Im Medisch Spectrum Twente sind fast alle Corona-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden, ungeimpft (Symbolfoto). © dpa
Medisch Spectrum Twente

Fast alle Corona-Patienten auf Intensivstation in Enschede sind nicht geimpft

Alle bis auf einen der Corona-Patienten, die jetzt im Medisch Spectrum Twente am Beatmungsgerät sind, sind ungeimpft. „Sie nicht impfen zu lassen, ist russisches Roulette zu spielen“, sagte der Arzt Ronald Trof zur Tageszeitung Tubantia.

Der Intensivmediziner forderte alle Erwachsenen, die dies noch nicht getan haben, auf, sich impfen zu lassen. Die Tubantia sprach am Dienstag (23. November) mit den Arzt des Enscheder Krankenhauses. Zu dem Zeitpunkt lagen zehn Menschen mit Covid-19 auf der Intensivstation.

Laut Trof waren neun von ihnen nicht geimpft. Der geimpfte Patient habe eine Grunderkrankung, sodass die Möglichkeit bestehe, dass der Impfstoff ihm keinen ausreichenden Schutz bietet.

Auf der Pflegestation für Corona-Patienten befinden sich 27 Personen – von denen sei etwa die Hälfte geimpft. Die Patienten, die trotz Impfung so krank geworden sind, dass sie ins Krankenhaus müssen, sind nach Angaben des Intensivmediziners 75 Jahre oder älter und gehörten in diesem Jahr zu den ersten, die geimpft wurden.

Jüngere Patienten werden durch eine Krankheit wie Krebs oder beispielsweise eine Organtransplantation geschwächt.

Viele Patienten aus Zwolle und Winterswijk

Die meisten Covid-Patienten im IC wurden, so berichtet die Tubantia, von Krankenhäusern in Zwolle und Winterswijk übernommen, aber auch vom ZGT, dem anderen Krankenhaus in Twente mit Standorten in Almelo und Hengelo.

Obwohl sich die Zahlen von Tag zu Tag ändern, sei der aktuelle Anteil von 90 Prozent Ungeimpften auf der Intensivstation typisch für die letzten Wochen.

Deshalb ist die Botschaft von Intensivmediziner Ronald Trof glasklar: Jeder solle sich impfen lassen.

Es gebe ungeimpfte Patienten oder Angehörige, die die Nicht-Impfung bedauern. Auf der anderen Seite beharrten Menschen, die im Krankenhaus schwerstkrank sind, weiterhin auf ihrer Meinung, kein Corona zu haben, weil es Corona nicht gebe. Damit tut er sich schwer und hofft nun, sie mit seinem Impf-Appell zu erreichen.

Natürlich dienen sie seiner Meinung nach auch dem öffentlichen Interesse. Das Krankenhaus MST hat derzeit 28 Intensiv-Betten im Einsatz – vier mehr als üblich – und hat dafür auch Personal zur Verfügung gestellt. Von diesen 28 sind an diesem Dienstag 26 belegt. Zwei Betten sind in der Regel für plötzliche Notfälle reserviert.

Mitarbeiter aus anderen Abteilungen müssen aushelfen

Um diese Intensiv-Betten versorgen zu können, mussten Mitarbeiter aus anderen Abteilungen aushelfen. Das Krankenhaus teilte vergangene Woche mit, dass deshalb ein Viertel der geplanten Versorgung verschoben werden muss.

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