Die Räume der Ewobi an der Bocholter Adenauerallee wurden im März von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Seither ist eine hitzige Diskussion um die Zukunft der Ewibo entfacht. © Sven Betz
Bocholt

Ewibo-Geschäftsführer: Anwältin widerspricht Darstellung zur Abberufung

Gab es doch noch keine Abberufung? Eine Juristin kritisiert den Informationsfluss zum Beschluss der Gesellschafterversammlung. Bisher sei keine schriftliche Nachricht beantwortet worden.

Wer hat wen und wann über die Abberufung von Ewibo-Geschäftsführer Berthold Klein-Schmeink informiert? Diese Frage beschäftigt jetzt die Anwälte der beiden Konfliktparteien. Der städtische Anwalt Michael Hoppenberg betont, Dr. Barbara Bischoff, die Rechtsanwältin Klein-Schmeinks, bereits am 3. September vorab informiert zu haben.

Dazu meldet sich jetzt die Juristin zu Wort: „Es ist richtig, dass Herr Kollege Hoppenberg mich in einem Telefonat am 3. September informierte, dass über die Abberufung abgestimmt werden soll.“ Aber: „Dass ein Abberufungsbeschluss in der Sitzung der Gesellschafterversammlung am 3. September mit sofortiger Wirkung tatsächlich gefasst wurde, wurde mir auch in einem Telefonat am 8. September nicht mitgeteilt“, erklärt die Anwältin am Dienstag gegenüber dem BBV.

Einverständliche Vertragsbeendigung im Gespräch gewesen

Inhalt des Telefonates vom 8. September sei in erster Linie die Abstimmung eines Termins für ein Sondierungsgespräch gewesen, „um sich über die Möglichkeiten einer einverständlichen Vertragsbeendigung auszutauschen“.

Den vereinbarten Termin für ein persönliches Treffen am 14. September habe sie dann am Vorabend aus persönlichen Gründen absagen müssen. „Ich habe sowohl Herrn Kollegen Hoppenberg als auch den Bürgermeister noch am späten Abend persönlich hierüber informiert. Ich habe auch zu beiden noch am 14. September Kontakt gehalten und am 15. September zur Vorbereitung eines neuen Termins per E-Mail darüber informiert, dass Herr Kollege Martin Harbering als weiterer Anwalt und Ansprechpartner ebenfalls zur Verfügung steht.“

Ewibo-Chef nicht informiert?

Bis zum Montagabend dieser Woche sei allerdings keine Reaktion auf diese Mail erfolgt. Bürgermeister Thomas Kerkhoff (CDU) hat am Freitag erklärt, dass Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Ewibo kein Vertrauen mehr in Berthold Klein-Schmeink haben und ihn deshalb endgültig aus dem Amt des Geschäftsführers abberufen haben.

Diese Entscheidung sei mit sofortiger Wirkung nach mehrstündiger Debatte bereits am 3. September erfolgt. Berthold Klein-Schmeink sei über diesen Beschluss auch 14 Tage später noch nicht informiert gewesen.

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