Operation benannt, die bei Kindern, die mit einem Ein-Kammer-Herz zur Welt kommen, vorgenommen werden kann. Lebenserwartung und Lebensqualität der Kinder seien sehr unterschiedlich, schreibt der Verein.

Dieser wurde 2012 von betroffenen Eltern gegründet, um sich miteinander sowie mit spezialisierten Ärzten über die besonderen Probleme bei dieser Fehlbildung des Herzens auszutauschen. Die Mitglieder machen unter dem Motto „Gemeinschaft – Forschung – Hilfe“ auf diese spezielle Fehlbildung des Herzens aufmerksam. Infos unter fontanherzen.de.

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